Gedanken hinter Stacheldraht

Vorwort

Konstantin Hierl (* 24. Februar 1875 in Parsberg; † 23. September 1955 in Heidelberg) leitete als „Reichsarbeitsführer“ den Reichsarbeitsdienst (RAD). Der RAD sollte vor allem die deutsche Jugend im Geiste des Nationalsozialismus zur Volksgemeinschaft aus Arbeit und Leistung und zu einer wahren, nicht egoistischen, nicht materialistischen, sittlichen Auffassung der Arbeit als „Dienst am Volke und am deutschen Boden“ erziehen.

Seine “Gedanken hinter Stacheldraht” zeigen sehr wohl auf, daß das deutsche Volk von tiefem Glauben beseelt war. Zu oft wird dieser Glaube mit der Heuchelei der weltlichen Kirche in Verbindung gebracht oder sogar gleichgesetzt. Wenn Sie gläubig sind soll es Ihnen überlassen bleiben zu prüfen, ob man diese “Gleichheit” behaupten kann. Wichtiger als diese Frage sollte für uns Deutsche allerdings sein, ob wir unser Volk den Henkern überlassen wollen, nur weil wir uns lieber über Glaubensfragen streiten, anstatt uns gemeinsam des Feindes zu erwehren.

Henry Hafenmayer

Inhalt

Einleitung

Wir haben recht, wenn wir den Menschen in erster Linie nach seinem Handeln werten und vor allem die schöpferische Tat ehren. Die weltverachtende Beschaulichkeit des Diogenes in der Tonne, das weltabgewandte Dahindämmern des Eremiten in der Wüste, das träge „Farniente“ des neapolitanischen Lazzarone entspricht nicht dem Sinne des Lebens, wie wir ihn aus dem Walten der ewigen Naturgesetze zu spüren und aus der Stimme Gottes in unserer Brust zu vernehmen glauben.

Ebensowenig aber entspricht diesem Sinn des Lebens jenes ruhelose Stürmen und Jagen nach äußeren Erfolgen, nach materiellem Gewinn und Genuß, jenes unbefriedigende Hetzen und Hasten in aufreibender Geschäftigkeit ohne höheres Ziel und ohne tieferen Sinn, das zum Kennzeichen der Lebenshaltung der meisten Menschen unseres Zeitalters geworden ist.

Es ist, als ob das „Tempo“ der Maschine und die Arbeit am laufenden Band auch die Menschen in einem besinnungslosen Taumel fortgerissen hätte, auf einer Bahn, die nicht zu einem schöneren und besseren Dasein, sondern zum Untergang jeder wahrhaften Kultur führen muß. Wir müssen wieder besinnlicher werden, wir müssen uns die Zeit nehmen zur Besinnlichkeit! Horchen wir still in uns hinein auf die Stimme Gottes in unserer Seele, lauschen wir der erhabenen Harmonie, die in dem Rhythmus von Bewegung und Ruhe, von Spannung und Auslösung in der Natur klingt, achten wir auf die wundervolle Durchdringung allen Stoffes mit dem Geist der Schöpfung, die sich in den größten und kleinsten uns erkennbaren Erscheinungen des Weltalles kundgibt. So hoch wir auch die Tat schätzen, vor der Tat steht der Wille, und der Wille wird vom Geist entzündet. Im Anfang war der Geist.

Stoßen wir durch die Oberflächlichkeit des Alltagsgetriebes hindurch in die Tiefe, um nach den letzten Dingen und höchsten Werten des

Lebens zu schürfen! Suchen wir auch für unser Leben die Harmonie zu ergründen, die im Weltall regiert!

Gerade den Menschen, denen das Schicksal ein schweres Leben auferlegt hat, die arm sind an materiellen Gütern, wie das für die meisten lebenden Deutschen zutrifft, tut eine solche Besinnlichkeit not, damit ihr Leben einen wahrhaft menschenwürdigen Sinn erhält, der es über das bloße Vegetieren der Tierwelt erhebt.

Wenn wir so in der Tiefe unseres Wesens schürfen, dann werden wir wieder auf viele von einer materialistischen und trotz ihrer zivili-satorischen Tünche innerlich rohen Zeit verschüttete innere Werte stoßen, die uns reicher machen als jene die im Besitz und Genuß voll unruhvoller Hast und unbefriedigter Gier durch das Leben taumeln.

Wir werden dann unsere Armut wie eine Königskrone tragen und von unserm inneren Reichtum andere beschenken können.

In besinnlichen Stunden hinter Gefängnismauern und Stacheldraht sind die folgenden Aufzeichnungen entstanden. Vielleicht können die darin niedergelegten Gedanken manchem Suchenden in der Wirrnis einer Übergangszeit Wegweiser sein und manchem im harten Lebens-kampf mit der äußeren und inneren Not der Zeit Ringenden Hilfe bieten.

Wesen und Sinn des menschlichen Lebens

Das Entstehen‚ Wachsen und Vergehen des Menschen, wie jedes organischen Wesens, nennen wir sein Leben. Woher kommt es? Was bedeutet sein Ende? Was ist der Sinn des menschlichen Lebens?

Die biologische Wissenschaft hat die Entstehung und Entwicklung des einzelnen Menschen von der Befruchtung der Keimzelle im Mutterleibe an gründlich erforscht. Wir wissen, daß unserem mit Bewußtsein geführten Leben ein unbewußtes persönliches Leben vorangeht, das mit dem Moment der Zeugung, d. h. der Befruchtung der mütterlichen Keimzelle, beginnt. Damit ist zwar der Beginn des Lebens der einzelnen menschlichen Persönlichkeit erkannt, aber noch nicht der Beginn des menschlichen Lebens überhaupt erklärt.

Die von Vater und Mutter ausgehenden, durch ihre Vereinigung das Leben der neuen Persönlichkeit erzeugenden Keime haben eine bis in unergründliche Urzeiten zurückreichende Geschichte. Die Wissenschaft hat über diese Entwicklungsgeschichte, über die Entstehung des Menschengeschlechtes auf der Erde tiefschürfende Forschungen angestellt und daraus scharfsinnige Folgerungen gezogen, die den biologischen Entwicklungsgang des Menschengeschlechtes von der Stufe der Lebewesen niederer Art bis zur heute erreichten Höhe beleuchten. Darnach scheint es festzustehen, daß alle organischen Lebewesen auf der Erde sich aus Keimzellen im Schoße des Urwaltmeeres entwickelt haben. Für die Erforschung der biologischen Entwicklung des Meschengeschlechtes können aus der Entwicklung, die der einzelne Mensch im Mutterleibe von der Keimzelle an durchmacht, sehr beachtenswerte Rückschlüsse gezogen werden.

Damit sind wir aber noch lange nicht am Ende unserer Fragen und bei der Erkenntnis des Urgrundes der Entstehung alles menschlichen Lebens auf der Erde angelangt.

Wie entstanden die ersten Keimzellen? Wie erhielten sie die Fähigkeit zur organischen Entwicklung? Woher kommt und welcher Art ist jene Kraft, die imstande ist, die in den Keimen schlummernde Fähigkeit zum Leben zu erwecken? Worin besteht überhaupt das Wesen des Lebens?

Auf diese Fragen vermag die Wissenschaft noch keine erschöpfenden mit Beweiskraft versehenen Antworten zu geben. Die wissenschaftliche Forschung wird uns weiterführen auf der Bahn der Erkenntnis. Wie weit aber der menschliche Geist in Erforschung der Schöpfung auch dringen mag, immer wieder werden sich ihm unbekannte Weiten auftun‚ immer wieder wird er vor neuen Geheimnissen stehen‚ über denen der Geist der Schöpfung schwebt. Dieser Geist durchdringt die Materie und schafft jene wunderbare engste Verbindung von Geist und Stoff, als deren Ergebnis sich uns das Leben darstellt.

Dieser Geist, den wir Gott nennen, ist das Wesen allen Lebens.

Die Natur zeigt uns eine unendliche Mannigfaltigkeit von Arten und Gattungen von Lebewesen. Und innerhalb jeder Gattung hat wieder jedes einzelne Lebewesen seine besondere Eigenart. Es gibt keine völlige Gleichheit unter den Lebewesen. Wir nennen diese besondere Eigenart beim Menschen sein persönliches Wesen, seine Persönlichkeit.

Die menschliche Persönlichkeit findet ihren erkennbaren Ausdruck in ihrer körperlichen Gestalt und ihren besonderen körperlichen, geistigen und seelischen Eigenschaften. Die geistigen und seelischen Eigenschaften sind mittels der Nerven mit den körperlichen eng verknüpft. Körperliche Funktionsstörungen oder Erkrankungen können die Betätigung geistiger und seelischer Eigenschaften stören, unter Umständen völlig lahmlegen.Wir haben es alle schon selbst erfahren, daß wir geistig leichter arbeiten, wenn wir körperlich frisch und ausgeruht waren, daß körperliches Unbehagen oder Schmerz unsere geistige Kraft beeinträchtigte und auf die seelische Stimmung, daß umgekehrt starke seelische Eindrücke auch auf unser körperliches Befinden sich auswirken.

Wir wissen, daß der Mensch nicht nur seine körperlichen, sondern auch seine geistigen und seelischen Anlagen bei seiner Zeugung als Erbe seiner Eltern und deren Ahnen erhält.

Diese Anlagen sind demnach schon in den von den beiden Eltern stammenden Keimzellen, deren Vereinigung die neue persönliche Eigenart entstehen läßt, vorhanden. Aus der engen Verbindung mit dem Stofflichen kann aber nicht gefolgert werden, daß die geistigen und seelischen Anlagen des Menschen dem Stofflichen auch entstammen. Geist kann nur aus Geist entspringen. Wir glauben daher, daß die geistigen und seelischen Anlagen einer menschlichen Persönlichkeit einer Kraft entspringen, die von dem göttlichen Funken ausgeht, den wir in uns waltend und wirkend fühlen. Welcher Art die Verbindung ist, die dieser göttliche Funke mit dem Wesen der Persönlichkeit eingeht, wie diese Verbindung entsteht und wirkt, das zu ergründen, wird uns wohl nie gelingen. Alle menschliche Vorstellungskraft muß sich bei solchen Versuchen in unzureichenden Gleichnissen erschöpfen.

Wenn die Verbindung von Geist und Stoff im menschlichen Organismus zerrissen wird oder zerfällt, weil der Stoff lebenswichtiger Organe infolge äußerer Einwirkung oder allmählichen Verbrauches die Fähigkeit verloren hat, der Verbindung mit dem Geist zu dienen, dann hört der Organismus auf zuarbeiten, der Tod tritt ein.

Ebensowenig wie wir genau feststellen können, auf welche Weise das Leben durch die Herstellung der Verbindung des Geistes mit dem Stoff beginnt, ebensowenig können wir genau feststellen, wie die Lösung dieser Verbindung, die das Ende des Lebens bedeutet, sich vollzieht.

Was bedeutet der Tod für den Menschen?

Weise, Dichter und Priester haben den Tod zu deuten versucht. Der allen Lebewesen angeborene Trieb zur Selbsterhaltung sträubt sich gegen den Tod. Auch jene Menschen, die den Tod nicht fürchten, sondern ihm als einem unabänderlichen Geschick ruhig entgegensehen, auch die Müden, die enttäuschten Lebenswanderer, die ihn als einen Freund begrüßen, auch die Unglücklichen, die ihn als Erlöser ersehnen – sie alle stehen doch mit ehrfurchtsvollem Schauer seiner geheimnisvollen Majestät gegenüber.

Tief in der menschlichen Brust wurzelt die Sehnsucht nach einer Fortdauer über das Ende des irdischen Daseins hinaus, nach einem neuen Leben in neuer Form. Von jeher haben die Menschen versucht, sich eine Vorstellung von einem Fortleben nach dem Tode zu bilden. Ganz verschieden waren die Vorstellungen, die ihre Einbildungskraft ent-sprechend der Eigenart der Völker und Rassen und entsprechend der geistigen Entwicklung des Menschengeschlechtes im Laufe der Zeiten geschaffen hat. Die Menschen stellten sich das Fortleben nach dem Tode zum Beispiel vor als Fortführung eines kämpferischen Heldenlebens auf Walhall, der ragenden Burg der Götter, oder als ungetrübten Lebensgenuß im lichten Elysium oder als Aufenthalt im Zaubergarten des Paradieses, enthoben aller Arbeit und allem Kampf, oder als ein wunschloses Träumen im freude- und leidlosen Nirwana oder als Versunkenheit der Seligen in ewiger Anschauung und Anbetung von Gottes Majestät in einem hehren, von Engelchören durchrauschten Himmelsdome. Alle diese Vorstellungen spiegeln den Wunsch nach einem Fortleben so, wie es den Schöpfern dieser Bilder als Wunschbild ihres Daseins auf Erden vorschwebte.

Neben diesen Bildern von den Stätten eines glücklichen Weiterlebens nach dem Tode schuf menschliche Einbildungskraft aber auch Bilder jener Stätten, an welche diejenigen Menschen verwiesen wurden, die sich während ihres irdischen Daseins eines solchen glücklichen Fortlebens nicht würdig erwiesen haben. Sie mußten hinabsteigen ins düstere Schattenreich der Hel oder in den finsteren Orkus oder wurden in die qualenreiche Hölle verstoßen.

Allen diesen Vorstellungen vom Fortlehen nach dem Tode gemeinsam ist der Glaube an ein glücklicheres, vervollkommnetes Weiterbestehen und der Glaube an die Verantwortung gegenüber einer höheren Macht für die Haltung während des irdischen Daseins. Die Stellungnahme zum Geheimnis des Todes bildet einen wesentlichen Bestandteil aller Religionssysteme und wohl einen Ausgangspunkt der ersten religiösen Regungen in der Menschheitsentwicklung.

Wir wissen durch die Forschungen der Physik und Chemie, daß kein Stoff und keine Kraft auf Erden und – soweit wir es bisher übersehen können – im Weltall sich in ein Nichts auflöst, daß ihr Verschwinden in der bisherigen Form nur eine Verwandlung und ein Eingehen neuer Verbindungen darstellt. Jedes Ende bedeutet auch einen Anfang, alles Sterben ein neues Werden. In ewiger Wandlung geht das Leben weiter. Alles Leben ist Wandlung.

Wir wissen, daß der Mensch bei seiner Fortpflanzung durch die von ihm ausgehenden Keime in seinen Kindern und über diese in seiner Sippe, seinem Volke und der Menschheit mit einem Bestandteil seines Wesens weiterlebt. Wir wissen, daß jede Handlung oder Veränderung eines bestehenden Zustandes sich auswirkt und daß diese Wirkung wiederum die Ursache einer daraus entspringenden neuen Wirkung wird, und so fortzeugend in unübersehbarer Folge. Nichts, was vom Menschen an Taten und Werken ausgeht, geht verloren, wenn es auch verschwindet, wie der Wassertropfen im Weltmeer.

Das, was wir als Persönlichkeit des Menschen bezeichnen, ist eine Verbindung von Stoff und Geist in einmaliger Form. (Der Begriff „Geist“ wird hierbei in weiterem Sinne zum Unterschied vom „Stoff“ aufgefaßt, schließt also das „Seelische“ in sich.) Durch den Tod findet diese einmalige Form der Verbindung von Stoff und Geist ihr Ende. Damit hört die Persönlichkeit auf zu bestehen.

Der menschliche Körper zerfällt, er löst sich auf in seine elementaren stofflichen Bestandteile, die in der Stoffmasse unseres Planeten aufgehen, um in neuen Verbindungen in den Kreislauf des irdischen Werdens und Vergehens eingefügt zu werden.

Wir kennen das Naturgesetz, dem der stoffliche Bestandteil der menschlichen Persönlichkeit nach dem Tode unterworfen ist, aber das für den geistigen Bestandteil gültige Gesetz können wir nur ahnen.

Das Geistige an der menschlichen Persönlichkeit ist mit dem Stoff verbunden, aber es ist nicht nur eine Funktion des Stofflichen. Der Stoff kann keinen Geist erzeugen. Der Geist vielmehr ist es, der durch seine Verbindung mit dem Stoff die Kraft erzeugt, die den Stoff bewegt und belebt.

Ich glaube nun, daß, ebenso wie der stoffliche Bestandteil der Persönlichkeit nach dem Tode aufgeht in der Stoffmasse der Erde, aus der er entsprungen ist, auch das Geistige der Persönlichkeit aufgeht im Geist der Schöpfung, von dem es ausstrahlte, und daß auch hier ein Übergang zu neuem Wirken stattfindet.

Die menschliche Vorstellungskraft reicht nicht aus, dieses Aufgehen in der Unendlichkeit und Ewigkeit des Göttlichen zu erfassen, aber das Sehnen nach Unsterblichkeit ist in die menschliche Seele gelegt. Und es ist kein leerer Wahn, wenn wir es erkennen als ein Sehnen nach Aufgehen der endlichen begrenzten Persönlichkeit im Unendlichen und Ewigen, im Göttlichen, von dem wir schon im Leben einen Hauch spüren. Der Atem Gottes durchweht die ganze Schöpfung, das ganze Weltall sehnt sich nach dem Göttlichen. Der Mensch aber unter den irdischen Geschöpfen allein wird sich dieses Sehnens bewußt, indem er sich nach Unsterblichkeit sehnt.

Wir wissen nicht, woher wir kommen, wir wissen nicht, wohin wir gehen. Wir kennen die letzten Absichten, denen die Schöpfung unseres Lebens dient, nicht und werden sie nie ergründen. Das menschliche Leben bleibt in Geheimnisse gehüllt. Wie soll sich der Mensch zu diesem, ihm ohne seinen Willen zugefallenen geheimnisumhüllten Leben einstellen?

Soll er es hinnehmen als einen ihm auferlegten Kampf ums Dasein, den er, nur seinem Selbsterhaltungstrieb gehorchend, führen will, ohne nach seinem Sinn zu fragen? Soll er in brutalem Daseinskampf versuchen, für sich herauszuholen, was er herausholen kann durch Befriedigung seiner Sinnesbegierden, durch Erwerbung von Besitz und Erringung von Macht? Es wird dem Menschen bei solcher Einstellung ergehen, so wie der Dichter sagt: er wird „taumeln von Begierde zu Genuß und im Genuß verschmachten vor Begierde“, er wird erfahren, daß Besitz und Macht ihn nicht zufrieden und glücklich machen können, daß sie nur den Wunsch nach Steigerung erwecken. Er wird erfahren, daß das Leben bei solcher Auffassung weit mehr Enttäuschungen als Erfüllungen, weit mehr Leiden, Kummer und Sorgen als Freuden für ihn mit sich bringt.

Er wird die leere gähnende Ode eines solchen Lebens empfinden müssen., Darf er dann, eines solchen sinnlos erscheinenden Lebens überdrüssig, es in trotziger Auflehnung gegen die Schöpfung von sich werfen? Soll er im Gefühl der Nichtigkeit alles Irdischen dieses Leben verachten und seinen Wert verneinen? Soll er sich durch dieses „irdische ]ammertal“ schleppen wie ein Schlafwandler, versponnen in Träume von einem „]enseits“, die ihn dem Irdischen entrücken?

Wenn wir den Geist des Lebens, den Gott-Geist, wie er aus allen Werken der Schöpfung so herrlich und wunderbar gestaltend zu uns spricht, richtig verstehen und auch in uns fühlen, dann werden wir einer solchen krankhaften Lebensverneinung trotz allem, was auf uns drückt, nicht Raum geben.

Nicht im Rausche triebhafter Begierden und nicht im Taumel erdenferner Träume wollen wir durch das Leben wandeln, sondern bewußt und klar wollen wir unseren Lebensweg beschreiten, indem wir dem Leben einen bejahenden Sinn geben in der Überzeugung, daß wir damit dem göttlichen Willen in der Schöpfung dienen. Wir betrachten daher das Leben als eine Aufgabe, die uns vom Geist der Schöpfung, von Gott, gestellt ist.

Wir leben, um zu wirken zusammen mit anderen und für andere Menschen in der Gemeinschaft von Familie, Volk und Menschheit in der Erfüllung derjenigen besonderen Aufgaben, zu denen uns die göttliche Vorsehung berufen hat. Diese Berufung erfolgt einerseits durch die Verleihung der den einzelnen Menschen angeborenen bestimmten Anlagen, Fähigkeiten und dementsprechend Neigungen, andererseits durch die Fügung des persönlichen Schicksals, das den einzelnen Menschen in eine bestimmte Umwelt und damit in bestimmte Verhältnisse hineinstellt und ihm so einen bestimmten Wirkungskreis zumißt.

So dient jeder an seinem Platze in der Gemeinschaft der Entwicklung der Menschheit im Sinne der Schöpfung.

Das Leben, als Aufgabe betrachtet, fordert, daß wir auch an unserer eigenen Persönlichkeit unablässig arbeiten, um sie zu vervollkommnen im Sinne der Harmonie, die aus Gottes ganzer Schöpfung klingt, so, daß sie auch in uns selbst zum Klingen kommt.

Im Streben nach Harmonie mit Gott, seiner Natur und seinen Menschen und in Verbindung damit zugleich auch im Streben nach Harmonie in uns selbst glauben wir dem Sinn des Lebens zu entsprechen.  […]

Das Buch als PDF zum download

Autor: endederluege

Hier stehe ich, Henry Hafenmayer, ehemaliger deutscher Lokführer. Ich kann dem Völkermord an meinem Volk nicht mehr tatenlos zusehen. Ich tue meine Pflicht. Ich tue was ich kann.

3 Gedanken zu „Gedanken hinter Stacheldraht“

  1. Ein Werk, welches von der Klugheit, wahren Gläubigkeit, enormen Bescheidenheit und Weisheit seines Verfassers zeugt. Ein wahrer Deutscher, der sein Volk und sein Land über alles liebte! Danke Henry, für die Veröffentlichung.

  2. Henry Hafenmeyer ist zu danken für die Veröffentlichung des Werkes von Hierl.
    Heute sind Kenntnisse darüber sehr dünn gesät, was der NS eigentlich darstellte, was er wollte, und was seine Vertreter in Staatsfunktionen eigentlich dachten. Das Buch von Hierl kann sehr viel zur Aufklärung beitragen.

    Sehr aufschlußreich sind etwa die Gedanken über den „Sinn des Lebens“ und über die Religion.

    Die Wiedereroberung des Abendlandes (Reconquista) wird nur mit einer tragenden Rolle des Christentums möglich sein.
    Aufbauend auf den ursprünglichen Kulturen der europäischen Völker, etwa dem nordischen Geist, hat das Christentum die Kulturen des Abendlandes geprägt, entwickelt und bewahrt, trotz des oft verderblichen Wirkens der Kirchen. In der Musik vom Gregorianischen Choral über die Messen, Kantaten, Passionen von Bach bis zu liturgischen Werken der Moderne, in der Baugeschichte durch die einzigartigen Kathedralen und Dome, in der Philosophie von Augustinus bis Hegel. Die Malerei in Europa bagann mit Ikonen und Heiligendarstellungen; die deutsche Dramatik begann im 10. Jh. mit der szenischen Darstellung der Ostersequenz in Dörfern und Märkten. Übrigens wurde diese Tradition jetzt in Frankfurt wieder aufgenommen mit der szenischen Darstellung der Johannespassion von Bach.

    Allerdings wird das Christentum ausschließlich dann eine positive Rolle bei der Reconquista leisten können, wenn es die absurden Verirrungen der Zeitgeist-Kirche abstößt. Bildchen und Legenden und Fronleichnamsprozession können ein Element der Volksfrömmigkeit bleiben. Aber der mitten im Leben stehende Mensch und der Denker werden nur dann zu einer Form des Christentums finden, wenn es sich auf seine wahren Kern-Bekenntnisse besinnt. Nur dann kann das Christentum zum Befreiungskampf seinen (notwendigen) Beitrag leisten!

    Das abendländische Christentum hat ein Alleinstellungsmerkmal vor allen übrien Religionen. Die Lehre DEFNIERT nämlich, was denn das eigentlich sein soll, „Gott“, an das wir „glauben“ sollen. Das muß man ja wohl erst einmal gesagt bekommen!

    „GOTT “ = „GEIST“ (Joh.4, 24).
    Na gut, daß es den Geist gibt, das weiß ein jeder, jede geistvolle Debatte zeigt es.
    Zwar wenden die Theologen ein, damit sei „Göttlicher“ Geist gemeint, und das sei ja nun etwas völlig anderes. Aber Geist ist Geist, nicht wahr. Wenn Wörter überhaupt eine Bedeutung haben sollen, so stellt der Menschengeist ZUMINDEST einen Anteil am
    „allgemeinen“, man kann sagen „Heiligen“ Geist dar.

    Die Werke des Geistes verwirklichen sich in den Kulturen.
    Einer alleine kann jedoch nicht eine Kultur schaffen oder bewahren; der Mensch ist ein soziales Wesen. Eine Kultur kann sich nur in einer Gemeinschaft entwickeln, sie kann nur in einer Gemeinschaft behauptet und bewahrt werden.
    Diese Kultur-Gemeinschaften sind die VÖLKER. Da Familien innerhalb des Volkes begründet werden, ist das Volk schon deshalb zugleich Kulturgemeinschaft, Herkunfts- und Siedlungsgemeinschaft.
    Die Völker sind verschieden, jedes davon ist ein Baustein der Menschheitskultur.

    Im Sinne des Christentums: Das Bekenntnis zum Geist führt notwendig zum Bekenntnis zum VOLK: Das Christentum ist VÖLKISCH!

    NUR DANN, WENN SICH DER GEDANKE DURCHSETZT, DASS DIE VÖLKER EUROPAS UNVERZICHTBARE WERTE DARSTELLEN, KANN DIE RETTUNG NOCH GELINGEN.

    Und nur ein als völkisch richtig verstandenes Christentum kann seinen Beitrag in diesem Kampf leisten!

Kommentar verfassen