In memoriam Robert Faurisson

von: https://www.egaliteetreconciliation.fr/In-memoriam-Robert-Faurisson-52605.html

Sonntag, am Abend des 21. Oktober 2018, ist Robert Faurisson erloschen, einem der am meisten herausragenden Vertreter der Schule des historischen Revisionismus. Wenn die Existenz der Nazi-Gaskammern zur Menschentötung sowohl bei Historikern als auch in der Öffentlichkeit in Frage gestellt worden ist, so ist es vor allem dank seiner Arbeiten, die ihm ein internationales Renommee eingebracht haben. Die Überlegungen von Robert Faurisson zu den gegen das Dritte Reich vorgetragenen Beschuldigungen gehen bis auf das Ende des Krieges zurück.

Ab 1960 haben sich seine Forschungen der Frage des Genozids an den Juden zugewandt, seinem Plan, seinen Mitteln (den Gaskammern), seinen Ergebnissen. Robert Faurisson hat so über vierzehn Jahre das Zentrum der zeitgenössischen jüdischen Dokumentation in Paris aufgesucht, Tausende von Dokumenten analysierend. Er hat persönlich Zeitzeugen befragt. Er hat an den Tatorten Untersuchungen vorgenommen, mehrere Male Auschwitz, Birkenau und andere Lager besucht. Zu dem speziellen Punkt der Gaskammer zur Menschentötung in Auschwitz hat er am 19. März 1976 die Baupläne entdeckt, auf denen sie als Leichenkammer aufgeführt sind. In Frankreich und im Ausland hat er Chemiker und Ingenieure befragt, um ein Gutachten erstellen zu können über die Mittel und Techniken einer Massenvernichtung durch Gas.

Robert Faurisson hat aus seinen Arbeiten das Fehlen von Beweisen für die Existenz von Gaskammern zur Menschentötung geschlossen, sogar für deren Unmöglichkeit sowohl aus technischer, physikalischer, chemischer als auch physiologischer Sicht.

Robert Faurisson hat seine Ergebnisse der wissenschaftlichen Gemeinschaft vorgestellt.

Der US-Amerikaner Raul Hilberg, „Papst“ der Schule der Vernichtungsgeschichte, hat zu diesem Punkt, wie zu anderen, seinem Kollegen Robert Faurisson die Ehre erwiesen:

„Ich würde sagen, daß auf eine gewisse Weise Faurisson und andere, ohne es gewollt zu haben, uns einen Dienst erbracht haben. Sie haben Fragen aufgeworfen, die Historiker dazu gebracht haben, neue Forschungen aufzunehmen. Sie haben erzwungen, zusätzliche Informationen zu sammeln, Dokumente neu zu bewerten und noch weiter zu gehen in dem Verständnis, was geschehen ist“ (Äußerungen aufgenommen durch Guy Sitbon, Le Nouvel Observateur, 3.-9. Juli 1982, Seite 71).

Es ist ganz sicher, daß die historische Wissenschaft keinen Millimeter vorangeschritten wäre, wenn man seit dem Krieg der Meinung von vierunddreißig Historiker-Karrieristen gefolgt wäre, die in einer kollektiv gezeichneten und 1979 im Le Monde veröffentlichten Kolumne ausgesprochen wurde. Sie erklärten, daß

„man sich nicht fragen darf, wie, technisch, solch ein Massenmord möglich war. Er war technisch möglich, weil er stattgefunden hat. Das ist der zwingende Anfangspunkt jeder historischer Untersuchung zu diesem Thema. Diese Wahrheit, sie oblag es uns einfach wiederholt zu haben: es gibt keine, es kann keine Debatte über die Existenz von Gaskammern geben“ (Philippe Ariès et al., „Die Nazi-Vernichtungspolitik: eine Erklärung von Historikern“, Le Monde, 21. Februar 1979, Seite 23).

In Frankreich, in der Folge des mörderischen Geistes der Säuberungsaktionen, wurden die ersten Versuche zur gerichtlichen Repression geschaffen, um jegliche historische Kritik an den Tatsachen des Zweiten Weltkriegs zu ahnden, ob diese Kritik von anerkannten Intellektuellen (Maurice Bardèche) ausging oder von direkten Zeitzeugen der Deportation und Lager (Paul Rassinier). Man nahm Rückgriff auf das gesamte verfügbare juristische Arsenal der Repression: Beleidigung, Verleumdung, Billigung von Mord, Provokation und selbst die bürgerliche Verantwortung.

Die gegen Robert Faurisson gerichtete gerichtliche Repression geht zurück auf 1979, als er bereits auf dem Gebiet des literarischen Revisionismus anerkannt war. Diese Repression wurde begleitet durch eine unvorstellbare Verleumdungskampagne, behördlichen Verfolgungen, Ächtung und selbst schwere und wiederholte körperliche Angriffe, wobei deren Urheber beklatscht wurden.

Dieser Geisteshaltung hat Robert Faurisson zu verdanken, zehn körperliche Angriffe erlitten zu haben (zwei in Lyon, zwei in Vichy, vier in Paris, zwei in Stockholm), ohne daß irgendeiner der Täter verfolgt worden wäre. Zusätzlich hat er sechs Hausdurchsuchungen (durch die Kriminalpolizei und die Antiterror-Brigade) erleiden müssen und eine unvorstellbare Anzahl von Prozessen.

Dennoch, das Berufungsgericht von Paris, in einem bemerkenswerten Urteil vom 26. April 1983, nachdem es an die Rechtsprechung in dieser Sache erinnert hatte („die Gerichte sind weder kompetent noch qualifiziert, um ein Urteil über den Wert von historischen Arbeiten, die die Forscher der Öffentlichkeit unterbreiten, zu treffen und um über Kontroversen oder Einwände zu entscheiden, die diese gleichen Arbeiten nicht selten hervorrufen“), mußte feststellen, daß „die gegen (Robert Faurisson) formulierten Anklagen der Leichtfertigkeit die Stichhaltigkeit vermissen lassen und nicht ausreichend ermittelt sind“, mußte klar darlegen, daß „es zusätzlich nicht erlaubt ist zu behaupten, bezüglich der Art und Weise der Arbeiten, die er ausgeführt hat, daß er Zeugenaussagen aus Leichtfertigkeit oder Nachlässigkeit ausgelassen habe, oder bewußt entschieden habe, sie zu ignorieren; außerdem kann in der Tat niemand ihm der Lüge überführen, wenn er die vielfältigen Dokumente aufzählt, von denen er behauptet, sie studiert zu haben und die Vereinigungen, bei denen er über vierzehn Jahre lang nachgeforscht haben soll“, und daraus ist zu schließen, „daß die von Herrn Faurisson vertretenen Schlußfolgerungen (über die Existenz der Gaskammern, also deren Nichtexistenz) also allein der Beurteilung der Experten, der Historiker und der Öffentlichkeit obliegen“ (elfte Anmerkung des Urteils).

Wahrscheinlich war dies ein Sieg des Revisionismus auf dem juristischen Gebiet, auch als 1987 Jean-Marie Le Pen es wagte bezüglich der Gaskammern zu erklären, „daß es Historiker gibt, die über diese Fragen debattieren“, aber damit war das Maß voll. Die Annahme des Gesetzes vom 13. Juli 1990 folgte dem, von dem man erwartete und bekam, daß es jede Infragestellung, selbst andeutungsweise, der Tatsachen verurteilte, für die Deutschland und das ganze Europa der Besiegten verurteilt worden war.

Der Professor sagte oft, daß jeder Krieg ein großes Gemetzel sei. Ganz ohne Zweifel, und genau deshalb haben sich die Länder der lateinischen Christenheit seit dem 11. Jahrhundert bemüht, die Konflikte zu befrieden, bei denen sie sich feindlich gegenüberstanden. Und im klassischen Zeitalter, vom 16. bis zum 19. Jahrhundert, hatten sie es, zumindest unter sich, geschafft, die Kriege räumlich und zeitlich zu beschränken: ein Friedensvertrag und eine Amnestie beendeten den Konflikt. Dem folgten eine gegenseitige Vergebung und das Verbot, die Aschen der Vergangenheit aufzurühren.

Die Erforschung der Geschichte war also schon immer eine gefährliche Unternehmung. Aber die Lage der Historiker hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg erschwert, der das Aufkommen einer Kriegsideologie für eine gerechte Sache erlebt hat. Indem sie die Perspektive umkehrt, beseitigt diese Ideologie die Grenzen hinsichtlich der Mittel und kennt kein anderes Ziel als die Vernichtung des Gegners. So hat sich der zweite weltweite Konflikt, dem eine Flut von strafrechtlichen Anklagen vorangegangen sind und davon begleitet wurde, anläßlich von Großspektakel-Prozessen verlängert, bei denen die Sieger sich darin gefielen, die Besiegten abzuurteilen.

Der berühmteste ist der sogenannte „von Nürnberg“, gefolgt bis in unsere Tage in Frankreich durch die von Touvier, Barbie, Bousquet oder Papon, oder in Deutschland noch ganz kürzlich durch den von Gröning.

Bezüglich der Historiker ist deren Lage wenig beneidenswert geworden: die bisherige Pflicht des Schweigens ist ersetzt worden durch die Pflicht, den Haß auf den besiegten Gegner zu nähren. Zwischen dem ungerechten Dekret eines sterblichen Kreons zu gehorchen oder die ewigen Gesetze der Götter zu befolgen, ist Robert Faurisson für uns den Weg des Gerechten gegangen.

P.S.: Ich bin zum ersten Mal Robert Faurisson am 26. Oktober 2008 begegnet, am Abend seines Auftritts im Zénith von Paris zusammen mit Dieudonné. Er sagte uns, er fände keinen Anwalt der bereit wäre, ihn zu verteidigen. Ich war damals Referendar an der Ausbildungsschule der Kammer von Paris, und ich gab ihm das Versprechen, ihn zu verteidigen. Ich legte meinen Eid im Dezember 2010 ab, und Robert Faurisson wandte sich an mich ein erstes Mal 2012 und erneut im Dezember 2015. So hat er mir die Ehre gegeben mir seine Verteidigung während der drei letzten Jahre seiner Existenz anzuvertrauen. Jedes Monatsende ging ich mit ihm den Stand seiner Prozesse durch: Ein Mann, Prozeß beendet; MétaTV, Teheran und Le Monde, vor dem Kassationsgericht anhängig; Rivarol, in Erwartung der gerichtlichen Verfügung des Untersuchungsrichters; der Struthof, Verkündung des Urteils vor dem Gericht von Cusset.

Damien Viguier, Rechtsanwalt

Autor: endederluege

Hier stehe ich, Henry Hafenmayer, ehemaliger deutscher Lokführer. Ich kann dem Völkermord an meinem Volk nicht mehr tatenlos zusehen. Ich tue meine Pflicht. Ich tue was ich kann.

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