Rede von Potsdam

(Von einem aufrichtigen Menschen bearbeitet und zur Verfügung gestellt)

Herr Reichspräsident! Abgeordnete, Männer und Frauen des Deutschen Reichstags!

Schwere Sorgen lasten seit Jahren auf unserem Volk. Nach einer Zeit stolzer Erhebung, reichen Blühens und Gedeihens auf allen Gebieten unseres Lebens sind — wie so oft in der Vergangenheit — wieder einmal Not und Armut bei uns eingekehrt.

Trotz Fleiß und Arbeitswillen, trotz Tatkraft, einem reichen Willen und bestem Wollen suchen Millionen Deutsche vergebens das tägliche Brot. Die Wirtschaft verödet, die Finanzen sind zerrüttet, Millionen sind ohne Arbeit. Die Welt kennt nur das äußere Scheinbild unserer Städte, den Jammer und das Elend sieht sie nicht.

Seit zwei Jahrtausenden wird unser Volk von diesem wechselvollen Geschick begleitet. Immer wieder folgt dem Emporstieg der Verfall. Die Ursachen waren immer die gleichen. Der Deutsche, in sich selbst zerfallen, uneinig im Geist, zersplittert in seinem Wollen und damit ohnmächtig in der Tat, wird kraftlos in der Behauptung des eigenen Lebens. Er träumt vom Recht in den Sternen und verliert den Boden auf der Erde.

Je mehr aber Volk und Reich zerbrechen und damit der Schutz und Schirm des nationalen Lebens schwächer wird, um so mehr versuchte man zu allen Zeiten, die Not zur Tugend zu erheben. Die Theorie der individuellen Werte unserer Stämme unterdrückte die Erkenntnis von der Notwendigkeit eines gemeinsamen Willens. Am Ende blieb den deutschen Menschen dann immer nur der Weg nach innen offen. Als Volk der Sänger, Dichter und Denker träumte es dann von einer Welt, in der die anderen lebten; und erst wenn die Not und das Elend es unmenschlich schlugen, erwuchs vielleicht aus der Kunst die Sehnsucht nach einer neuen Erhebung, nach einem neuen Reich und damit nach neuem Leben.

Als Bismarck dem kulturellen Streben der deutschen Nation die staatspolitische Einigung folgen ließ, schien damit für immer eine lange Zeit des Haders und des Krieges der deutschen Stämme untereinander beendet zu sein. Getreu der Kaiserproklamation nahm unser Volk teil an der Mehrung der Güter des Friedens, der Kultur und der menschlichen Gesittung. Es hat das Gefühl seiner Kraft nie gelöst von der tief empfundenen Verantwortung für das Gemeinschaftsleben der europäischen Nationen.

In diese Zeit der staats- und machtpolitischen Einigung der deutschen Stämme fiel der Beginn jener weltanschaulichen Auflösung der deutschen Volksgemeinschaft, unter der wir heute noch immer leiden.

Und dieser innere Zerfall der Nation wurde wieder einmal, wie so oft, zum Verbündeten der Umwelt. Die Revolution des Novembers 1918 beendete einen Kampf, in den die deutsche Nation in der heiligsten Überzeugung, nur ihre Freiheit und damit ihr Lebensrecht zu schützen, gezogen war.

Denn weder der Kaiser noch die Regierung noch das Volk haben diesen Krieg gewollt. Nur der Zerfall der Nation, der allgemeine Zusammenbruch zwangen ein schwaches Geschlecht, wider das eigene bessere Wissen und gegen die heiligste Überzeugung die Behauptung unserer Kriegsschuld hinzunehmen.

Diesem Zusammenbruch aber folgte der Verfall auf allen Gebieten. Machtpolitisch, moralisch, kulturell und wirtschaftlich sank unser Volk tiefer und tiefer. Das schlimmste war die bewußte Zerstörung des Glaubens an die eigene Kraft, die Entwürdigung unserer Traditionen und damit die Vernichtung der Grundlagen eines festen Vertrauens. Kriesen ohne Ende haben unser Volk seitdem zerrüttet.

Aber auch die übrige Welt ist durch das politische und wirtschaftliche Herausbrechen eines wesentlichen Gliedes ihrer Staatengemeinschaft nicht glücklicher und nicht reicher geworden. Aus dem Aberwitz der Theorie von ewigen Siegern und Besiegten kam der Wahnsinn der Reparationen und in der Folge die Katastrophe der Weltwirtschaft.

Während so das deutsche Volk und Deutsche Reich in inneren politischen Zwiespalt und Hader versanken, die Wirtschaft dem Elend entgegentrieb, begann die neue Sammlung der deutschen Menschen, die in gläubigem Vertrauen auf das eigene Volk dieses zu einer neuen Gemeinschaft formen wollen.

Diesem jungen Deutschland haben Sie, Herr Generalfeldmarschall, am 30. Januar 1933 in großherzigem Entschluß die Führung des Reiches anvertraut. In der Überzeugung, daß aber auch das Volk selbst seine Zustimmung zur neuen Ordnung des deutschen Landes erteilen muß, richteten wir Männer dieser nationalen Regierung einen letzten Appell an die Nation. Am 5. März hat sich das Volk entschieden und in seiner Mehrheit zu uns bekannt. In einer einzigartigen Erhebung hat es in wenigen Wochen die nationale Ehre wiederhergestellt und dank Ihrem Verstehen, Herr Reichspräsident, die Vermählung vollzogen zwischen den Symbolen der alten Größe und der jungen Kraft.

Indem nun aber die nationale Regierung in dieser feierlichen Stunde zum erstenmal vor den neuen Reichstag hintritt, bekundet sie zugleich ihren unerschütterlichen Willen, das große Werk der Reorganisation des deutschen Volkes und des Reiches in Angriff zu nehmen und entschlossen durchzuführen. Im Bewußtsein, im Sinne der Nation zu handeln, erwartet die nationale Regierung von den Parteien der Volksvertretung, daß sie nach 15jähriger deutscher Not sich emporheben mögen über die Beengtheit eines doktrinären parteimäßigen Denkens, um sich dem eisernen Zwang unterzuordnen, den die Not und ihre drohenden Folgen uns allen auferlegen. Denn die Arbeit, die das Schicksal von uns fordert, muß sich turmhoch erheben über den Rahmen und das Wesen kleiner tagespolitischer Aushilfen.

Wir wollen wiederherstellen die Einheit des Geistes und des Willens der deutschen Nation! Wir wollen wahren die ewigen Fundamente unseres Lebens: unser Volkstum und die ihm gegebenen Kräfte und Werte. Wir wollen die Organisation und die Führung unseres Staates wieder jenen Grundsätzen unterwerfen, die zu allen Zeiten die Vorbedingungen der Größe der Völker und Reiche waren. Wir wollen das Vertrauen in die gesunden, weil natürlichen und richtigen Grundsätze der Lebensführung verbinden mit einer Stetigkeit der politischen Entwicklung im Immeren und Äußeren. Wir wollen an die Stelle des ewigen Schwankens die Festigkeit einer Regierung setzen, die unserem Volke damit wieder eine unerschütterliche Autorität geben soll. Wir wollen alle die Erfahrungen berücksichtigen, sowohl im Einzel- und im Gemeinschaftsleben wie aber auch in unserer Wirtschaft, die sich in Jahrtausenden als nützlich für die Wohlfahrt der Menschen erwiesen haben. Wir wollen wiederherstellen das Primat der Politik, die berufen ist, den Labenskampf der Nation zu organisieren und zu leiten. Wir wollen aber auch alle wirklich lebendigen Kräfte des Volkes als die tragenden Faktoren der deutschen Zukunft erfassen, wollen uns redlich bemühen, diejenigen zusammenzufügen, die eines guten Willens sind, und diejenigen unschädlich zu machen, die dem deutschen Volk zu schaden versuchen. Aufbauen wollen wir eine andere Gemeinschaft aus den deutschen Stämmen, aus den Ständen, den Berufen und den bisherigen Klassen. Sie soll zu jenem gerechten Ausgleich der Lebensinteressen befähigt sein, den des gesamten Volkes Zukunft erfordert. Aus Bauern, Bürgern und Arbeitern muß wieder werden ein deutsches Volk. Es soll dann für ewige Zeiten in seine treue Verwahrung nehmen unseren Glauben und unsere Kultur, unsere Ehre und unsere Freiheit. Der Welt gegenüber aber wollen wir, die Opfer des Krieges von einst ermessend, aufrichtige Freunde sein eines Friedes, der endlich die Wunden heilen soll, unter denen alle leiden.

Die Regierung der nationalen Erhebung ist entschlossen, ihre vor dem deutschen Volke übernommene Aufgabe zu erfüllen. Sie tritt daher heute vor den Deutsche Reichstag mit dem heißen Wunsch, in ihm eine Stütze zu finden für die Durchführung ihrer Mission. Mögen Sie, meine Männer und Frauen, als gewählte Vertreter des Volkes den Sinn der Zeit erkennen, um mitzuhelfen am großen Werk der nationalen Wiedererhebung.

In unserer Mitte befindet sich heute ein greises Haupt. Wir erheben uns vor Ihnen, Herr Generalfeldmarschall. Dreimal kämpften Sie auf dem Felde der Ehre für das Dasein und die Zukunft unseres Volkes. Als Leutnant in den Armeen des Königs für die deutsche Einheit, in den Heeren des alten deutschen Kaisers für des Reiches glanzvolle Aufrichtung, im größten Kriege aller Zeiten aber als unser Generalfeldmarschall fpr den Betsand des Reiches und für die Freiheit unseres Volkes. Sie erlebten einst des Reiches Werden, sahen vor sich noch des Großen Kanzlers Werk, den wunderbaren Auffstieg unseres Volkes, und haben uns endlich geführt in der großen Zeit, die das Schicksal uns selbst miterleben und mit durchkämpfen ließ. Heute, Herr Generalfeldmarschall, läßt Sie die Vorsehung Schirmherr sein über die neue Erhebung unseres Volkes. Dies Ihr wundersames Leben ist für uns alle ein Symbol der unzerstörbaren Lebenskraft der deutschen Nation. So dankt Ihnen des deutschen Volkes Jugend und wir alle mit, die wir Ihre Zustimmung zum Werk der deutschen Erhebung als Segnung empfinden. Möge sich diese Kraft auch mitteilen der nunmehr eröffneten neuen Vertretung unseres Volkes.

Mögen uns dann aber die Vorsehung verleihen jenen Mut und jene Beharrlichkeit, die wir in diesem für jeden Deutschen geheiligten Raum um uns spüren als für unseres Volkes Freiheit und Größe ringende Menschen zu Füßen der Bahre seines größten Königs!

Text im russischen:

Адольф Гитлер, речь на открытии рейхстага нового созыва [„день Потсдама“], 21 марта 1933 г.

Господин Президент!

Депутаты – мужчины и женщины Германского рейхстага!

На протяжении многих лет наш народ несет на себе бремя тяжелых испытаний. После периода гордого величия, процветания и благосостояния во всех областях жизни мы вновь, как часто бывало в прошлом, переживаем полосу нужды и нищеты.

Несмотря на усердие и трудолюбие, несмотря на энергию, богатые знания и благие намерения, миллионы немцев сегодня не имеют куска хлеба насущного. Экономика пришла в упадок, c финансами нелады, у миллионов людей нет работы!

Мир видит только внешнее великолепие наших городов, горе же и нищета скрыты от его глаз.

В течение двух тысяч лет жизнь нашего народа проходила под знаком этой изменчивой судьбы. И каждый раз за взлетом следовало падение.

Его причины всегда были одни и те же. Немец, в разладе с самим собой, без общей идеи, расколотый в своей воле и потому немощный в деле, становился безвольным в утверждении своей собственной жизни. Он мечтал о справедливости на небесах и терял почву под ногами.

Но чем больше утрачивали свое единство народ и рейх, и тем самым рушилась надежда и опора национальной жизни, тем больше людей во все времена пытались возвести нужду в добродетель. Теория, согласно которой каждое из наших племен имеет свои индивидуальные ценности, препятствовала осознанию необходимости единой воли. В итоге у немецкого человека оставался только один выход – уйти в самого себя. Будучи народом певцов, поэтов и мыслителей, этот народ мог еще только мечтать о том мире, в котором другие народы уже жили. Единственно, если нужда и нищета обрушивали на него свой нечеловеческий удар, росла в его искусстве тоска по новому величию, по новому рейху и новой жизни.

Когда при Бисмарке за периодом культурных порывов и чаяний немецкой нации, последовало ее государственно-политическое объединение, время продолжительных распрей и войн между германскими племенами, казалось, окончательно ушло в прошлое.

Храня верность призыву кайзера, наш народ принял участие в укреплении дела мира, культуры и человеческих ценностей. Ощущение собственной силы у него всегда было связано с глубоко осознанной ответственностью за совместное существование европейских народов.

На эту эпоху государственного и политического единства германских племен приходится начало того разложения мировоззрения немецкого народа, от которого мы страдаем по сей день.

Как часто случалось прежде, именно этим внутренним разложением нации в очередной раз воспользовался окружающий нас мир. Ноябрьская революция 1918 г. положила конец той борьбе, которую немецкая нация вела, будучи движимой самой святой уверенностью в том, что она борется только за свою свободу и за право на жизнь. Ибо ни кайзер, ни правительство, ни народ не хотели этой войны. Только разложение нации, только всеобщая катастрофа вынудили слабый род, cупротив его воли и его самых святых убеждений, признать нашу ответственность за войну. Но за этой катастрофой последовал упадок во всех сферах жизни. Что касается состояния государственной власти, морали, культуры и экономики, то наш народ опускался все ниже и ниже. Самым ужасным было сознательное разрушение веры в собственные силы и обесценивание наших традиций, что было чревато растущими сомнениями в самих себе! С тех пор наш народ сотрясали бесконечные кризисы.

Однако и остальной мир не стал более счастлив и богат от того, что из рядов политического и экономического сообщества государств выбыл один из его важных членов.

Вздорная теория о вечных победителях и побежденных породила безумие репараций и, как следствие, катастрофу нашей экономики. В то время как немецкий народ и германский рейх вследствии этих явлений погрязли во внутреннеполитических раздорах и распрях, а экономика cкатывалась в нищету, началось новое собирание немецких людей, которые глубоко верили в немецкий народ и возгорелись желанием построить для него новую общность.

На эту молодую Германию Вы, господин генерал-фельдмаршал, 30 января 1933 г. своим великодушным решением возложили руководство рейхом.

Будучи убежденными в том, что народ тоже должен дать свое согласие на установление нового порядка немецкой жизни, мы, представители Национального правительства, в последний раз обращаемся с призывом к германской нации.

5 марта наш народ принял решение и поддержал нас, отдав нам большинство своих голосов. Переживая единственный в своем роде подъем, он за несколько недель восстановил честь своей нации, и благодаря Вашему пониманию, г-н Президент, символы былого величия соединились с молодой силой.

В этот торжественный час, впервые выступая перед новым рейхстагом, Национальное правительство заявляет о своей готовности начать великие реформы, направленные на преобразование немецкого народа и рейха, и самым решительным образом довести их до конца.

Будучи уверенным в том, что действует сообразно воле нации, Национальное правительство ожидает от партий, представленных в национальном собрании, что после 15-летних бедствий немецкого народа они смогут преодолеть узость доктринерского, партийного мышления и подчиниться жестокой необходимости, продиктованной нуждой и теми последствиями, которыми она грозит.

Ибо та работа, которая совершается нами по велению судьбы, по своему объему и существу есть нечто гораздо большее, чем временная помощь в решении незначительных политических задач дня.

Мы хотим восстановить единство духа и воли германской нации!

Мы хотим сохранить вечные основы нашей жизни – нашу народность, и ту мощь, и те ценности, которые ей даны.

Мы хотим вновь подчинить организацию и руководство нашего государства тем принципам, которые во все времена служили основой величия народов и империй.

Мы хотим, послушно cклонив перед ними голову в глубоком уважении, хранить великие традиции нашего народа, его историю и культуру, которые являются неиссякаемым источником истинной внутренней силы и потенциального возрождения в мрачные времена.

Мы хотим, чтобы вера в естественные и правильные, а потому здоровые принципы жизни, и стабильность внутриполитического и внешнеполитического развития неразрывно сопутствовали друг другу.

Мы хотим заменить правительство, неспособное на решительные действия, правительством с твердой позицией и таким образом восстановить непоколебимый авторитет нашего народа.

Мы хотим принять на вооружение в индивидуальной и общественной жизни, а также в экономике весь опыт, который в течение тысячелетий доказал свою полезность для блага людей.

Мы хотим восстановить примат такой политики, которая призвана организовывать борьбу нашего народа за существование и руководить ею.

Но кроме того, мы хотим объединить все поистине живые силы нашего народа, являющиеся основой основ его будущего, мы хотим честно приложить все усилия для того, чтобы объединить всех людей доброй воли и обезвредить тех, кто пытается нанести народу вред.

Мы хотим построить подлинную общность, объединяющую в себе германские племена, сословия, профессии и все существующие на сегодняшний день классы. Она должна cуметь обеспечить тот баланс интересов, которого требует будущее всего народа, действуя при этом по справедливости.

Крестьяне, рабочие и бюргеры должны вновь стать единым немецким народом, который вечно и преданно будет хранить нашу веру и нашу культуру, нашу честь и нашу свободу.

Что касается других стран, то мы, памятуя о жертвах войны, хотим быть искренними друзьями мира; мирная жизнь должна залечить, наконец, те раны, которые причиняют нам страдания.

Правительство национального подъема преисполнено решимости выполнить задачу, возложенную на него немецким народом. Поэтому сегодня оно заявляет германскому рейхстагу о своем горячем желании найти в нем опору для выполнения своей миссии. Вы, мои дамы и господа, как избранники и представители народа должны постичь суть требований сегодняшнего дня и помочь в великой работе по новому национальному подъему.

Сегодня среди нас находится человек, голову которого убелила седина. Мы преклоняемся перед Вами, г-н генерал-фельдмаршал. Трижды вы сражались на поле брани за жизнь и будущее нашего народа: будучи лейтенантом в армиях короля – за германское единство, в армии старого германского кайзера – за блестящий подъем рейха, а в самой большой войне всех времен в качестве нашего генерал-фельдмаршала – за сохранение рейха и за свободу нашего народа.

Вы пережили период становления нашего рейха, вы видели воочию наследие великого канцлера и чудесный подъем нашего народа и, наконец, вы руководили нами в то великое время, в которое нам выпала участь жить и бороться.

Сегодня, г-н генерал-фельдмаршал, провидение велит Вам быть покровителем нового подъема нашего народа. Ваша чудесная жизнь является для всех нас символом нерушимой жизненной силы германской нации. Немецкая молодежь и все мы выражаем Вам нашу благодарность, потому что мы воспринимаем Ваше одобрение дела подъема немецкой нации как благословление. Пусть эта сила передастся также и органу нашего народного представительства, вновь начавшему сегодня свою работу.

Пусть здесь, у гроба величайшего короля немецкого народа, провидение даст нам то мужество и то упорство, которые мы ощущаем в этом священном для каждого немца месте, нам – людям, борющимся за свободу и величие нашего народа.

(Перевод с нем.: Л. Бённеманн.

Редакция перевода: Л. Антипова)

Источник: http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0005_tag&object=translation&l=ru

Anschluss, nicht Annexion

Erstveröffentlichung dieses Artikels: 15/03/2018 – Quelle: NJ-Autoren

Anschluss, nicht Annexion
„Hitler vereinte die Fähigkeiten von Bismarck und der Jungfrau von Orleans. Er brachte ein 80-Millionen-Volk zusammen ohne Blutvergießen“

Anschlussverkündung 15. März 1938

Vor 80 Jahren, am Dienstag den 15. März 1938 verkündete Reichskanzler Adolf Hitler auf dem Heldenplatz in Wien die wiedererlangte Einheit der deutschen Stämme mit folgenden Worten:
„Als Führer und Kanzler der Deutschen Nation und des Reiches melde ich vor der Geschichte nunmehr den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich!“
Auf der Befreiungskundgebung auf dem Heldenplatz schwenkten Hunderttausende Hakenkreuz-Fahnen und jubelten überglücklich:
„Sieg Heil“ und
„Ein Volk, ein Reich, ein Führer„.

Von Anton V. P. Geis

Während die Welt über die politische Entwicklung im bayerisch-österreichischen Alpenraum den Atem anhielt, konnte die zehnjährige Hanni Wenzl (Familienname geändert) in Salzburg an nichts anderes denken als an ihren vergötterten Vater und ihren geliebten Onkel Hans. Die beiden Männer wurden ein Jahr zuvor verhaftet, weil sie der verbotenen NSDAP angehörten. Auch am Morgen des 10. März 1938 weinte Hanni wieder leise, als sie sich unbeobachtet fühlte. Sie durfte bis dahin weder Vater noch Onkel im Gefängnis besuchen – die Behörden verweigerten jegliche Besuchserlaubnis. Sie sehnte sich so sehr nach den schönen Geschichten, die sich der Onkel für sie immer wieder einfallen ließ, denen sie auf seinem Schoß so andachtsvoll lauschte. Und die liebevolle Stimme ihres Vaters Richard, die sie morgens mit den Worten weckte „Hanni, aufwachen, es ist schon hell“, fehlte ihr schmerzlich.

Es war ihr aufgefallen, dass sich die Menschen in ihrer Straße seit zwei Tagen sehr aufgeregt unterhielten. Die Frauen, viele von ihnen weinten um Mann oder Bruder, die in Schuschniggs Kerkern schmachteten, sprachen leise vom „Führer“. Hanni hörte, wie man sich zuflüsterte, Adolf Hitler sei auf der anderen Seite der Saalach angekommen, in Freilassing, um „Deutschösterreich zu helfen“. Hannis Mutter Eva versprach dem traurigen Mädchen mit den lustigen Zöpfen an diesem Morgen: „Wenn der Führer kommt, werden der Papa und der Onkel Hans bald wieder hier sein.“

Hanni fand kaum Schlaf in der folgenden Nacht. Sie dachte unentwegt daran und hoffte in kindlicher Unschuld, dass der „Führer“, den sie sich gar nicht recht vorstellen konnte, sie von ihrem Trennungsleid erlösen würde. Sie wälzte sich hin- und her, grübelte und grübelte. Dann schlug sie die Decke zur Seite, stieg aus ihrem Bett, ging zum Fenster, schaute in den endlosen Sternenhimmel und fasste einen kühnen Plan.

Am nächsten Morgen, es war Freitag der 11. März 1938, nachdem Hanni ein Stück Brot mit ein wenig Marillen-Marmelade gegessen hatte, sagte sie zu ihrer Mutter: „I geh heit zur Oma nach Freilassing.“ Das hatte sie schon öfters gemacht, sie kannte den Weg über die Brücke zur Großmutter wie die Stiegen zu ihrem Zimmer im Haus. Das Mädchen besaß eine Sonderbewilligung, die Grenze zu passieren, da ihre Oma in Freilassing wohnte, denn die Grenzübergänge zum Deutschen Reich waren seinerzeit von Schuschnigg geschlossen worden. Hanni wollte wissen, ob der „Führer“ wirklich drüben in Freilassing war. Und wenn er da wäre, würde sie zu ihm gehen und ihn bitten, zu kommen, damit ihr Vater und ihr Onkel wieder bei ihr sein könnten. Und so schickte sich das Mädchen an, das Familienschicksal in ihre kleinen Hände zu nehmen. Sie rannte wie von Hunden gehetzt und kam nach kurzer Zeit atemlos auf der anderen Seite der Saalach in Freilassing an.

Hitler Ich komm ja bald

„… ich komm‘ ja bald“

Ja, es schien war zu sein, was die Frauen in Salzburg geflüstert hatten. Hanni sah Militärmotorräder (Kräder), große Fahrzeuge aller Art und glänzende Karossen. Ein reges Treiben spielte sich vor ihren Kinderaugen ab. Das Mädchen mit den schönen Zöpfen ging schnurstracks auf einen hochgewachsenen Mann in beeindruckender Uniform zu: „I möcht bitte zum Führer,“ sagte sie schüchtern. Der Angesprochene bückte sich zu ihr nieder, nahm ihre kleine Hand und fragte: „Was willst du denn vom Führer?“ Hanni: „Er muss den Papa und den Onkel aus dem Gefängnis holen, die Mama hat g’sagt, dass er uns hilft.“

Noch während der Offizier nach einer freundlichen Erklärung suchte, dass dies jetzt nicht der richtige Zeitpunkt sei, mit dem Führer zu reden, tat sich eine Gruppe von Männern in Uniformen auf und eine Stimme fragte sanft: „Wie heißt du denn?“ „Ich bin die Hanni, der Papa und der Onkel sind im Gefängnis, sind Sie der Führer?“ „Ja“, sagte Hitler lächelnd. Plötzlich drängten sich auch noch weitere Kinder, die auf der Straße dem aufregenden Treiben zugeschaut hatten, bis zum Führer durch.

Adolf Hitlers Gesichtsausdruck verriet die Regung, die von der reinen Seele eines um seine Liebsten bangenden Kindes ausgelöst wird. Liebevoll zu Hanni schauend, beugte er sich zu ihr herunter, nahm sie zuerst in den Arm und sagte mit warmer, entschlossener Stimme: „Ich komm‘ ja bald. Jetzt geh‘ schön heim zu deiner Mutter.“ Dann nahm er noch weitere Kinder in den Arm.

Am darauffolgenden Tag, es war der 12. März 1938, überschritt Adolf Hitler mit der unbewaffneten Wehrmacht die Grenze in seiner Geburtsstadt Braunau und fuhr im offenen Wagen unter dem Jubel von Abertausenden blumenstreuenden Menschen weiter nach Linz.

Am Sonntag den 13. März unterzeichnete der Reichskanzler in Linz das „Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich„.

Von Linz aus – „in Linz beginnt’s“ – fuhr Hitler am Montag den 14. März 1938 im offenen Wagen donauabwärts, vorbei an geschmückten Häusern von Linz bis Wien. Die Straße wurde von einer ununterbrochenen blumenstreuenden und jubelnden Menschenmasse bis in die Hauptstadt gesäumt. Ein Anblick, der die Welt in Rührung versetzte.

Am Nachmittag zog Adolf Hitler, aufrecht im Wagen stehend, unter Glockengeläut in das von Hakenkreuzfahnen übersäte Wien ein. Wie immer fuhren vor seinem Wagen keine anderen Fahrzeuge, die folgenden Wagenkolonnen waren teilweise von der Leibstandarte des Führers und teilweise von hohen Funktionären des deutschen Heeres besetzt. Kurz darauf hielt der Führer und Reichskanzler vom Balkon des Hotels Imperial eine kurze Ansprache zu den jubelnden Massen.

Am darauf folgenden Tag, am 15. März 1938, erstattete der „Führer und Kanzler der deutschen Nation und des Reiches“ auf dem Heldenplatz „Meldung vor der Geschichte“. Hunderttausende riefen herzentladend „Sieg Heil“ und „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“. Adolf Hitler rief ihnen zu: „Ich melde vor der Geschichte und der deutschen Nation die Eingliederung meiner Heimat in das Deutsche Reich“.

Der sein Leben lang verfolgte und insgesamt 10 Jahre in Kerkerhaft gehaltene Freiheitsdichter Gerd Honsik widmete diesem Himmelsereignis seine weltberühmt gewordene Ballade „Der Blumenkrieg“.

Nur einen Tag nach des Führers „Meldung vor der Geschichte“ auf dem Heldenplatz in Wien trafen der Vater von Hanni, Reinhard Wenzl und ihr Onkel Hans Gruber zuhause in Salzburg ein.

Adolf Hitler vereinigte 1938 die deutschen Stämme und erfüllte damit eine generationenalte Sehnsucht nach Einheit. Er stillte das elementare Bedürfnis des unter Bruch des Selbstbestimmungsrechts der Völker gewaltsam geteilten Deutschen Volkes. Die deutsche Ostmark gehörte wieder zum Reich der Deutschen.

Die Siegermächte machten sich nicht nur unsagbarer Kriegsverbrechen schuldig, sondern verweigerten Deutschland, Deutschösterreich und den anderen Deutschländern wie z.B. Sudetenland, Böhmen und Mähren usw. das Selbstbestimmungsrecht der Wiedervereinigung. Genau dieses Selbstbestimmungsrecht der Völker hatten sie mit dem 14-Punkteplan von US-Präsident Woodrow Wilson am 8. Januar 1918 selbst proklamiert, um vom Deutschen Reich die Einstellung der Kampfhandlungen zu erschleichen. Doch anstatt der versprochenen Selbstbestimmung der Völker, wurde das Deutsche Reich und die Deutschländer mit den Diktaten von Versailles (28. Juni 1919) und St.-Germain-en-Laye (10. September 1919) unterjocht, beraubt und durch planmäßig herbeigeführte Hungersnöte dezimiert (Völkermord).

Eines muss hier attestiert werden. Die damaligen Sozialdemokraten, besonders die in Deutschösterreich, sind in keiner Weise mit den volksvergessenen Typen von heute vergleichbar. In den Augen der österreichischen Sozialdemokratie war der Anschluss nicht nur der einzig mögliche Weg, aus dem immer größer werdenden Elend zu entfliehen, sondern auch das Endziel volksbezogener Politik. Am 24. April 1921 fand beispielsweise in Tirol eine Abstimmung statt, bei der 98,75 Prozent der an die Urnen gegangenen Wähler für den „Zusammenschluss“ mit dem Deutschen Reich votiert hatten.

Auch die österreichische Gesetzgebung war klar auf das Ziel der Vereinigung mit dem Deutschen Reich ausgerichtet. Im 1918 erlassenen „Gesetz über die Staats- und Regierungsform“ (Artikel 2) sowie im „Verfassungsgesetz“ von 1919 (Paragraph 1) wurde festgeschrieben: „Deutschösterreich ist ein Bestandteil der Deutschen Reichsrepublik. Besondere Gesetze regeln die Teilnahme Deutschösterreichs an der Gesetzgebung und Verwaltung der Deutschen Republik.“

Der Volksbeauftragte und spätere Reichspräsident Friedrich Ebert unterstützte bei der Eröffnung der Nationalversammlung am 6. Februar 1919 als Sprecher der SPD unter begeisterter Zustimmung das Verlangen der Deutschösterreicher nach Vereinigung: „Unsere Stammes- und Schicksalsgenossen dürfen versichert sein, dass wir sie im neuen Reich der deutschen Nation mit offenen Armen und Herzen willkommen heißen. Sie gehören zu uns, und wir gehören zu ihnen. Dann soll kein Grenzpfahl mehr zwischen uns stehen, dann wollen wir sein ein einig Volk von Brüdern.“

Indem Adolf Hitler am 13. März 1938 das Völkerrecht wieder in Kraft setzte und dem Willen der Reichsdeutschen wie der Ostmärker Rechnung trug, machte er das Jahr 1938 zum größten Jahr der Deutschen. Ein ganzes Volk versank in glückseligen Taumel, die Herzen liefen über vor Freude. Ein ehemaliger Kämpfer sagte mir einmal: „Nach der Vereinigung mit Deutschösterreich zu sterben, musste für jeden deutschfühlenden Menschen eine zufriedene Abschiedsstimmung gewesen sein.“

Ja-Werbung für den Anschluss

JA-Werbung zur Volksabstimmung für den 10. April 1938

Am 10. April 1938 stimmten die Deutschösterreicher dann noch einmal offiziell über den Zusammenschluss der deutschen Länder ab. Auf die Frage: „Bist Du mit der am 13. März 1938 vollzogenen Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich einverstanden und stimmst Du für die Liste unseres Führers Adolf Hitler?“ gab es in Österreich 4.453.772 (= 99,73) Prozent Ja-Stimmen, 11.929 Nein-Stimmen und 5.776 ungültige Stimmzettel. Der als Deutschösterreicher gewiss unverdächtige Rolf Steininger, Leiter des „Instituts für Zeitgeschichte“ der Universität Innsbruck, schrieb zum Abstimmungsergebnis am 7. März 2008 in der „Wiener Zeitung“: „Dabei ist davon auszugehen, dass es Wahlfälschungen nicht gab – sie waren unter den gegebenen Umständen auch nicht nötig.“

Wie der ehemalige sozialdemokratische Reichspräsident Friedrich Ebert, so dachte auch Karl Renner. Renner war von 1918 bis 1920 Staatskanzler Deutschösterreichs und von 1945 bis 1950 österreichischer Bundespräsident: „Ich müsste meine ganze Vergangenheit als Vorkämpfer des Selbstbestimmungsrechts der Nationen wie als deutschösterreichischer Staatsmann verleugnen, wenn ich die große geschichtliche Tat des Wiederzusammenschlusses der deutschen Nation nicht freudig begrüßte“, erklärte er vor der („Vereinigungs“-)Volksabstimmung am 10. April 1938 und fügte hinzu: „Als Sozialdemokrat und erster Kanzler der Republik Deutschösterreich werde ich mit ‚Ja‘ stimmen.“ [1]

Und in der Erklärung des österreichischen Episkopats hieß es: „Am Tag der Volksabstimmung ist es für uns Bischöfe selbstverständlich nationale Pflicht, uns als Deutsche zum Deutschen Reich zu bekennen.“ [2]

Weder im Volk, noch innerhalb der Eliten gab es spürbare Opposition gegen die völkerrechtlich legitimierte Vereinigung der deutschen Stämme. Percy E. Schramm, der international angesehene Göttinger Mediävist und bestimmt kein Anhänger des Nationalsozialismus, schrieb: „80 Millionen Deutsche – ohne Blutvergießen. Das konnte weder Bismarck noch die Jungfrau von Orleans, sondern nur jemand, der beide Fähigkeiten vereinte. Nun ist 1938 also doch das große Jahr unseres Lebens, über das kein weiteres uns hinausheben kann.“ [3]

Vergessen wir nicht, das Deutsche Reich stellte die Kampfhandlungen nur aufgrund der Versprechungen des 28. US-Präsidenten Woodrow Wilson (1913-1921) ein, wonach das Internationale Völkerrecht die Friedensregelung bestimmen sollte. Es sollten weder Reparationen noch Gebietsabtrennungen verlangt werden. Präsident Woodrow Wilsons 14-Punkte-Programm sollte für alle am Friedensschluss beteiligten Nationen vor allem „freien Handel, offene Verträge, Demokratie und Selbstbestimmung“ garantieren. Am 8. Januar 1918 sagte Wilson vor dem US-Kongress: „Wir sind der Großartigkeit der Deutschen nicht neidisch und nichts in unserem 14-Punkteprogramm soll das beeinträchtigen. Wir vergönnen Deutschland weder seine Errungenschaften noch seine Bedeutung des erlernten friedlichen Zusammenlebens, noch seine Vorhaben dazu, die Deutschland auszeichnen und beneidenswert machten. Wir wollen Deutschland in keiner Weise beschädigen oder seinen legitimen Einfluss und seine Macht blockieren. Wir wollen Deutschland weder mit Waffen, noch mit feindseligen Handelsverträgen bekämpfen, wenn Deutschland sich unseren und den Vorschlägen der friedliebenden Nationen der Welt anschließt, nämlich in einem Bund von Gerechtigkeit und Gesetz und fairem Handel.“

Nur neun Monate später, als Wilson über diplomatische Kanäle sein Angebot vom 8. Januar wiederholte, leitete die Reichsregierung am 29. September 1918 auf Grundlage des 14-Punkteplans die Verhandlungen über einen Waffenstillstand ein. Aber zwischenzeitlich wurde vom Internationalen Judentum die Oktoberrevolution der Kommunisten in Deutschland angezettelt, die Deutschland durch den Zusammenbruch der Fronten an die Kriegsgegner auslieferte. Dolchstoß!

Entgegen Wilsons Versprechungen („Die Völker von Österreich und Ungarn, deren Platz unter den Nationen wir abgesichert sehen wollen, sollten als freieste autonome Entwicklung begünstigt werden“. Punkt 10) wurde die Österreich-Ungarische Monarchie durch die Verträge von Trianon und St. Germain zerschlagen. Ebenso wie durch Versailles wurde ein funktionierender Wirtschaftsraum durch willkürliche Grenzen zerstört. Überall tauchten bei der Auflösung der Monarchie Nationalkomitees auf, die oft nur Minderheiten vertraten und ihre Abtretungsansprüche durchsetzten. Dies betraf sowohl das selbstständig werdende Ungarn wie Österreich. Österreich verlor seinen Zugang zur Adria. Österreich verlor Istrien, Triest und Görz, Dalmatien, Tirol, Böhmen und Mähren, Schlesien, Galizien und das Buchenland. Bei der Grenzregulierung zwischen den Völkern der ehemaligen Doppelmonarchie sowie der Grenzen zwischen den neuen Staaten und Deutschland wurde das Selbstbestimmungsrecht der Völker schlimmer mit Füßen getreten als sonst irgendwo. Es war so, dass die Siegernationen, insbesondere Frankreich, es geradezu boshaft darauf angelegt hatten, auf wenig staatsmännische Weise, einen Unruheherd für die Zukunft im eigenen machtpolitischen Interesse zu schaffen. So konnten zwangsläufig die verhängnisvollen Folgen für ein künftiges Europa nicht ausbleiben.

Wilsons jüdischer Berater Walter Lippmann, der maßgeblich an der Erstellung der 14-Punkte beteiligt war, war es auch, der dem Präsidenten die totale Zerschlagung der deutschen Lande und die vollkommene Entrechtung der deutschen Völker empfahl. Mit dieser Impfung schickte Lippmann den Präsidenten am 11. Februar 1918 erneut vor den Kongress, wo er seinen 14-Punkte-Plan deutlich relativierte. Wilson sagte: „Alle gut definierten nationalen Bestrebungen sollen die bestmöglichen Begünstigungen erhalten, die wir gewähren können, wobei wir neue Elemente, oder alte Elemente in neuem Gewand, die für Unfrieden und Gegensätze sorgen, die den Frieden in Europa und in der Welt ernsthaft gefährden können, nicht entstehen lassen werden.“ David Fromkin, wie Lippmann Jude, kommentierte diese Aussage 80 Jahre später so: „Damit reduzierte Präsident Wilson das Recht auf nationale Selbstbestimmung auf seltene Falle wie die ’samtene Scheidung‘ der Tschechoslowakei 1992, woraus am 1. Januar 1993 die neuen Staaten Tschechien und Slowakei hervorgegangen sind.“ [4]

Walter Lippmann, der Globaljude, hatte schon frühzeitig den Neoliberalismus, also den Globalismus im Sinn, der seinen Juden die Weltdominanz liefern sollte. Deshalb konnte er nicht zulassen, dass Präsident Woodrow Wilson das Selbstbestimmungsrecht der Völker durchsetzen würde, denn das würde den Ausbeutungs- und Vernichtungsglobalismus nicht zulassen. Erstaunlich dazu das folgende System-Eingeständnis: „Weitgehend vergessen wird dabei, dass der ökonomische Aufstieg der Bundesrepublik das Ergebnis eines neoliberalen Experiments war. Angefangen hat alles am 26. August 1938. An diesem Tag traf sich in Paris eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern und Publizisten zu einem Kolloquium über die Zukunft des Liberalismus. Eingeladen dazu hatte Walter Lippmann, ein amerikanischer Journalist, Gründer des Magazins New Republic und während des Ersten Weltkrieges Berater von Präsident Woodrow Wilson. Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass der alte Liberalismus versagt hatte, weil er Faschismus, Kommunismus und Nationalsozialismus nicht verhindern konnte.“ [5]

Welch ein „Menschenfreund“ Walter Lippmann war, zeigte sich nicht nur am Betrug des 14-Punkte-Programms in dessen Folge Millionen in Deutschland verhungerten und später der Kontinent in einen neuen Weltkrieg getrieben wurde, sondern auch an seiner offenen Verachtung der nichtjüdischen Menschen: „Lippmann stimmte der Ansicht zu, dass die Bevölkerung ein großes Biest sei, das von einer intellektuellen Elite kontrolliert werden müsse.“ [6]

Die berühmteste amerikanische Netz-Uni für Geschichte, „American-Historama.org“ kommentiert am 09.01.2018 den Friedensbetrug von Versailles so: „Deutschland war zur Friedenskonferenz 1919 nicht eingeladen und es war Deutschland nicht gestattet, Vorschläge einzubringen. Die Deutschen und Amerika nahmen an, dass der 14-Punkte-Plan von Präsident Wilson die Grundlage einer Friedensregelung sein würde. Aber sehr bald wurde klar, dass Britannien, Frankreich und Italien an Deutschland Rache nehmen und bestrafen wollten. Der Inhalt des 14-Punkte-Plans wurde verbogen und verdreht, um die Bestrafung Deutschlands zu sichern. Die militärischen und territorialen Veränderungen, die in Versailles beschlossen wurden, standen in vollkommenem Gegensatz zu den Zielen des 14-Punkte-Plans von Wilson. Die Bedingungen des Versailler Vertrages beinhalteten die Kriegsschuld (Art. 231). Deutschland musste die alleinige Verantwortung auf sich nehmen, was den Siegern das Recht gab, deutsches Land zu konfiszieren, die Wehrmacht massiv zu verkleinern und massive Reparationszahlungen einzufordern. Welche der 14 Punkte von Wilson fanden Eingang in den Versailler Vertrag? Der Vertrag, der am 28. Juni 1919 unterschrieben wurde enthielt praktisch keine der 14 Punkte mehr.“

Am 21. Oktober 1918 stellten die 200 Abgeordneten des Reichsrates als Folge von St. Germain die Auflösung des alten österreichischen Staates fest und konstituierten eine provisorische Nationalversammlung. Am 30. Oktober 1918 wurde die deutsch-österreichische Republik ausgerufen, am 12. November 1918 von der Nationalversammlung einstimmig der Anschluss an das Deutsche Reich beschlossen. Die Wiedervereinigung mit Deutschland wurde jedoch von den Alliierten ebenso verboten, wie auch der Name Deutsch-Österreich. Die Wiedervereinigung mit dem Restreich wurde den Deutsch-Österreichern untersagt, nachdem alle Abgeordneten des Nationalrates sich für den Anschluss erklärt hatten. Ähnlich, wie in der Präambel der Verfassung der Bundesrepublik die Wiedervereinigung Deutschlands gefordert wird, hatte auch die Weimarer Verfassung am 11. August 1919 in Artikel 61 die Zulassung österreichischer Vertreter zum Bundesrat verankert, insofern Österreich an das Reich angeschlossen würde. „Deutschösterreich erhält nach seinem Anschluss an das Deutsche Reich das Recht der Teilnahme am Reichsrat mit der seiner Bevölkerung entsprechenden Stimmenzahl. Bis dahin haben die Vertreter Deutschösterreichs beratende Stimme. Die Stimmenzahl wird durch den Reichsrat nach jeder allgemeinen Volkszählung neu festgesetzt.“ Auch hier machten am 22. Oktober 1919 die Alliierten den Deutschen deutlich, dass solche Bestimmungen im Widerspruch zu Artikel 88 stünde. [7] Die Deutschen antworteten, dass nicht die Rede davon sein könne, diesen Anschluss ohne Zustimmung des Völkerbundes durchzuführen; diese Zustimmung aber dürfe angesichts des Selbstbestimmungsrechts der Völker – eines der Grundprinzipien des Völkerbundes – nicht ausbleiben.

Die Weimarer Verfassung wurde nicht abgeändert. Die Sieger mussten diese Erklärung schlucken. Auch der sozialdemokratische Bundeskanzler Dr. Karl Renner erklärte am 6. September 1919 in der Wiener Nationalversammlung: „Deutsch-Österreich wird niemals darauf verzichten, die Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich als das Ziel seiner friedlichen Politik zu betrachten.“

In den Jahren 1920/21 wurden in der Steiermark, Kärnten, Tirol und Salzburg Wahlen angesetzt, die zu 99 % für den Anschluss an Deutschland ausfielen. Frankreich war schockiert und verbot weitere Wahlen.

Otto Bauer war Jude, führender Theoretiker der österreichischen Sozialdemokratie und Begründer des Austromarxismus. Von 1918 bis 1934 war er stellvertretender Parteivorsitzender der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) und 1918 bis 1919 Außenminister der Republik Deutschösterreich. 1919 sagte er in einer Rede vor der Nationalversammlung in Wien zum Versailler Vertrag bzw. zum Trianon-Vertrag: „Nicht weniger als zwei Fünftel unseres Volkes sollen ungefragt, sollen gegen ihren unzweifelhaften Willen der Fremdherrschaft unterworfen, ihres Selbstbestimmungsrechts beraubt werden.“ [8]

Deutlicher kann man die zwangsläufigen Folgen einer solchen unorganischen, verbrecherischen Zerstückelungspolitik mit seinen sichtbaren Gefahren für die Zukunft kaum aufzeigen.

Anschlussfreude in Salzburg

Jubel in Salzburg am 12. März 1938 bis nach Wien an beiden Seiten der Straße. Der Führer stillt die Sehnsucht nach Einheit.

Selbst die Umerziehungszentrale der Sieger in Österreich, der Österreichische Rundfunk (ORF) gibt in einem umfangreichen Internet-Beitrag vom 12. März 2018 zu: „Der ‚Anschluss‘ kommt 1938 ideologisch keineswegs aus dem Nichts, die Debatte über ein gemeinsames Staatsgebiet reicht tief in das 19. Jahrhundert zurück. In der Wiener Politik ist man nach dem Ersten Weltkrieg weitgehend einig: Österreich soll dem Deutschen Reich angegliedert werden. Am 12. November 1918 rufen Christdemokraten, Sozialdemokraten und Deutschnationale die Republik Deutschösterreich aus – mit dem erklärten Ziel einer späteren Vereinigung mit Deutschland. Nachträglich ‚legitimiert‘ wird die Annexion durch eine Volksabstimmung am 10. April 1938, von der Juden ausgeschlossen sind. Am Abend des Votums verkündet Gauleiter Josef Bürckel aus dem Konzerthaus in Wien das Ergebnis: 99,73 Prozent haben mit Ja gestimmt.“ 99,73 Prozent des Volkswillens nennt die Umerziehungs- und Lügenzentrale ORF heute immer noch „Annexion“.

Dass diese Gewaltverbrechen am besiegten Deutschland, das mit betrügerischen Versprechen zur Aufgabe des Kampfes 1918 gebracht und so hinterrücks der Dolchstoß versetzt wurde, an diesem Krieg unschuldig war, ist heute hinlänglich bekannt. Nur die BRD-Politikerkaste, angeführt von Merkel, verficht weiterhin die Kriegsschuldlüge gegen Deutschland. Merkel sprach am 27. Februar 2014 im Britischen Parlament in der ihr eigenen, abstoßenden Aussprache des Englischen über die „Verbrechen“ der Deutschen im 20. Jahrhundert. Wörtlich sagte sie: „Ich verneige mich vor den Opfern der beiden Weltkriege, die von Deutschland ausgingen.“ [9]

Das sagt die Frau, die noch am 19. Dezember 2013 auf dem EU-Gipfel in Brüssel davor warnte, dass Europa sich in einer Lage wie vor dem Kriegsausbruch 1914 befände: „Merkel zitierte ein Buch, das sie vor kurzem gelesen hat: ‚Die Schlafwandler – wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog‘, von Christopher Clark … Die Parallelen, auf die Merkel laut diesem Zeitungsbericht anspielte, waren offensichtlich.“ [10] Merkel dürfte damit kaum gemeint haben, dass die BRD einen Krieg in Europa beginnen wolle. Und wenn das nicht ihre Absicht war, konnte sie zumindest dem Deutschen Reich nicht mehr Schuld am 1. Weltkrieg geben wie den anderen Kriegsmächten auch. „Der in Cambridge lehrenden australischen Historikers Christopher Clark weist in einer minutiösen Analyse der Wochen und Tage vor dem Beginn des großen Kriegs nach, dass von einer deutschen „Schuld“ an der Katastrophe nicht die Rede sein kann und dass sich die „Verantwortung“ dafür die Staatsmänner aller beteiligten Nationen teilen müssen. … In Christopher Clarks Buch wird die These von der Hauptverantwortlichkeit des Deutschen Reichs klaftertief begraben.“ [11]

Selbstverständlich ist die Wahrheit die, dass Groß Britannien seit dem Rücktritt von Reichskanzler Otto von Bismarck auf den Krieg gegen Deutschland hinarbeitete. Und heute bekennen selbst die Systemmedien: „Nur die Deutschen glauben noch, sie hätten die alleinige Schuld an dem Inferno zwischen 1914 und 1918.“ [12] Doch das hinderte Merkel bei ihrem Auftritt im Britischen Parlament nicht daran, den Deutschen die alleinige Schuld am 1. Weltkrieg aufzuladen, womit sie sogar die heutige junge Generation erneut als genetisch veranlagte Massenmörder stempelte. Und das, obwohl am 3. September 1939 neben Frankreich auch Groß Britannien dem Deutschen Reich den Krieg erklärte, und nicht umgekehrt. Aber diese für Deutschland entlastenden Tatsachen feuerten Merkel nur noch mehr an, die Schuld am 2. Weltkrieg dem deutschen Opfervolk zuzuschieben. Nur ein hohes Gericht im Rahmen richtiger Rechtsstaatlichkeit wird im Zuge der Neuordnung Europas diese Frau für ihre grauenhaften Verbrechen am deutschen Volk zur Rechenschaft ziehen müssen.

Vor knapp 100 Jahren, als die Delegation Deutschlands in Versailles auch den Paragraphen der deutschen „Alleinschuld“ am Ersten Weltkrieg (Artikel 231 des „Versailler Friedensvertrags“) unterschreiben musste, war das wahrheitswidrig und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ja, es wurde unter Zwange eine Lüge unterschrieben, die von keiner Reichsregierung anerkannt wurde. Erst die deutsche Nachkriegszunft der Politik anerkannte diese Gewalt- und Mordlüge von Versailles an. Ohne Versailles hätte es den zweiten Akt dieser 30-jährigen Weltkatastrophe übrigens auch nicht gegeben.

Wohlgemerkt, nur mit dieser Diktat-Lüge von Versailles wurde das Wiedervereinigungsverbot der Deutschen Österreichs mit dem Restreich begründet. Es ist unumstößliches Völkerrecht, dass ein Volk in einem gemeinsamen Staat zusammenleben darf. Seit 1977 gilt das Selbstbestimmungsrecht der Völker auch nach der Charta der Vereinten Nationen als Grundaxiom, wo es heißt: „Alle Völker haben das Recht auf Selbstbestimmung. Kraft dieses Rechts entscheiden sie frei über ihren politischen Status und gestalten in Freiheit ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung.“ Und dass Deutsche und Österreicher ein Volk sind, wurde 1995 höchstrichterlich vom Oberlandesgericht Linz (9 Bs 317/95) festgeschrieben, wo es heißt: „Volk ist im ethnischen Sinn zu verstehen … die gemeinsame genealogische Wurzel …“ Diese gemeinsame genealogische Wurzel wird den Deutschen, ob in Österreich oder in der BRD, wohl niemand abzusprechen versuchen.

Selbst Präsident Wladimir Putin prangerte das Menschheits- und Weltverbrechen von Versailles offen an. In seiner Rede vor dem Valdai-Forum in Nowgorod am 19. September 2013 sagte Putin: „Erinnern wir uns bitte an den Vertrag von Versailles, der ohne Russlands Beteiligung zustande kam. Viele Experten folgerten, dass Versailles die Geburtsstätte des 2. Weltkriegs war. Und ich stimme dieser Sicht absolut zu, denn der Versailler Vertrag war gegenüber dem deutschen Volk unfair. Er lud den Deutschen Einschränkungen und Lasten auf, unter den sie zusammenbrachen. Der Kurs für das kommende Jahrhundert war damit festgelegt worden.“ [13] Putin stellt also unumwunden klar, dass die Kräfte, die den 1. Weltkrieg gegen Deutschland vom Zaun gebrochen haben, dadurch die verbrecherischen Voraussetzungen für die Unterdrückung der Welt auf Jahrhunderte hinaus festlegten und dass unsere heutige Opfer-Situation diesem grausamen Plan folgte.

Doch Putin weiß, dass diese schreckliche Weltordnung der Globaljuden am Ende ist. In einem RT-Beitrag erkennt man die russische Politik bereits im Titel, wo es heißt: „Umbruch: Die amerikanische Weltordnung neigt sich dem Ende zu“. Und dann heißt es weiter: „Es ist unbestritten, dass wir in Europa und insbesondere in Deutschland in einer Weltordnung leben, die von den Vereinigten Staaten von Amerika dominiert wird. Die ‚Pax Americana‘ (amerikanischer Friede) erweiterte ihren Einflussbereich weit über Nordamerika hinaus. Ob Gebiete oder Länder unmittelbar besetzt und dem ‚amerikanischen Frieden‘ unterworfen (Hawaii, Costa Rica, Panama, Philippinen, Japan, Deutschland, Grenada) oder durch Stellvertreterkriege militärisch und finanziell ‚befriedet‘ wurden, spielte am Ende keine Rolle. … Kein Land in Europa ist für die Amerikaner so wichtig wie Deutschland. Hier fing die US-Dominanz auf dem alten Kontinent an, hier wird sie auch ihr Ende finden, sofern sich Berlin eines Tages gegen Washington durchsetzt. Um Deutschland zu kontrollieren, teilte man die Gebiete des Dritten Reiches auf und stülpte dem übrig gebliebenen Westdeutschland die europäische Zwangsjacke über. Damit nichts schief lief, behielt die US Armee bis zum heutigen Tage riesige Militärbasen, die im Laufe der Jahre noch zusätzlich in die Strukturen des nordatlantischen Bündnisses NATO eingebunden wurden. Beide, NATO und EU, wurden um Deutschland herum von den Alliierten gebaut, die Europas stärkstes Land in eine multilaterale Struktur einbetten wollten.“

Und in diesem Beitrag veröffentlicht RT ein damaliges Geheimdokument des US-Verteidigungsministeriums, aus dem klar hervorgeht, was die Vereinigten Staaten unter „Partnerschaft“ mit der BRD wirklich verstehen. In dem Dokument vom 18. Februar 1992 (I-91/28291), unterzeichnet von Dale A. Vesser, heißt es: „Es ist deshalb von fundamentaler Bedeutung, die NATO als primäres Instrument der westlichen Verteidigung und Sicherheit zu bewahren, aber auch als Kanal für US-Einfluss und Teilhabe in europäischen Sicherheitsfragen. Während die Vereinigten Staaten das Ziel der europäischen Integration unterstützen, müssen wir dafür Sorge tragen, dass kein ausschließlich europäisches Sicherheitsarrangement entsteht, welches die NATO (und dabei) insbesondere die integrierte Kommandostruktur der Allianz untergraben könnte.“ [14] Das ist eine klare Aussage. Eine eigenständige Verteidigung darf es für die BRD nie geben. Die Deutschen sollen für immer in einem kolonialen Vasallenstaat leben und sich nicht mit ihren Brüdern und Schwestern Deutschösterreichs vereinigen dürfen. All das ruht auf der Kriegsschuldlüge des 1. Weltkriegs.

Und jetzt, wo mit Trump als US-Präsident eine Befreiung aus unserem Kolonialstatus möglich geworden wäre, verlangt die BRD-Systempolitik eine noch schlimmere koloniale Unterdrückung als je zuvor, indem sie Trump absetzen und eine neue globaljüdische US-Regierung installieren möchten. Und das geschieht aus einem Hauptgrund: Dann würde die Wahrheit ans Licht kommen, dass diese Alliierten-Vasallen nach Beendigung der militärischen Kämpfe gegen das Deutsche Reich den Krieg mit Psycho-Terror, Lügen und der aktiven Politik zur ethnischen Ausrottung der Deutschen politisch weitergeführt haben.

Der von den Siegern programmatisch über das besiegte deutsche Volk gebrachte Psycho-Krieg ist das schlimmste, was je in der Menschheitsgeschichte zur Zerstörung eines Volkes angewendet wurde. Am Beispiel von Österreich, von wo aus die Befreiung 1938 zur Reichseinheit ausging und von Adolf Hitler am 15. März 1938, heut vor 80 Jahren, auf dem Wiener Heldenplatz verkündet worden war, wird das Grauen der Vernichtungsanstrengungen sehr deutlich, denn dieselben Maßnahmen wurden auch im Rest des zerstörten Reiches angewandt. Im Office of War Information (OWI) der USA waren gegen Ende des Krieges etwa 10.000 Personen unter Führung von Juden (Emigranten) damit beschäftigt, eine Propagandamaschine zur Umfunktionierung des gesunden Menschenverstandes und der Kultur durch diese „jüdische Kulturoffiziere“ zu schaffen. Ziel war es, eine Art Zombie-Gehirn und Sumpfkultur zu errichten. Insbesondere wurde schon ab 1942 die Lüge verbreitet, Österreich sei Opfer von Hitler gewesen, die Begeisterung für den Anschluss hätte es nie gegeben. So sollte ein Keil zwischen die deutschen Stämme getrieben werden. Die FAZ schreibt:

Die Umerziehung durch Emigraten

Der vernichtende psychologische Krieg gegen die Deutschen wurde und wird weitestgehen von „Emigranten“ geführt.

„Die Emigranten, die sich den Alliierten zur Verfügung gestellt hatten, hatten die Aufgabe, Gefangene zu verhören, die Propaganda der Alliierten zu unterstützen, Zweifel am Regime zu wecken und so den Abwehrwillen der Wehrmachtssoldaten zu schwächen. Viele dieser resistenten Propagandisten ‚in fremden Diensten‘ prägten nach 1945 Kulturleben, Presse und Hörfunk, der als ‚Mund der Demokratie‘ galt. … Im Office of War Information (OWI) der Vereinigten Staaten von Amerika waren gegen Ende des Krieges etwa 10.000 Personen damit beschäftigt, Angehörige der Wehrmacht und die deutsche Zivilbevölkerung propagandistisch zu infiltrieren. Ende 1943 mit der Moskauer Erklärung, einem glänzenden Propagandacoup der Alliierten, wurde suggeriert, Österreich verkörpere das erste von den Nationalsozialisten besetzte Land Europas. … Die österreichische ‚Gemütlichkeitspropaganda‘, die den Grinzinger Heurigen und Wiener Schrammelmusik beschwor, machte beispielsweise den Kern der sogenannten ‚weißen Propaganda'“ aus. Von anderem Kaliber war die ’schwarze Propaganda‘: Mitarbeiter des Office of Strategic Services (OSS) entwickelten kontrastierend zur Beschwörung der österreichischen Behäbigkeit ein wesentlich aggressiveres Propagandamuster. Schwarze Propaganda sollte infiltrieren, verunsichern, die Moral der Soldaten und der Zivilbevölkerung untergraben. Nicht einmal vor Sex-Flugblättern schreckte man zurück. Wirkungsvoller waren allerdings politisch-kulturelle und psychologische Analysen. Um die psychologische Kriegführung vorantreiben zu können, mussten Stimmungen und Ängste, Hoffnungen und Erwartungen der Gegner analysiert werden. Diese Kenntnisse schlugen sich dann in Hunderten von Rundfunksendungen und Flugblättern nieder. Die Sendungen suggerierten nicht nur genaue Kenntnisse der Stimmung in der Wehrmacht, sie waren ein Ergebnis systematischer Befragungen der Gefangenen durch Landsleute, die ihr Vertrauen in die Gewahr- und Anlehnungsmacht begründen mochten. Gewendete Österreicher galten als Verbündete – diese Lebenslüge entwickelte sich rasch zur Grundlage der neuen österreichischen Staatlichkeit. Die Zusammenarbeit der Emigranten mit OWI und OSS bot neue Spielräume publizistischer, künstlerischer, kabarettistischer und publizistischer Entfaltung. Wie in Deutschland entwickelten sich in der Auseinandersetzung mit dem Regime kabarettistische Talente. Arthur Steiner entwickelte Rundfunksatiren, der Sozialist Julius Deutsch wurde bald zur beachteten politischen Stimme. Henry Koerner entwickelte die politische Plakatkunst weiter. Clementine Bern verfeinerte die politisierend wirkende hohe Kunst des subversiven Couplets. Fred Lorenz verband Alltagswitz mit zuverlässiger Information über die Befindlichkeit der deutschen Soldaten. Manche, die als Kulturoffiziere mit der US Army vorrückten, prägten nach der deutschen Kapitulation das Kulturleben der Nachkriegszeit entscheidend. Dabei ging es nicht nur um Inhalte, sondern um die Formung neuer politischer Wertvorstellungen, um die ‚politische Kultur‘. Vor allem der Hörfunk galt als wahres Wundermittel demokratischer Um- und Wiedererziehung. Flugblätter, Karikaturen und Rundfunksendungen weckten und erfüllten politische Erwartungen und bereiteten so eine Rückkehr der österreichischen Emigranten nach Europa vor, mehr noch: Diese erhielten nach jahrelanger Vertrautheit mit den Medien die Möglichkeit, die Scharten auszuwetzen, die die Nationalsozialisten der Publizistik und der darstellenden (Klein-)Kunst geschlagen hatten.“ [15]

Die psychologische Kriegführung der „Emigranten“, vorwiegend zur Ausrottung der Deutschen durch Multikultur angewandt, tobt noch heute. Sie gehen in die Schulen, um die kindlichen Gehirne zu zerstören, wie der ORF am 12. März 2018 freudig berichtete: „H., pensionierte Ärztin, wurde 1929 als Tochter einer jüdischen Mutter und eines nicht jüdischen Vaters in Wien geboren. Als Zeitzeugin geht sie heute in Schulen und erzählt von ihren Erlebnissen nach dem Einmarsch.“ Die Propaganda-Zentralen der ehemaligen Sieger und „Emigranten“ feuern tatsächlich noch heute aus allen Rohren. Anlässlich der von 99 Prozent aller Österreicher 1938 verlangten Wiedervereinigung mit ihren deutschen Reichsbrüdern (Anschluss), spuckte der besagte ORF (Österreichische Rundfunk) zum Anschluss vor 80 Jahren erst richtig Lügengift und Lügengalle. ORF: „Es ist 80 Jahre her, dass Österreich verschwand und zur ‚Ostmark‘ wurde. Der ‚Anschluss‘, die Annexion des Landes durch Hitler-Deutschland.“ [16]

Heute ist es das der Siegermacht Sowjetunion nachfolgende Russland unter Präsident Wladimir Putin, das insbesondere die jungen Deutschen dazu auffordert, den ihnen durch den Psycho-Kriegsterror eingeimpften Schuldkomplex abzuwerfen, sich von der Lüge zu befreien, um so wieder richtige Menschen zu werden. Putin wörtlich: „Ich bin kein Verfechter davon, alle deutschen Generationen dazu anzuhalten, sich Asche aufs Haupt zu streuen und sich selbst zu kasteien für die schreckliche Vergangenheit, die ihr Land, ganz Europa und die ganze Welt durchgemacht haben, für die Vergangenheit, die mit dem Nazismus, mit dem deutschen Faschismus in Verbindung gebracht wird.“ [17]

Wir benötigen Ihre Hilfe, um finanziell durchzuhalten und danken unseren treuen Unterstützern, dass wir wirkungsvoll aufklären können
Wir nennen Hintergründe und Täter beim Namen. Wir kämpfen für Volk und Heimat.

Mit Ihrer finanziellen Unterstützung halten wir den Aufklärungskampf durch

Eine unglaublich kluge Wortwahl des russischen Präsidenten. Er spricht von einer „schrecklichen Vergangenheit, die Deutschland durchgemacht hat“. Und das stimmt, bei allem, was uns die Siegermächte angetan haben und dass sie die Kriege gegen uns inszenierten. Bei seinen benutzten Begriffen „Nazismus“ und „Faschismus“ sagt er nicht, was angeblich geschehen ist, sondern dass die Deutschen „mit ihrer Vergangenheit damit in Verbindung gebracht werden“. Wie könnte er auch anders argumentieren, hat er doch über 2,5 Millionen deutsche Geheimdienstdokumente aus dem 2. Weltkrieg veröffentlicht, wo nicht in einem einzigen ein Hinweis über die sog. Judenausrottung zu finden ist, obwohl in diesen Dokumenten genau dieser Nachweis erbracht sein müsste, wäre es denn wahr, „womit wir in Verbindung gebracht werden“. Alles, was sich in diesen Dokumenten findet, sind Aussagen Hitlers darüber, wie der Krieg beendet werden könne: „Russlands Regierung hat über zwei Millionen Blatt deutscher Beute-Akten aus dem Zweiten Weltkrieg freigegeben, darunter unbekannte Hitler-Äußerungen. So sinnierte der Diktator in einer Lagebesprechung am 13. Oktober 1943 über die Frage ‚Wie kann der Krieg siegreich beendet werden?'“ [18]

Immerhin hat bei einem Großteil der österreichischen Bevölkerung ein gesunder Instinkt überlebt. Die Lügen werden nicht mehr geglaubt. Bereits 2013, anlässlich des Anschlusses vor 75 Jahren, erklärten etwa 50 Prozent aller Österreicher, die NSDAP hätte bei Wahlen gute Chancen. Die Süddeutsche Zeitung am 9. März 2013: „Umfrage: Fast die Hälfte der Österreicher fand unter Hitler ’nicht alles schlecht‘. 75 Jahre nach dem ‚Anschluss‘ zeigt eine Umfrage, wie verbreitet deutsch-nationales Gedankengut in Österreich ist. Mehr als die Hälfte der Befragten würde der NSDAP Chancen bei freien Wahlen einräumen. 61 Prozent wünschen sich einen ’starken Mann‘ an der Spitze des Landes.“











Davon mehr und die Täter werden es lassen….

Nur wieder ein kleines Beispiel dafür, wie Tausende reagieren müssten die solche Berichte in Zeitungen (oder anderen Medien) entdecken. Und wenn es nicht immer nur die selben sind, die endlich ihren Unmut über die Verbreitung der Lüge äußern, werden die Lügner sich immer weniger in Sicherheit wiegen – gedeckt vom heuchlerischen Regime der „Demokratie“.

Danke Herr Blücher!  Danke für dieses Beispiel und die Übersendung des Briefes. Natürlich werde ich den Artikel noch einigen anderen „Tätern“ zukommen lassen.

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An t.holtz@nordkurier.de

Vom Bären aufbinden“

Sehr geehrter Herr Holtz,

ich habe mit großem Interesse Ihren Artikel „Zwischen Idylle und Hölle“ gelesen und musste feststellen, dass Sie Ihrer Leserschaft darin einen Bären aufbinden. Sie schreiben von brutalen Ermordungen und, Zitat „Doch als direkt gegenüber vom Zoo ein Krematorium zur Verbrennung der ermordeten Häftlinge errichtet wurde, verendeten viele Tiere durch den beißenden Gestank aus den Schornsteinen.“ Sicherlich ist es den Tutoren Ihrer geschichtlichen Ausbildung lediglich entgangen, Sie von den Feststellungen der US Armee sowie von Simon Wiesenthal in Kenntnis zu setzen, die da lauten: „No Extermination Camps On German Soil“. Falls Sie des Englischen nicht mächtig sind, übersetze ich das gerne für Sie: „Es gab keine Vernichtungslager auf deutschem Boden.“ Es gab demnach also auch in Buchenwald kein Vernichtungslager, so wie Sie es in ihrem Artikel einmal mehr darstellen und suggerieren.

Warum profilieren Sie sich nicht einmal mit unbekannten Aspekten der Geschichte, anstatt längst widerlegte Behauptungen wiederzukäuen? Ich denke da an historische Tatsachen wie das Lagergeld, das auch im Konzentrationslager Buchenwald an die Häftlinge ausgegeben wurde, damit sie sich in der Kantine mit Genussmitteln wie Zigaretten eindecken konnten. Oder warum schreiben Sie nicht einmal über die Bordelle, die von der SS zum Vergnügen der KZ-Insassen betrieben wurden?

Warum schreiben Sie, Buchenwald Kommandant Koch sei nach Lublin versetzt worden anstatt zu schildern, dass Kommandant Koch von der SS wegen Korruption und Mordes an drei Häftlingen verhaftet, zum Tode verurteilt und exekutiert wurde?

Ich kenne die Antwort. Sie, Herr Holtz, machen sich zum Diener der Lügen, entweder weil Sie in journalistisch klassischer Tradition ihren Judaslohn über alles stellen oder weil Sie gar zum „Auserwählten Volk Lucifers“ (Zitat von Harold Wallace Rosenthal) gehören. Auch wenn letzteres der Fall sein sollte haben Sie die Möglichkeit, den Pfad des sittlich-moralisch Guten zu beschreiten, so wie es der Sohn des bekannten jüdischen Violinisten Yehudi Menuhin tat. Gerard Menuhin’s Buch „Wahrheit sagen, Teufel jagen“ findet rasende Verbreitung über das Internet. Sie können es im Internet kostenlos herunterladen. Lesen Sie es, bevor Sie Ihrer Leserschaft weiterhin derartige Märchen servieren. Sie wollen doch sicher nicht der letzte Journalist sein, der seine Leser mit historischen Fakten beglückt – denn den letzten beissen bekanntlich die Hunde.

Vor der Wahrheit mächt’gem Siege verschwindet jedes Werk der Lüge. – Schiller

Ich verbleibe,

mit freundlichem Gruß

L. Blücher












Die „dunklen Seiten“ des Sebastian Kurz

veröffentlicht auf:   https://heurein.wordpress.com/

Die „dunklen Seiten“ des Sebastian Kurz

Kürzlich erschien die dpa-Meldung: „Kurz erinnert an ‚dunkle Zeiten’“, darin er „an die beschämenden und traurigen“ Ereignisse rund um den März 1938“ erinnerte, „als viele Österreicher den Anschluß an Nazi-Deutschland bejubelten. Es gelte, sich im Gedenkjahr 2018 an diese dunklen Zeiten angemessen zu erinnern.“ Diesen Gefallen wollen wir dem jüngsten Bundeskanzler und Berufs-Karrieristen Österreichs gerne tun, allerdings nicht „angemessen“, d. h. In der politisch korrekten Lüge, sondern wahrheitsgemäß.

Das arme souveräne Österreich im März 1938, also vor 80 Jahren, von den raubgierigen bösen Nazis überfallen? In keiner Weise, es kam damals vielmehr zusammen, was zusammen gehört. Gebiete vom heutigen Österreich gehörten als Ostmark von Anfang an zum Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Von 976 bis 1246 stand es unter der Regentschaft der aus dem heutigen Oberfranken stammenden Markgrafen- und späteren Herzogsgeschlecht der Babenberger. Über 20 Kaiser aus dem Geschlecht der österreichischen Habsburger regierten von Wien aus während eines halben Jahrtausends das 1. Deutsche Reich, bis zu seinem Ende im Jahre 1806. Damit begann zwar die Dualität von Deutschland und Österreich, doch fühlten sich beide deutschen Stämme auch während der politischen Getrenntheit als eine Nation und miteinander verbunden. Das brach sich Bahn besonders nach dem verlorenen 1. Weltkrieg, in dem sie Verbündete waren, wo Deutschland ausgedehnte Reichsgebiete und Österreich alle seine Kronländer verlor. Die verbliebenen Deutschösterreicher beriefen sich und vertrauten auf die Versprechungen der jüdischen Marionette Wilsons über das Selbstbestimmungsrecht. So faßte die Deutsch-Österreichische National-versammlung folgenden Beschluß:

„Artikel 1: Deutschösterreich ist eine demokratische Republik. Alle öffentlichen Gewalten werden vom Volke eingesetzt.
Artikel 2: Deutschösterreich ist ein Bestandteil der Deutschen Republik. Besondere Gesetze regeln die Teilnahme Deutschösterreichs an der Gesetzgebung und Verwaltung der Deutschen Republik sowie die Ausdehnung des Geltungsbereiches von Gesetzen und Einrichtungen.“

Dieser Beschluß wurde vom Staatskanzler Dr. Renner eindrucksvoll begründet:

„Unser großes Volk ist in Not und Unglück. Das Volk, dessen Stolz es immer war, das Volk der Dichter und Denker zu heißen, unser deutsches Volk des Humanismus, unser deutsches Volk der Völkerliebe, unser deutsches Volk ist im Augenblick gebeugt. Aber gerade in dieser Stunde, wo es so leicht und so bequem und vielleicht auch so verführerisch wäre, seine Rechnung abgesondert zu stellen und vielleicht auch von der List der Feinde Vorteile zu erhaschen, in dieser Stunde soll unser Volk in allen Gauen wissen: Wir sind ein Stamm und eine Schicksalsgemeinschaft.
Der Artikel 2 ist ein Bekenntnis. Er ist einstweilen eine sogenannte lex imperfecta, die erst durch besondere Gesetze ihren Inhalt bekommen muß. Wie er ausgefüllt werden muß, darüber werden wir uns mit unseren Brüdern im Deutschen Reich beraten und darüber werden wir noch Beschlüsse fassen.“

Bekanntlich zeigten sich die Siegermächte gegenüber Österreich im Vertrag von St. Germain so chauvinistisch und wortbrüchig wie im Versailler Vertrag gegenüber dem Deutschen Reich: sie verboten den Österreichern das Selbstbestimmungsrecht und die Führung des Namens „Deutsch-Österreich“. Auch die 1921 in Tirol, der Steiermark und Salzburg durchgeführten Abstimmungen für den Anschluß an das Reich (weitere Abstimmungen wurden von den Siegermächte verboten) änderten nichts an der Siegerwillkür. Der Wortlaut des steirischen Plakats: „Steirer, Steirerinnen! Auf zur Volksabstimmung für den Anschluß an das Deutsche Reich! Gebet am Sonntag, den 3. Juli 1921. Eure Stimme für den Anschluß! Für jeden deutschdenkenden Steirer ist am Sonntag, den 3. Juli 1921 Wahlpflicht. Jeder hat zur Urne zu gehen!“ In Tirol votierten 98,8 % für den Anschluß, in Salzburg 99,3 %. Da das Deutsche Reich machtlos und wirtschaftlich dem Zusammenbruch nahe war und der Wille Österreichs zum Anschluß dennoch ungebrochen, konnte die Haupttriebfeder für den Anschluß nur ein mächtiges Zusammengehörigkeitsgefühl sein.

Die Jahre der Neuorientierung führten zum Bürgerkrieg, der 1932 mit dem Kabinett Engelbert Dollfuß in die Austrofaschistische Diktatur mündete. Ab dem 7. März 1933 regierte Dollfuß mit Hilfe des Kriegswirtschaftlichen Ermächtigungsgesetzes vom 24. Juli 1917. Um die militärischen Maßnahmen gegen die Opposition ungestört durchführen zu können, verhängt er das Standrecht. Am 12. Februar 1934 läßt er mit Geschützen des Bundesheeres auf Wiener Arbeiter schießen. Vorgänge dieser Art hat es weder im Dritten Reich noch nach dem Anschluß in Österreich gegeben. Im gleichen Jahr Verbot der Kommunistischen sowie der Nationalsozialistischen Partei. Im Juli 1934 fällt Dollfuß einem Putsch zum Opfer. Sein Nachfolger als Bundeskanzler ist der frühere Unterrichtsminister Kurt Schuschnigg, der die Dollfuß-Diktatur fortsetzt. Als die brüderliche Verbundenheit der Österreicher und Reichsdeutschen sich nicht mehr bändigen läßt, rissen beide im März 1938 in einer kaum vorstellbaren Begeisterung die Grenzschranken nieder – der Traum beider Bruderstämme seit 1806 hatte sich erfüllt, das Selbstbestimmungsrecht war verwirklicht. Wer heute, angesichts der tatsächlichen Ereignisse und der in Bild und Ton dokumentierten Begeisterungsstürme, von Anschlußzwang faselt, ist ein Lügner und Geschichtsfälscher oder ein Dummkopf, wie wir sie sattsam kennen.

intern Blog Heu

Hunderttausende waren begeisterte Zeugen, als Adolf Hitler in einem feierlichen Staatsakt vor der Wiener Hofburg die Aufnahme Österreichs in das Deutsche Reich verkündete.

Kurt Renner sagte nach der deutsch-österreichischen Wiedervereinigung am 3. April 1938:

„Ich habe als erster Kanzler Deutsch-Österreichs am 12. November 1918 in der Nationalversammlung den Antrag gestellt und zur nahezu einstimmigen Annahme gebracht: ‚Deutsch-Österreich ist ein Bestandteil der Deutschen Republik‘. Ich habe als Präsident der Friedensdelegation zu St. Germain durch viele Monate um den Anschluß gerungen – die Not im Lande, die feindliche Besatzung der Grenzen haben die Nationalversammlung und so auch mich genötigt, die Demütigung des Friedensvertrages und dem bedingten Anschlußverbot uns zu unterwerfen. Trotzdem habe ich seit 1919 in zahllosen Schriften und ungezählten Versammlungen im Lande und im Reiche den Kampf um den Anschluß weitergeführt. Obschon nicht mit jenen Methoden, zu denen ich mich bekenne, errungen, ist der Anschluß nunmehr doch vollzogen, ist geschichtliche Tatsache, und diese betrachte ich als wahre Genugtuung für die Demütigungen von 1918 und 1919, für St. Germain und Versailles. Ich müßte meine ganze Vergangenheit als theoretischer Vorkämpfer des Selbstbestimmungsrechtes der Nationen wie als deutsch-österreichischer Staatsmann verleugnen, wenn ich die große geschichtliche Tat des Wiederzusammenschlusses der Deutschen Nation nicht mit freudigem Herzen begrüßte.“

Am 10. April 1938, einen knappen Monat nach der Wiedervereinigung, wurde in Österreich eine Volksabstimmung abgehalten; auf dem Stimmzettel stand die Frage: „Bist Du mit der am 13. März vollzogenen Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich einverstanden und stimmst Du für die Liste unseres Führers Adolf Hitler?“ Als Antwort konnte, wie üblich, Ja oder Nein angekreuzt werden. Über 99 % der stimmberechtigten Wähler stimmten dem Anschluß zu. Die wenigen Gegenstimmen bewiesen, daß es bei dieser Abstimmung durchaus möglich gewesen wäre, ein Nein ohne Gefahr zum Ausdruck zu bringen.

Karl Renner war ein sozialdemokratischer deutsch-österreichischer Politiker und fühlte sich mit dem Reich verbunden, während der angeblich konservative Sebastian Kurz, ein ins österreichische Bundeskanzleramt gehobener Karrierist, mit Israel, dem European Council on Foreign Relations und somit dem Hauptfinanzierer Georges Soros verbunden ist. Seine Aufgabe, die er vor seiner Kanzlerschaft geäußert hat, nämlich mehr „Willkommenskultur“ hat er nicht aufgegeben, sondern aus taktischen Gründen einstweilen beiseite gelegt, aber die schließliche Auflösung Österreichs, zugunsten der EUdSSR und Usraels – zwar auf Umwegen und verdeckter getätigt als die von Restdeutschland – ist und bleibt die angestrebte Endlösung. Denn nach dem Willen Israels soll ganz Europa ethnisch vernichtet werden. Somit sind seine Worte, der Anschluß Österreichs an das Reich sei „beschämend und traurig“ und erinnere an „dunkle Zeiten“, nur folgerichtig. Denn für Zions Wasserträger muß, wider besseren Wissens der Vollzug des Selbstbestimmungsrechtes der beiden deutschen Bruderstämme im März 1938 nun einmal „beschämend und traurig“ und der Anschluß eine „dunkle Zeit“ sein.

Da wollen wir uns doch einmal die „helle Zeit“ des Sebastian Kurz ansehen. Die bestand vor dem Anschluß aus der Ära des Austrofaschismus des Dollfuß- und Schuschnigg-Regimes und begann nach der „dunklen Zeit“ des sieben Jahre währenden, glücklich bestehenden Anschlusses mit den totalitären Säuberungen der Besatzer 1945. Darüber schreibt der französische Schriftsteller Paul Serant in seinem Buch: „Die politischen Säuberungen in Westeuropa“ (Quelle: Nationalzeitung, 12. Februar 1988):

„1938, beim Anschluß, wurden in Bludenz etwa zehn Verdächtige verhaftet. Dieses Mal (1945, Redaktion) waren es 800 – so ziemlich alle gesunden Männer dieser Stadt.“ Für die „Kreuzfahrer der Demokratie“ habe alles, was einer NS-Organisation angehörte, mit Kriegsverbrechen zusammengehangen. Schon am 8 Mai 1945 hatte die österreichische Regierung das sogenannte Verbotsgesetz verkündet. „Es erklärte jeden, der der NSDAP zwischen dem 1. Juli 1933 und dem 13. März 1938 (dem Tage des Anschlusses) angehört hatte, mehr oder weniger für rechtlos. Die hierunter fallenden Beamten wurden ohne Pension entlassen. Ferner konnten die ‚Vogelfreien‘ nicht mehr Angestellte oder Direktoren von Gesellschaften sein oder bestimmte freie Berufe ausüben; man entzog ihnen auch, wenigstens vorläufig, die freie Verfügung über ihre bewegliche und unbewegliche Habe. Das Schicksal, das dieses Gesetz für die Mitglieder der SS, die Amtswalter der Partei und die ‚Saboteure an der österreichischen Wirtschaft‘ vorsah, war noch härter, gleich, ob sie vor dem Anschluß oder danach gewirkt hatten: Zusätzlich zu den vorgenannten Maßnahmen wurden sie strenger polizeilicher Überwachung unterstellt, zu den härtesten Arbeiten gezwungen oder in Zuchthäuser gesperrt.“
Am 13. August 1945, so berichtet Serant, begannen in Österreich ‚Volksgerichte‘ zu tagen, die sich aus drei Richtern zusammensetzten, nämlich je einem der Sozialistischen Partei Österreichs, der Kommunistischen Partei und der Österreichischen Volkspartei. Bei der Säuberung der Verwaltung seien 149044 Beamte entlassen worden. Den Alliierten sei diese Zahl viel zu gering gewesen. Sie hätten die Entfernung von 600000 Personen aus dem öffentlichen Leben verlangt. In Konzentrationslagern seien 1946 in der amerikanischen Zone 9000 Personen, in der britischen 6000, in der französischen 1500 und in der sowjetischen 2000 interniert gewesen.
Aufgrund eines Gesetzes von 1947 habe man ‚Belasteten‘ eine Steuererhöhung von 20 % und ‚Minderbelasteten‘ eine von 10 % zudiktiert. Belastete seien außerdem bis zu zwei Jahren in Arbeitslager eingewiesen worden. 5000 Studenten habe man als ‚belastet‘ oder ‚minderbelastet‘ vom Universitätsbesuch ausgeschlossen. Die ‚Volksgerichte‘ sprachen 35 Todesurteile aus und in 5659 Fällen Gefängnisstrafen, davon 21 auf Lebenszeit. Schließlich seien ‚mehr als 500000 Männer und Frauen vom öffentlichen Leben‘ ausgeschlossen worden. Der Erzbischof von Salzburg, Dr. Rohracher, habe schärfsten Protest gegen die neuen Gesetze eingelegt, in denen er ‚wahrhaftig keine Quelle des inneren Friedens‘ zu sehen vermochte.“

Sebastian Kurz weiß, wem er sein Bundeskanzleramt zu verdanken hat (umsonst kriecht er nicht um die Israelitischen Kultusgemeinden in Österreich), als Gegenleistung muß er die Geschichtslügen seiner Gönner nachbeten. Er ist zwar der jüngste Bundeskanzler, den Österreich je hatte, doch genug geschult im Verdrehen der Wahrheit. Außerdem steht ihm, als brauchbarer Kumpan, Heinz-Christian Strache zur Seite. Und hinter den Kulissen lachen sich die Marionettenspieler ins Fäustchen.

 

Hanna Reitsch – Auszüge

Aus dem Buch „Fliegen – Mein Leben“ möchte ich Ihnen hier einige Auszüge vorstellen. Die Schilderungen einer mutigen Frau, die so sehr symbolisieren, was unserem Volk inne wohnt. Ziehen Sie Ihre Schlüsse aus dem, was Ihnen Hanna über Opfermut berichtet und dann genießen Sie weiter ein Dasein als glücklicher Sklave, oder stehen endlich auf. In den 1990-jer Jahren fasste Armin Preuss ihre Gedanken schon zusammen. Als PDF in deutsch und russisch am Ende des Textes.

Gespräche mit Himmler

Unter den Blumen und Geschenken, die ich im Regensburger Lazarett empfing, war eines Tages auch ein Päckchen von Himmler, dem ein persönlicher Brief bei gelegt war. Es enthielt eine Tafel Schokolade und eine Flasche Obstsaft. In seinem Schreiben wünschte mir Himmler baldige Gesundung und bat, nichts zu unterlassen, was eine völlige Wiederherstellung beschleunigen könne.

Ein wenig ratlos und verlegen betrachteten meine Mutter und ich Brief und Gabe, deren Einfachheit und Unaufdringlichkeit von den vielen großen Blumenarrangements anderer so wohltuend abstach.

Himmlers Namen zu erwähnen, wurde bis dahin in unserer Familie vermieden. Meine Mutter sah in ihm den Widersacher des Christentums; somit gehörte er nicht zu uns.

Seine kleinen Geschenke wiederholten sich während meiner Krankheit in regelmäßigen Abständen, stets begleitet von einigen Zeilen von seiner Hand, die so schlicht und natürlich waren, daß auch meine Mutter davon nicht unbeeindruckt blieb. Sie war schließlich davon überzeugt, daß das Bild, welches wir uns von Himmler gemacht hatten, falsch sein könnte. Unsere Vorstellung beruhte nur auf dem, was man uns über sein Wirken zugetragen hatte.

Mutter, der es immer darauf ankam, jedem Menschen in Güte gerecht zu werden und Irrtümer zu beseitigen, drang nach meiner Gesundung darauf, daß ich mich bei Himmler für seine Fürsorge bedanke.

Es war an einem schönen Julitag 1943, als ich in seinem Hauptquartier in Ostpreußen mit meinem Flugzeug kurz vor dem Abendbrot eintraf. SS-Führer empfingen mich und brachten mich zu Himmler. Freundlich kam er mir entgegen und begrüßte mich. Von Anfang an empfand ich die Atmosphäre in seiner Umgebung wohltuend; denn es herrschte sowohl im Verkehr der Männer untereinander, wie auch mit Himmler, ihrem Vorgesetzten, Freimut und Natürlichkeit, so daß ich davon nur angenehm berührt sein konnte. Dieser Eindruck verstärkte sich während des Abendessens, das ganz einfach gehalten war.

Danach hat Himmler mich in sein Arbeitszimmer. Zum erstenmal stand ich ihm jetzt allein gegenüber. Um bei ihm keinen falschen Eindruck zu erwecken, den er aus meinen echt empfundenen Dankesworten hätte gewinnen können, gestand ich ihm, daß die Erwähnung seines Namens in unserer Familie immer ein Erschrecken hervorgerufen habe.

Himmler hörte ganz ruhig zu und fragte dann:

„Urteilen Sie immer so rasch, Frau Hanna?“

Er schob mir einen Sessel hin und setzte sich mir gegenüber:

„Was hat Sie denn bei meinem Namen so erschreckt?“

„Wo soll ich da beginnen?“ sagte ich. „Wie können Sie, um ein Beispiel zu nennen, Menschen das aus dem Herzen reißen, was ihnen heilig ist und was Sie durch nichts, auch gar nichts Gleichwertiges ersetzen können?“

Jetzt erfolgte von Himmler ein scharfer Angriff auf die Glaubwürdigkeit der christlichen Lehre, wobei er in der Bibel sehr bewandert schien und zum Beweis manches anführte, wovon mir die Kenntnis fehlte, um es widerlegen zu können. Ich wollte deshalb auf das mir

Wesentliche kommen:

„Hier geht es um einen Glauben“, sagte ich bestimmt. „Ich kann Sie nicht zwingen, diesen Glauben zu teilen. Aber als Führer müssen Sie Ehrfurcht haben und den Glauben anderer achten und nicht antasten.“

Ich führte noch manches darüber aus, obwohl ich mir bewußt war, daß ich Himmler nicht zu einer Änderung seiner Denkart bewegen konnte. Doch wollte ich, daß er meine Einstellung darüber in aller Offenheit erführe.

Wir kamen dann auf ein anderes Problem zu sprechen, das mir am Herzen lag, es war die Einstellung zu Frau und Ehe. Ich warf Himmler vor, daß er sie nur vom rassisch-biologischen Standpunkt betrachte, die Frau nur als Trägerin des Kindes werte und durch Richtlinien an die SS, von denen ich allerdings nur gerüchtweise gehört hatte, die Moral untergrabe und die Heiligkeit der Ehe zerstöre. Eine solche ehrfurchtslose Einstellung zur Frau mußte, nach meiner Ansicht, zum Niedergang eines Volkes führen.

Himmler ging auf meine Anwürfe sachlich und sehr ausführlich ein. Er versicherte, daß er meine Auffassung uneingeschränkt teile. Entstellungen und Mißdeutungen seien entweder böswillig herbeigeführt worden oder aus Unkenntnis entstanden. Am Beispiel der Stabshelferinnen, die inzwischen beim Heer bereits eingeführt waren und deren Einführung bei der SS zu diesem Zeitpunkt erwogen wurde, erläuterte er mir, wie wichtig es ihm sei, daß dieses Gerücht nicht entstünde. Er selbst hatte Richtlinien entworfen, die sich eng an diejenigen der finnischen Lottas, deren Einsatz und Haltung im Krieg ja beispielhaft waren, anschlossen. Seine Ausführungen mußten mich überzeugen. Ich versäumte nicht, Himmler darauf aufmerksam zu machen, daß der Schein ganz allgemein gegen ihn sprach.

Unser Gespräch dauerte Stunden. Ich hatte inzwischen auch Gelegenheit, mich umzusehen und mußte feststellen, wie schlicht, aber mit wieviel Geschmack dieser Raum eingerichtet war. Besonders fielen mir die schönen alten Stiche an den Wänden auf. Als Himmler merkte, daß sie meine Aufmerksamkeit anzogen, gab er mir zu den einzelnen Bildern eingehende Erläuterungen, die mir zeigten, wieviel er sich damit beschäftigte. Er erzählte mir im weiteren Verlauf unseres Gesprächs auch von der neuen Porzellanmanufaktur Allach und zeigte mir Entwürfe, die er selbst angefertigt hatte. Er wurde auch nicht ärgerlich, als ich ihm auf sein Befragen freimütig erklärte, daß mir ein von ihm entworfener Weihnachtsteller, den er mir zeigte, nicht gefiel, stimmte nach

kurzem Besinnen zu und entschied, daß der Entwurf nicht zur Ausführung kommen sollte.

Als ich mich von ihm verabschiedete, dankte er mir für meine Offenheit, die er, wie er versicherte, in dieser Form noch nicht erlebt habe. Er nahm mir das Versprechen ab, mit jeder Kritik und Beanstandung auch fernerhin zu ihm zu kommen.

Dieses Versprechen habe ich gehalten.

Im Oktober 1944 erschien bei mir im Haus der Flieger in Berlin mein alter Fliegerkamerad Peter Riedel, der zur deutschen Botschaft in Schweden gehörte, warf mir eine Broschüre hin, während er mir aufgeregt zurief:

„Weißt du, was in Deutschland vor sich geht? Dies hier wird uns draußen auf den Tisch gelegt.“

Ich blätterte die Broschüre durch. Sie behandelte die Gaskammern „.Jetzt war ich außer mir:

„Das glaubst du?“ sagte ich empört. „Im ersten Weltkrieg hatte die Feindpropaganda lügenhaft den deutschen Soldaten alle nur erdenklichen Grausamkeiten angedichtet. Jetzt müssen es gleich Gaskammern sein“

Meine Erregung beeindruckte Peter Riedel stark.

„Dir will ich es glauben“, sagte er, bat mich aber, Himmler umgehend darüber zu unterrichten.

Ich rief Himmler an und erhielt die Erlaubnis, in sein Feldquartier zu kommen. Die Broschüre nahm ich mit. Ich legte sie Himmler vor.

„Was sagen Sie dazu, Reichsführer?“

Himmler nahm die Broschüre und blätterte sie durch. Keine Miene verzog sich in seinem Gesicht. Dann schaute er auf und sah mich ruhig an:

„Und das glauben Sie, Frau Hanna?“

„Nein“, rief ich überzeugt, „natürlich nicht. Aber Sie müssen etwas dagegen tun. Das dürfen Sie nicht auf Deutschland sitzen lassen.“

Himmler legte die Broschüre auf den Tisch.

„Sie haben recht.“

Einige Tage später wurde die Nachricht in einer führenden deutschen Zeitung dementiert. Von Peter Riedel hörte ich, daß ein Dementi auch in schwedischen Zeitungen erschienen war.

Rußland

Als der deutsche Wehrmachtsbericht im Februar 1943 die Niederlage von Stalingrad bekannt gab, wurde es dem deutschen Volk in seiner Gesamtheit bewußt, daß es in einem Kampf um Leben und Tod stand.

Nach Stalingrad senkten sich, nunmehr für alle sichtbar, die Schatten über Deutschland. Wir sahen sie immer dunkler fallen und trotz der Propaganda, die unverändert auf Sieg eingestellt war, verdichtete sich Monat für Monat das Gefühl eines unabwendbaren Unglücks.

In den langen Monaten meiner Lazarettzeit hatte ich diese Entwicklung mit wachsender Sorge beobachtet. Nach meiner Gesundung meldete ich mich bei Göring zurück. Überraschend erhielt ich von ihm eine Einladung in sein Haus auf dem Obersalzberg. Dort empfing er mich mit seiner Frau zum Mittagessen. Unser Gespräch drehte sich um meinen Absturz und um das Raketenflugzeug. Zu meinem Entsetzen mußte ich feststellen, daß Göring über den Stand der Entwicklung völlig falsch unterrichtet war. Er glaubte einen schwanzlosen Raketenbomber bereits in großer Serienherstellung, während er in Wirklichkeit noch nicht einmal im Versuchsstadium, sondern nur geplant war. Ich machte ihn darauf aufmerksam, aber ich hatte mit meiner Berichtigung wenig Glück. Göring wurde sehr aufgeregt und verließ sogar voll Zorn den Tisch. Erst seiner Frau, die ganz natürlich und instinktiv fühlte. daß es besser war, eine unangenehme Wahrheit zu hören, als sich selbst zu betrügen‚ gelang es, ihn zu beruhigen. Ein entspanntes Gespräch kam jedoch danach nicht wieder auf. Es war offensichtlich, daß Göring in den ihm fälschlich eingegebenen Vorstellungen sich nicht stören lassen wollte. Es war das letztemal, daß ich bei Göring war.

Zutiefst deprimiert über den Eindruck, den ich empfangen hatte, kehrte ich in den Erprobungseinsatz zurück. Die Raketenversuche wurden jetzt in Bad Zwischenahn in Oldenburg durchgeführt. Hier traf mich der Ruf des Generalobersten Ritter v. Greim, der mich bat, an die Ostfront zu seinen Männern zu kommen, die dort in einem fast übermenschlich schweren Einsatz standen. Ich zögerte nicht einen Augenblick.

Greim war im Mittelabschnitt als Flottenchef eingesetzt. Er war Pour le mérite-Flieger des ersten Weltkrieges und gehörte zu den Offizieren, die Tapferkeit, Lauterkeit der Gesinnung und eine hohe sittliche Lebensauffassung als die wesentlichsten Voraussetzungen für das Offizierkorps ansahen. Der Eid des Soldaten war für ihn ein Begriff, mit dem sich nicht handeln ließ.

Entsprechend war auch sein Verhältnis zu seinen Soldaten. Er hatte eine hohe Ehrfurcht vor dem Leben und hätte keinen seiner Männer, ohne daß es unbedingt notwendig gewesen wäre, einer Gefahr ausgesetzt. Im Einsatz verlangte er von ihnen, was die Umstände geboten.

Seine Offiziere und Soldaten verehrten ihn deshalb wie einen Vater.

Generaloberst v. Greim stand zu diesem Zeitpunkt schon vor der schweren Aufgabe, eine Front unterstützen zu müssen, ohne genug Flugzeuge zu haben. Um so wichtiger schien es ihm, die Moral der Truppen hoch zu halten. Er selbst war voll tiefer Vaterlandsliebe und von einer fast tragischen Strenge der Treuepflicht des Soldaten erfüllt. An die gleichen Kräfte, die in ihm lebendig waren, appellierte er auch bei seinen Männern. Er wußte, daß das nur durch eigenes Beispiel geschehen

konnte. Jedoch schien es ihm nicht genug, daß er selbst immer wieder zu ihnen in die vordersten Gräben ging, er war davon überzeugt, daß eine Frau, die das Ehrenzeichen des Soldaten trug, noch mehr in dieser Richtung erwirken konnte. Wenn er auch bereits den Waffensieg Deutschlands äußerst gefährdet sah, so hoffte er doch, daß es der Führung gelingen würde, mit den westlichen Mächten zu einem Übereinkommen zu gelangen, um das Abendland zu retten.

Im November 1943 traf ich in seinem Hauptquartier, das in einem Wald in der Nähe von Orscha lag, ein. Ich wußte, daß die Aufgabe, die vor mir stand, ungewöhnlich war. Nach meiner Auffassung durfte ich bei dem Ernst der Lage jedoch nicht danach fragen.

In der Nacht hörte ich bis in den Schlaf hinein das unaufhörlich donnernde Rollen der Artillerie von der nahen Front. Am nächsten Morgen, als der Tag eben graute, startete ich mit Generaloberst v. Greim, um in den vordersten Linien seine Flak aufzusuchen, die in Erwartung eines feindlichen Großangriffes standen. Ein zweiter „Fieseler-Storch“ begleitete uns.

Wir flogen in den nördlichen Raum. Es herrschte eisige Kälte.

Zum erstenmal erlebte ich nun den Krieg unmittelbar, wie ihn der Soldat erlebt. Um vom Feind nicht gesehen zu werden, flogen wir dicht über dem Boden, bis wir in Frontnähe beim Stab einer Luftwaffenfelddivision den „Storch“ gegen einen Panzerwagen tauschten, der uns bis dicht an die vordersten Stellungen brachte. Dann mußten wir auch den Panzerwagen zurücklassen. Da der Feind Einsicht nehmen konnte, mußten wir uns gebückt und vorsichtig an die Stellungen heranarbeiten.

Wir hatten jedoch kaum unser Ziel erreicht, als die Russen ein Trommelfeuer eröffneten. Wie automatisch sprang alles in die Erdlöcher hinein, während es um uns her pfiff und krachte, als ob die Hölle ausgebrochen sei. Ich wußte in meiner Angst kaum, wie tief ich in mich hineinkriechen sollte; denn neben uns begann jetzt auch noch ohrenbetäubend die eigene Flak zu antworten, während uns gleichzeitig ein Pulk russischer Flugzeuge mit Bomben bewarf. Verwundete schrien auf, und ihr Schreien war in diesem Inferno ringsherum für mich schrecklicher zu hören als das Pfeifen und Einsehlagen der Granaten und das Rauschen der Bomben, das die Luft erfüllte. Meine feste Überzeugung war, daß niemand von uns hier lebend herauskommen würde.

Ich saß in meinem Erdloch zusammengekauert und fühlte meine Knie gegeneinanderschlagen und versuchte vergeblich, dagegen anzugehen.

Dies hier war einfach stärker als ich. Doch wenn ich an die Soldaten dachte, die das täglich hier erlebten, fühlte ich mitten in meiner Angst eine stille Kraft wachsen.

Wenn es dann sein sollte…

Aber es ging nach endlos scheinender Zeit vorüber. Die Einschläge wurden schwächer und hörten schließlich ganz auf. Der feindliche Angriff war zum Stehen gebracht.

Wir kamen aus den Löchern heraus. Ich half die Verwundeten verbinden. Die einsetzende Feuerpause mußten wir benutzen, um zu den einzelnen Flakstellungen zu kommen. Da die Gefahr zu groß war, sollte ich als Frau nicht mitgehen. Doch ich wußte nun und hatte es an dem Aufleuchten der Augen gesehen, was es für die Männer bedeutete, daß ich aus der Heimat zu ihnen kam. Ich wollte deshalb auf keinen Fall zurückbleiben.

An diesem ersten Tag, dessen Eindrücke ich nie vergessen werde, hatte ich gemerkt‚ wie hinderlich es war, daß ich keinerlei Fronterfahrung hatte. Das machte mich unsicher. Hier lauerte auf allen Wegen Gefahr. Der Soldat wußte, wie er ihr begegnen mußte, und ich wußte es nicht.

Am andern Tag ließ ich mich deshalb während eines feindlichen Artilleriefeuers von einem Unteroffizier unterweisen. Wir hatten einen Panzer als Deckung gewählt. Ich drängte meine Angst zurück und hörte nur angestrengt in das Kraehen und Einschlagen hinein, um die Geräusche genau unterscheiden zu lernen, während klar und ruhig die Stimme des Unteroffiziers ertönte:

„Eigener Abschuß“ – „feindlicher Abschuß“ – „ungefährlicher Einschlag“ – „stehen bleiben“ „Achtung“ – „hinlegen“ und schon krachte es, Erde wirbelte hoch…

Allmählich bekam die Feuerhölle für mich ein Gesicht. Ich gewöhnte mich, jeden Lärm und jedes Geräusch mitzuhören und sie einzeln unbewußt zu definieren. Dadurch fand ich langsam Verständnis für das Geschehen.

Ich besuchte nun an Tagen, an denen durch schlechtes Wetter keine Einsätze geflogen werden konnten, mit dem „Storch“ einzelne Luftwaffeneinheiten im Raum Orseha-Witebsk. Unvergeßlich bleiben mir die Stunden mit den Kameraden, die mich als zu ihnen gehörend in ihren Kreis einschlossen. Bedenken, Sorgen und Fragen wurden an mich herangetragen. Ich vermied es, falsche Hoffnungen zu machen, weil eine Propaganda, die Unmögliches verspricht und deren Unhaltbarkeit sich deshalb über kurz oder lang erweisen mußte, die Kampfmoral schwächen, nicht aber stärken würde. Dabei galt es auf die vielen dringlichen Fragen das richtige Wort zu finden, um den tieferen Sinn des Aushaltens trotz anscheinender Aussichtslosigkeit aufzuzeigen. Unsere Gegner haben uns diese Haltung nach dem Krieg als Schuld angerechnet, obwohl das englische Volk, in ähnlicher Situation nach Dünkirchen, keinen anderen Weg gegangen ist, und Churchill selbst es war, der ihn seinen Landsleuten zur vaterländischen Pflicht machte.

Drei Wochen war ich fast täglich zu Besuch bei den im Kampf stehenden Verbänden mit dem „Fieseler-Storch“. Überall wohin ich kam, erlebte ich die Freude einer inneren Verbundenheit, wie sie in gemeinsamer Not entsteht. Die Flüge unter grauem Himmel über weite, von Partisanen besetzte Strecken, die Gespräche und das Zusammensein in primitivsten Unterkünften und Erdlöchern, der Händedruck, den ich von dem Landser erhielt, – dies alles verdichtete sich von Tag zu Tag mehr zu einem einmaligen Erlebnis, dessen Außergewöhnlichkeit ich gerade als Frau empfand.

Ich fliege die V1

Über das Fliegen der bemannten V 1 ist viel geschrieben und noch mehr geredet worden. Jahre hindurch, bis auf den heutigen Tag, sind immer wieder Sensationsnachrichten durch die Presse der ganzen Welt gegangen. Man überbot sich in Berichten über die aufregende Form der Erprobung und über den Einsatz und den Zweck dieser Waffe. Die von Freund und Feind als Wunderwaffe angesehen wurde. Die wahren Gründe, die zum bemannten Fliegen der V 1 führten, wurden jedoch nie berührt. Bis heute hat die Öffentlichkeit noch keinen Bericht erhalten, der die Voraussetzungen dieses Einsatzes wirklichkeitsgetreu dargestellt hätte.

Es war im August 1943, nach meiner Genesungszeit in Saalberg, als ich, nach Berlin zurückgekehrt, dort eines Tages im Haus der Flieger beim Mittagessen zwei alte Freunde traf, von denen der eine in der Forschung der Luftfahrtmedizin tätig, der andere ein bewährter und erfolgreicher Segelflieger war.

Unser Gespräch galt der Sorge um unser Land. Die Entwicklung der Kriegsgeschehnisse war immer mehr ein Grund tiefster Beunruhigung für jeden Deutschen, der um das Schicksal seines Volkes bangte. Wir waren uns darin einig, daß die Zeit nicht Deutschlands Verbündete sein würde. Täglich sahen und erlebten wir, wie das Land langsam ausblutete, eine Stadt nach der anderen den Bomben zum Opfer fiel, die Produktionsstätten und das Verkehrsnetz von der überlegenen feindlichen Luftwaffe systematisch zerstört wurden, das Material sich immer mehr verknappte und der Tod unter den deutschen Menschen eine fürchterliehe Ernte hielt. Wir waren uns aber auch mit vielen Deutschen nüchtern klar, was uns ein total verlorener Krieg bringen würde.

Roosevelts Forderung von Casablanca nach bedingungsloser Kapitulation war in Deutschland bekannt, und so ahnten wir die kommende Tragödie, in der Schuldige und Unschuldige das gleiche Schicksal teilen würden.

Was in unserer Macht stand, wollten wir tun, um Deutschland davor zu bewahren. Wieviel aber stand in unserer Macht?

Das war die Frage, die mich nun schon seit Monaten bewegte. In den langen Tagen meines Krankenlagers in Regensburg, in den Wochen meiner Einsamkeit in Saalberg hatte auch ich sie mir immer wieder vorgelegt. Uns war bewußt geworden, daß in diesem Krieg, der zu einem Ungeheuer der Technik geworden war, eine Wende nur möglich war, wenn wir dieses Ungeheuer mit seiner eigenen Kraft und dem Einsatz unseres eigenen Lebens überwinden konnten.

Wieviel aber lag dabei in unserer Macht?

Die Frage hatte einer von uns aufgeworfen. Aber als wir uns anblickten, wußte plötzlich jeder vom anderen, daß er die gleiche Antwort hatte.

Es gibt unter Menschen Vorgänge des gegenseitigen Erfühlens und Erahnens, die schließlich zu einem gemeinsamen gleichen Erkennen führen. Hier war es so. Wir setzten uns zusammen, und jeder sprach aus, was er vorher tastend angedeutet hatte.

Deutschland war nach unserer damaligen Meinung aus seiner ausweglosen Situation nur dann zu retten, wenn es gelingen würde, eine günstige Verhandlungsbasis für ein schnelles Kriegsende dadurch zu schaffen, daß man die wichtigsten Schlüsselpositionen des Gegners und die Zentren seiner Widerstandskraft in schnell aufeinander folgenden Schlägen unter Schonung der feindlichen Zivilbevölkerung zerstörte. In Frage kamen unter anderem große Elektrizitätsanlagen, Wasserkraftwerke, wichtigste Produktionsstätten und, im Falle einer Invasion, Schiffseinheiten.

Unsere Überlegungen sagten uns, daß das nur zu erreichen war, wenn sich Menschen fanden, die bereit waren, sich mit einem technisch geeigneten Mittel auf das Punktziel zu stürzen, um es in sein Zentrum zu treffen und damit jede Ausbesserung und Wiederinstandsetzung unmöglich zu machen. Bei einem solchen Einsatz würde es keinerlei Chance für das eigene Leben geben.

Dieser Einsatz durfte weder ein Opfer von „reinen Toren“ sein, welche die tatsächlichen Verhältnisse mißachteten, noch ein Einsatz von blinden Fanatikern oder lebensmüden resignierenden Menschen, die vielleicht damit eine geeignete Form des Abtretens von der Lebensbühne fanden.

Der Selbstopfereinsatz verlangte Menschen, die bereit waren, sich selbst zu opfern in der klaren Überzeugung, daß kein anderes Mittel mehr Rettung bringen konnte.

Mit falschem Idealismus hatte diese Einstellung nichts zu tun; denn sie war nicht allein eine Frage der inneren Bereitschaft, sondern zugleich auch der nüchternsten Berechnung. Der Gedanke durfte nur dann verwirklicht werden, und allein von dieser Voraussetzung ging jeder von uns aus, wenn erwiesenermaßen eine Waffe vorhanden war, die den Erfolg garantierte. Es hätte der Idee dieses Einsatzes widersprochen, wenn nur ein einziges Menschenleben leichtfertig und sinnlos aufs Spiel

gesetzt worden wäre.

Ich muß an dieser Stelle darauf hinweisen, daß zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch nichts über die japanischen Kamicace-Flieger bekannt war. Doch es zeigte sich, daß die Gedanken, die wir an jenem Augusttag in meinem Zimmer miteinander besprochen hatten, im deutschen Volk weit mehr lebendig waren, als wir es ahnten. Überall gab es Menschen, die wie wir zu diesem Einsatz bereit waren. Die meisten von ihnen waren glückliche Familienväter, kerngesund in ihrer Lebenseinstellung. Ihnen lag deshalb nichts ferner als eine Lebensflucht. Doch waren sie überzeugt, daß nur durch diesen Einsatz ihre Frauen und Kinder und ihr Land gerettet werden konnten. Auch wenn die Zahl der Freiwilligen, die dabei den Tod finden würden, in die Tausende ginge, so würde dies nur eine geringe sein gegen die Verlustzahlen an der Front und in der Heimat, welche die Weiterführung des Krieges bringen würde.

Wir hielten unsere Gedanken vor Fremden und Außenstehenden verborgen. Trotzdem bildete sich durch mündliche Übermittlung rasch eine Gemeinschaft. Daß wir oft nicht verstanden wurden, ist nur natürlich, denn hier lockte weder ein ehrgeiziges Ziel noch Ruhm und auch kein spannender Kampf mit der Chance eines gutes Ausganges. Hier wurde die völlige Überwindung des eigenen lchs gefordert.

Von der Führung erwarteten und erhofften wir ohne Zeitverlust eine schnelle Prüfung unserer Gedanken auf ihre Brauchbarkeit hin. Wenn der Einsatz im großen Stil zu einer gut vorbereiteten Durchführung kommen würde, mußte es gelingen, die kriegswichtigen Schlüsselstellungen des Gegners zu zerstören.

Wir ahnten aber nicht, welchen Schwierigkeiten und Widerständen wir begegnen würden.

Bevor wir den Plan Hitler vortrugen, sollte er genauestens bis in die technischen Einzelheiten geprüft werden.

Ich trug Feldmarschall Milch unsere Gedanken vor. Milch lehnte den Einsatz ab. Nach seiner Ansicht widersprach ein soldatischer Einsatz ohne eine Chance zum Weiterleben der Mentalität des deutschen Volkes. Da ich ihm die Berechtigung einer Selbstaufopferung für die Rettung anderer in unserer mündlichen Auseinandersetzung nicht beweisen konnte, bat ich ihn, die Frage den Beteiligten selbst zu überlassen, da sie ja nur das eigene Gewissen anginge.

Wir wandten uns dann an die Akademie der Luftfahrtforschung, die alle in Frage kommenden Wissenschaftler, Techniker und Taktiker zusammenrufen konnte.

Die erste Sitzung, die unseren Plan zum Gegenstand hatte, fand im Winter 1943/44 im Beisein des Kanzlers der Akademie statt. Anwesend waren Sachverständige aus allen kriegstechnischen Gebieten, Sprengstoff- und Torpedosachverständige, Navigations- und Funk- fachkräfte, Schiffsingenieure, Marineoffiziere und erfahrene Flugzeugkonstrukteure. Der General der Jagdflieger und der General der Kampfflieger hatten ebenfalls Vertreter entsandt. Auch Luftfahrtmediziner waren vertreten.

Der Plan wurde grundsätzlich für durchführbar und erfolgversprechend gehalten. Als Gerät sollte eine bemannte Gleitbombe Verwendung finden, und zwar, um Zeit zu sparen, eine bereits vorhandene Konstruktion, die Me 328. Als zweite Möglichkeit wurde die Verwendung der bemannten V 1 erwogen. Je nach Angriffsart und Ziel sollte in die Rumpfspitze eine Spezialbombe oder ein Bombentorpedo eingebaut werden.

Die höchste Stelle mußte nun den Auftrag zur Entwicklung dieser Waffe geben. Wir mußten darum versuchen, Hitler selbst für unseren Plan zu gewinnen. Aber wie vorauszusehen war, gelang es keinem aus dem Kreis meiner Kameraden, bis zu ihm vorzudringen. Da kam mir unerwarteter Zufall zu Hilfe. Am 28. Februar 1944 wurde ich auf den Berghof gerufen, wo mir Hitler eine von Frau Troost entworfene Urkunde zur Verleihung des EK I nachträglich überreichte.

Wir nahmen in dem Raum mit dem Blick auf die Landschaft von Berchtesgaden den Tee ein. Anwesend war nur Hitlers Luftwaffenadjutant Oberst v. Below.

Eine günstigere Gelegenheit, unser Anliegen vorzubringen, konnte es nicht geben. Ich zögerte auch nicht, es zu tun. Das Gespräch, welches sich dann zwischen uns entspann, nahm einen beinahe dramatischen Verlauf.

Zunächst erwies sich, daß auch Hitler dem Gedanken des Selbstopfereinsatzes völlig ablehnend gegenüber stand. Er hielt weder die deutsche Situation für so hoffnungslos, noch den Zeitpunkt für gekommen, um einen derartigen Einsatz zu rechtfertigen. Diesen Zeitpunkt zu bestimmen, wollte er sich selbst vorbehalten.

In langen monologartigen Ausführungen legte er seine Ansicht dar und begründete sie eingehend mit geschichtlichen Beispielen, die er von weit her holte. Ich merkte, daß trotz der augenscheinlich zwingenden Logik in seinen Gedankengängen, die er in klarer und prägnanter Formulierung vortrug, ein Trugschluß lag, und wandte deshalb ein. daß die Lage, in der sich Deutschland jetzt befand, meines Erachtens nicht damit vergleichbar sei und nur noch mit besonderen Mitteln gemeistert werden könnte.

Meine Bemerkung veranlaßte Hitler, in seinen weiteren Ausführungen mit Plänen über den Einsatz von Spezial-Düsenbombern zu operieren, von denen ich mit Gewißheit wußte, daß sie erst in der Entwicklung standen und dann noch lange Zeit vergehen würde, ehe sie serienmäßig hergestellt und danach eingesetzt werden könnten. Während ich ihm zuhörte, wurde mir die verhängnisvolle Tragweite dieser unwirklichen, von Wunschträumen genährten Vorstellungswelt klar. Ich vergaß in diesem Augenblick Hitlers Autorität, mein Temperament ging mit mir durch. Ich unterbrach einfach seine Rede. „Mein Führer“, rief ich laut, „Sie sprechen von den Enkeln eines Embryo.“ Überrascht sah Hitler auf und blickte mich fragend an.

Das Ende der peinlichen Pause, die nun zwangsläufig eintrat – ich sah das erstarrte Gesicht von Oberst V. Below – wartete ich gar nicht erst ab, sondern fuhr fort, Hitler an Hand von Tatsachen, deren ich ganz sicher war, zu beweisen, daß er sich im Irrtum befinde.

Ich hatte die gute Stimmung Hitlers zerstört. Sein Gesicht zeigte jetzt einen verärgerten Ausdruck und seine Stimme klang gereizt, obwohl er immer noch konventionell höflich blieb, als er mir zu verstehen gab, daß ich nicht genügend unterrichtet sei, um die Lage richtig beurteilen zu können. Damit drohte das Gespräch, auf das ich meine ganze Hoffnung gesetzt hatte, ergebnislos zu verlaufen. Das aber durfte um der Sache willen nicht sein. Ich nahm mir deshalb ein Herz und brachte die Sprache noch einmal auf den Selbstopfereinsatz. Dabei griff ich auf seine zu Anfang unseres Gesprächs gemachte Äußerung zurück und bat ihn, daß wir diese Waffe vorbereiten dürften, damit sie zu dem von ihm zu bestimmenden Zeitpunkt zum Einsatz bereitstünde. Hitler willigte darin ein, wollte jedoch selbst vorerst nicht damit belastet werden.

Zehn Minuten später trug mich der Wagen vom Berghof zurück nach Berchtesgaden, wo mich meine Kameraden erwarteten.

Das Weitere lag nun in der Hand des Chefs des Generalstabes der Luftwaffe, General Korten. Er teilte die Männer des Selbstopfer-Einsatzes einem Geschwader zu, das sie als Sondergruppe aufnehmen und betreuen sollte. Von den Tausenden, die zum Einsatz bereit waren, wurde zunächst nur eine kleine Gruppe von etwa siebzig Mann eingezogen. Später, wenn das technische Gerät einsatzbereit und erprobt wäre und auch Form und Führung des Einsatzes feststünden, sollten die anderen Männer einberufen werden.

Die schriftliche Meldung zum Selbstopfer-Einsatz hatte folgenden Wortlaut: „Ich melde mich hiermit zum SO-Einsatz als Führer der bemannten Gleitbombe. Ich bin mir bewußt, daß dieser Einsatz mit dem Tod endigt. (Unterschrift)“.

Selbstverständlich gab auch ich sofort meine Meldung ab, hielt mich jedoch zunächst nach Rücksprache mit einem Kameraden der Formation selbst fern, um nicht der militärischen Befehlsgewalt zu unterstehen. Daß diese Entscheidung richtig war, sollte sich später zeigen, als sich Führung und Form des Einsatzes nicht in unserem Sinne entwickelten und für mich auf diese Weise eine Intervention außerhalb der Formation möglich war.

Mit der technischen Vorbereitung wurde das Reichsluftfahrtministerium beauftragt. Glücklicherweise lag sie dort in den besten und gewissenhaftesten Händen, denn der Leiter der Abteilung, Heinz Kensche, gehörte selbst zu den einsatzbereiten Männern. Ich wurde gebeten‚ mit ihm zusammen die fliegerische Erprobung der Geräte zu übernehmen.

Sie fand zunächst in Hörsching bei Linz mit der Me 328 statt, die wir anfänglich für diesen Zweck vorgesehen hatten. Die Me 328 war ursprünglich als Jäger oder Zerstörer geplant gewesen. Sie war in Gemeinschaftsarbeit der Firma Messerschmitt und einer Luftfahrtforschungsanstalt konstruiert worden und sollte von zwei Argus-Schmitt-Rohren angetrieben werden. Nach den ersten Versuchsflügen war jedoch diese Entwicklung vom Ministerium abgestoppt werden.

Nun sollte sie von uns ohne Triebwerk als eine Art bemannte Gleitbombe für den SO-Einsatz Verwendung finden. Sie war ein Einsitzer mit ganz kurzen Flügeln, etwa vier bis fünf Meter Spannweite. Gleitzahl war bei zweihundertundfünfzig Kilometer je Stunde rund eins zu zwölf.

bei siebenhundertundfünfzig Kilometer je Stunde rund eins zu fünf. Die Me 328 konnte nicht selbständig starten, sondern wurde im Huckepack-Schlepp auf der Tragfläche des Bombers Do 217 zur Erprobung auf eine Höhe von dreitausend bis sechstausend Meter getragen. Man konnte sich im Führersitz der Me 328 von der Do 217 selbst abkuppeln und ohne irgendwelche Schwierigkeiten die Maschine während des Fluges von den Tragflächen abheben. Die Flugeigenschaften reichten für den vorgesehenen Zweck aus. Wir mußten gute Sicht, Bequemlichkeit, große Wendigkeit, Längsstabilität und Kursstabilität fordern.

Diese Bedingungen wurden erfüllt.

Die Erprobungen waren im April l944 abgeschlossen. Im Auftrage des Ministeriums sollte nun ein Thüringer Werk den Serienbau übernehmen. Aus mir bis heute nicht ersichtlichen Gründen ist die Serie jedoch niemals richtig angelaufen. Nicht eine einzige Serienmaschine ist in unsere Hände gelangt.

Wie sehr bedauerten wir, daß wir nicht von vornherein auch den zweiten Vorschlag vorbereitet hatten, nämlich die bemannte V 1 zu verwenden. Doch wer konnte uns jetzt eine Hilfe bringen, die zu diesem Zeitpunkt und dieser Kriegslage noch einen Sinn hatte?

Sie kam uns dennoch unerwartet. In diesen Tagen sagte sich bei mir im Haus der Flieger überraschend Otto Skorzeny, der Mussolini-Befreier, telephonisch an. Bisher kannte ich ihn nur von Bildern und von dem‚ was man sich von seinem abenteuerlichem Einsatz erzählte. Zur verabredeten Stunde stand er vor mir. Seine große, breite Gestalt füllte fast den Rahmen meiner Tür. Seine warmen und freundlichen Augen verrieten nicht, daß sich hier Herz mit soviel männlicher Härte und Tapferkeit paarten. Die erste Verbindung schuf schnell der österreichische Dialekt‚ den Skorzeny sprach — für mich heimatlich vertraut.

Skorzeny kam von Himmler, der ihm von unserem Plan berichtet hatte. Er selbst hatte sich mit dem Einsatz von Sonderwaffen eingehend beschäftigt und stand bereits in Verbindung mit der Marine, die mit Einmanntorpedos und Tauchern ebenfalls einen Weg suchte, um eine Wende in der Entwicklung des Krieges zugunsten Deutschlands in letzter Stunde herbeizuführen. Unabhängig von uns war ihm der Gedanke der Verwendung der V 1 gekommen.

Nun war er hier, um mit mir die Durchführbarkeit des Planes zu beraten. Er konnte nicht ahnen, daß wir deswegen bereits in Besprechungen mit den maßgeblichen Fachleuten standen. Doch sollte es dann ausschließlich Skorzenys Hilfe sein, die den Plan in kürzester Zeit Wirklichkeit werden ließ. Er ging dabei ebenso großzügig wie abenteuerlich vor, indem er bei den entscheidenden Stellen alle Bedenken und Hindernisse einfach mit dem Vorwand hinwegfegte, daß er die Vollmachten besitze und angehalten sei, darüber Hitler laufend Bericht zu erstatten.

Es scheint mir selbst heute fast unglaublich, daß es einem Stab von Konstrukteuren und Luftfahrtingenieuren tatsächlich gelang, die V 1 in wenigen Tagen umzukonstruieren und umzubauen. Die bemannte V 1 erhielt die Tarnbezeichnung „Reichenberg“. Sie wurde streng geheim gehalten. Mit Ausnahme von wenigen Männern wußte niemand von ihrer Existenz, selbst jene nicht, die an der normalen V 1 arbeiteten.

Die V1 wurde in verschiedenen Ausführungen konstruiert und mit den bereits vorhandenen Serienteilen der V 1 zum Einfliegen fertiggestellt.

Die erste Ausführung war eine einsitzige V 1 mit abgefederter Knie und Landeklappe, um landen zu können, mit Triebwerk versehen und diente zum Trainieren. Der Führersitz befand sich direkt hinter dem Flügel.

Die zweite Ausführung war eine doppelsitzige V 1, bei der ein Sitz vor der Fläche, der andere hinter der Fläche lag. Sie hatte Doppelsteuer, war ohne Triebwerk und sollte den SO-Männern als Schulmaschine dienen. Da jede Landung mit der V 1 besonders schwierig war, sollten aus den Reihen dieser Männer die besten als Fluglehrer ausgebildet werden, die dann auch jeweils die Landung nach dem Training durchführen sollten. Bei der Gesamtheit der SO-Männer durfte man nicht ohne weiteres voraussetzen, daß sie eine Landung ohne Gefährdung ihres Lebens durchführen konnten.

Die dritte Ausführung war die sogenannte Einsatzmaschine, einsitzig, mit Triebwerk, ohne Landemöglichkeit, das heißt, ohne Knie und ohne Landeklappen.

Ich stellte mich für die Erprobung zur Verfügung. Die Militärerprobungsstelle Rechlin wollte jedoch die Erprobung mit eigenen Piloten durchführen. An einem sommerwarmen Tag flog ich mit meiner Bücker 181, begleitet von dem baumlangen Otto Skorzeny nach Lärz, um den Versuchen beizuwohnen. Als wir in Lärz landeten, war schon alles für den Versuchsflug vorbereitet. Die V 1 hing unter der rechten Tragfläche des Bombers He 1 1 1 . Der Start der bemannten V 1 erfolgte im Tragschlepp der He 111, und zwar in der gleichen Weise, in der die unbemannte V 1 gestartet wurde, nachdem die Katapult-Abschußrampen in Feindeshand gefallen waren. Der Aktionsradius der unbemannten V 1 hätte nichtmehr ausgereicht, um von deutschen Plätzen aus die englischen Ziele zu erreichen1.

Bei der bemannten V 1 kam ein Katapultstart wegen der auftretenden hohen Beschleunigungen (etwa siebzehn g2) nicht in Frage.

Die He 111 hatte sich längst vom Boden abgehoben. Fasziniert folgte ihr unser Blick, wie sie nun mit ihrer Last höher und höher stieg bis zu dem Augenblick‚ in dem sich die bemannte V1 selbständig machte, um wie ein kleiner, schneller Vogel dem Schutz der He 111 zu enteilen.

Der Pilot flog einige Kurven. Dann blieb er in kerzengeradem Kurs, verlor unaufhaltsam in ständig steiler werdendem Gleitflug an Höhe. Wir hatten atemlos zusehend längst erkannt, daß in dem Verhalten der Maschine keine Absicht des Piloten lag.

Die Maschine war unserm Blick entschwunden. Eine Rauchwolke in der Ferne und eine Detonation schienen das Ende zu sein. Es folgte eine lähmende halbe Stunde, bis wir erlöst die Nachricht erhielten, daß der Pilot nicht tot, sondern nur schwer verletzt war.

Man stellte fest, daß nicht ein Konstruktionsfehler die Ursache für den Absturz war. Der Pilot hatte versehentlich den Verschluß des Kabinendaches gelöst. Es flog davon, und, benommen von der Stärke des Luftzuges, verlor der Pilot die Gewalt über die V 1. Am anderen Tag startete ein zweiter Pilot. Auch er verunglückte, kam jedoch ebenfalls mit dem Leben davon.

Danach übernahmen Heinz Kensche und ich zunächst die weitere Erprobung.

Mein erster Flug glückte und die anderen acht oder zehn, die ich nachher machte, auch. Natürlich gab es dabei einige recht schwierige Situationen. So streifte zum Beispiel bei einem meiner Flüge der Bomber, der mich trug, nachdem mich der Pilot abgehängt hatte, den Rumpf meiner Maschine.

Es krachte dabei erheblich, als wenn der Schwanz der V1 abgesägt worden wäre. Nur mit großer Mühe konnte ich die V1 mit den vorhandenen Ruderausschlägen halten. Trotzdem gelang es, glatt zu landen. Wir stellten fest, daß der Schwanz angebrochen und fast um dreißig Grad nach rechts verdreht war. Es schien ein Wunder, daß er nicht abgebrochen und die Maschine abgestürzt war.

Bei einem anderen Versuch wollte ich in einem Bahnneigungsflug die Eigenschaften der V 1 bei den verschiedensten Geschwindigkeiten feststellen, wobei ich sie bis achthundertundfünzig Kilometer je Stunde ausflog. Während des Versuchs löste sich, von mir unbemerkt, ein im Rumpf verzurter Sandsack, den ich als zusätzliches Gewicht in den vorderen Sitz der doppelsitzigen V1 hatte einbauen lassen. Als ich nun die Maschine aus großer Fahrt abfangen wollte, blockierte er das Höhenruder in Richtung „Ziehen“. Ich hatte nicht mehr genug Höhe und auch nicht genug Zeit, um mit dem Fallschirm aussteigen zu können. Ich mußte jetzt alles riskieren, um noch eine kleinste Chance der Rettung zu gewinnen. Ich stellte deshalb die Maschine kurz vor Erreichen des Bodens auf den Kopf und riß sie mit dem geringen, mir noch verbleibenden Steuerausschlag in Richtung „Ziehen“ dicht über den Boden wieder heraus. Das Aufbäumen genügte tatsächlich, um die Maschine abzufangen. Sie setzte hart auf. Kufe und Rumpf splitterten. Ich blieb unverletzt. Ein anderes Mal sollte ich hohe Geschwindigkeiten bei voller Last erproben. Zu diesem Zweck hatten wir einen Tank mit Wasser eingebaut. Da aber die provisorische Landekufe für eine Landung mit solcher Last nicht berechnet war (die Einsatzmaschine brauchte ja nicht zu landen, sondern stürzte sich in das Ziel), mußte das Wasser vor der Landung aus dem Tank herausgelassen werden, weil sich sonst bei der geringen Federung der Pilot unweigerlich beim Landen das Rückgrat verletzen mußte. Ich begann die Versuche in etwa sechstausend Meter Höhe, was zur Folge hatte, daß die Tanköffnung zum Ablassen des Wassers vereiste. Als ich nun in fünfzehnhundert Meter Höhe im Horizontalflug den Tank öffnen wollte, ließ sich die Auslösung infolge der Vereisung nicht mehr bewegen. Da aber der Flug ohne Triebwerk im Gleitflug vor sich ging, und die Maschine sich mit hoher Sinkgeschwindigkeit rasch dem Boden näherte, wurde jede Sekunde entscheidend. Meine Hände rissen sich in verzweifelter Anstrengung an dem Auslösegriff, der sich nicht bewegen wollte, blutig. Die Erde kam immer näher. Endlich, wenige hundert Meter über dem Boden ließ sich die Öffnung lösen, und es gelang noch eben, den größten Teil des Wassers aus dem Tank zu lassen. Die Maschine war gerettet. Ich hatte Glück gehabt.

Die V 1 war fliegerisch leicht zu beherrschen und hätte flugeigenschaftsmäßig von Durchschnittspiloten einwandfrei geflogen werden können. Schwierig war lediglich die Landung, da die Landegeschwindigkeit sehr hoch war und meist ohne Triebwerk gelandet werden mußte.

Inzwischen begannen wir in der doppelsitzigen V 1 die Männer zu schulen, die später selbst wieder als Lehrer die übrigen SO-Männer ausbilden sollten. Wir ließen uns Rauchziele, die wir systematisch anflogen, in große Höhen schießen. Wir studierten alle maßstabgetreuen Modelle der Schlüsselstellungen des Gegners und bereiteten in dieser Form unter anderm den Einsatz ganz nüchtern fliegerisch und technisch vor.

Doch die Zeit rollte über alle diese Anstrengungen hinweg und veränderte das Bild immer eindeutiger zu ungunsten Deutschlands.

Inzwischen hatte die Invasion begonnen. Weder die Me 328 noch die bemannte VI konnten jemals eingesetzt werden. Jetzt wurde es zum erstenmal offensichtlich, daß der entscheidende Augenblick verpaßt worden war. Die Schwierigkeiten, die sich von Beginn an unserem Plan entgegengestellt hatten, waren größer gewesen als unser Wille. Und hier beginnt dann die Reihe der persönlichen und sachlichen Mißverständnisse, die auch innerhalb der Formation zu großen Schwierigkeiten geführt haben. Sie aufzuzeigen lohnt sich heute nicht mehr, denn sie müssen im Schmelztiegel der großen geschichtlichen Ereignisse, die sich seitdem begeben haben, klein und unbedeutend erscheinen. Eines jedoch muß festgestellt werden: Die Männer des Selbstopfer-Einsatzes lebten während der ganzen Zeit nur dem einen hohen Ziel, das sie sich gesetzt hatten. Dieses Ziel mußte notwendig alles ausschließen, was der Idee hätte Abbruch tun können. Dazu gehörte zum Beispiel Himmlers Vorschlag, für den Selbstopfer-Einsatz nur Lebensmüde, Kranke oder Verbrecher vorzusehen, die mit ihrem freiwilligen Tod ihre „Ehre“ wiedergewinnen sollten.

Dazu gehörte aber auch jegliche Herausstellung der Männer durch die Propaganda, wie es durch Goebbels geschah, der sie eines Tages zu sich rief, um ihnen eine vorzeitige Heldenehrung zu bereiten, die unterschiedslos bei jedem einzelnen nur peinlichste Betroffenheit auslöste. Solche Vorgänge zeigten nur die völlige Verkennung unseres Planes. Man verkannte die Haltung, aus der bei uns der Gedanke des Selbstopfer-Einsatzes geboren worden war.

Wir hatten jedoch wenig Möglichkeiten, uns dagegen zu wehren. denn die Verhältnisse waren stärker. Meine Kameraden lebten weiter eingeschlossen in dem engen Kreis ihrer militärischen Einordnung, während die Zeit verrann. Die militärische und politische Entwicklung machte unsere Einsatzbereitschaft gegenstandslos. Es war zu spät!

Meine Mutter

Ob es den Rahmen meines Buches sprengt, wenn ich hier der Mutter allein ein ganz kurzes Kapitel widme? Sie spielt in meiner Entwicklung und in meinem Fliegerleben eine so ausschlaggebende Rolle, daß alles bisher über sie Gesagte mir ungenügend erscheint.

Meinen Entschluß zum Selbstopfer-Einsatz habe ich mit ihr besprochen. Sie blieb sich auch hier treu, wie sie es von allem Anfang an gewesen war. Seit Jahren wußte sie ihr Kind in ständig steigender Lebensgefahr. Keine Klage darüber kam je über ihre Lippen. Wozu wäre dies auch gut gewesen? Ich wußte es ganz genau, sie gehörte nicht zu den Menschen, denen es gelingt, einen derartigen Zustand nach und nach gewohnheitsmäßig hinzunehmen. Das lag nicht in ihr.

Immer von neuem mußte sie sich durchringen. Aber sie tat dies mit so viel Kraft, mit so viel Glauben, daß ich mich in dieser unerschütterlichen Zuversicht geborgen fühlte. Es kam die Zeit, da unzählige um mich her den Tod fanden, nur dadurch, daß sie derselben Aufgabe dienten, die auch täglich die meine war. Mutter ließ sich nicht irremachen.

Ihr Glaube hielt die härtesten Proben aus. Dabei blieb ihr Urteil klar und unbestechlich. Wurde sie bei Entscheidungen um ihre Meinung befragt, entschied sie sich immer für den Weg, den das Gewissen ihr vorschrieb, auch wenn er der schwerste, gefahrvollste für mich war. Es fiel ihr das bitter hart. Aber sie konnte nicht anders.

In allen Dingen wußte ich sie neben mir. So intensiv lebte sie mein Leben mit, daß sie auch bei monatelanger Trennung im Augenblick für mich einspringen konnte, wenn es nottat. Das zeigte sich sogar in ungezählten Kleinigkeiten. Hatte ich zum Beispiel gelegentlich einmal öffentlich zu sprechen, aber infolge meiner Arbeitsüberlastung keine Zeit, mich vorzubereiten, rief ich einfach in den Fernsprecher: „Mutter, bitte denk dir aus‚ was ich heut’ abend reden soll“, und nannte ihr die paar Gesichtspunkte, die ich für mich vorgesehen hatte. Noch ehe die Stunde des Vortrags da war, kam der erwartete Anruf. Rasch teilte mir die Mutter mit, was sie zusammengestellt hatte. Immer waren es höchst eigengeprägte und ungewöhnliche Gedanken. Verwertet habe ich sie zwar merkwürdigerweise nie. Denn wenn ich in so viel fragende Augen schaute, fiel mir das Sprechen nie schwer. Diese mütterliche Hilfe gab mir aber völlige Ruhe. Ich stand ja nun unter keiner Bedingung mit leeren Händen da, und aus dieser Ruhe heraus konnte ich dann ohne weiteres meine eigenen Gedanken vorbringen. Zahllose ähnliche Dinge könnte ich noch berichten. Aber ich will mich kurz fassen.

Nur eines noch möchte ich schließlich sagen: Unter den hohen geistigen und menschlichen Fähigkeiten meiner Mutter, die unser gegenseitiges Verhältnis so ungewöhnlich gestalteten, war ihre allergrößte Begabung die Liebesfähigkeit. Alles, alles konnte man von ihr fordern.

Wo wirkliches Helfen in Betracht kam, gab es für sie keine Schwierigkeiten. Dieses Empfinden war so stark in ihr, daß es einen erwärmte und beglückte, auch wenn man nur in der Ferne daran dachte. Ja, solange die Mutter da war, konnte einem nichts Arges geschehen.

Das letzte halbe Jahr

Im Oktober 1944 wurde ich bei einem Luftangriff auf Berlin auf dem Wege zum Bunker verletzt. Man brachte mich in das Luftwaffen-Lazarett des Flakbunkers am Zoo. Dort stellte man Gehirnerschütterung und einen Riß der linken Armgelenkkapsel fest. Erneut würde ich für Wochen am Fliegen verhindert sein.

Als ich erst wenige Tage im Lazarett lag, erhielt ich die Nachricht, daß Heinz Kensche, der für mich bei der Weitererprobung der V 1 eingesprungen war, bei einem Versuchsflug mit dem Fallschirm hatte abspringen müssen. Es ließ mir keine Ruhe, daß ich nichts Näheres über sein Ergehen und die Ursache des Absturzes in Erfahrung bringen konnte. Ich benutzte deshalb die Gelegenheit, während mich Arzt und Schwestern auf einem Genesungsspaziergang durch den Tiergarten vermuteten, und fuhr nach Adlershof, wo meine „Bücker 181“ stand, um schnell zu meinem Kameraden nach Lärz zu fliegen.

Als der Arzt von diesem heimlichen Flug erfuhr, erhielt ich Verbot, das Lazarett zu verlassen. In der Abgeschlossenheit von der Außenwelt bedrängte mich immer wieder neu das Bild des durch Bomben zerstörten Berlin, wie ich es auf meinem Flug gesehen hatte, und immer stärker verdichtete sich in mir die Ahnung, daß diese Stadt noch nicht am Ende ihrer Prüfungen stände und noch Schlimmeres erleben würde.

Es konnten dann Situationen eintreten, in denen es unmöglich sein würde, auf normale Weise in Berlin zu landen. Wie aber sollte sich ein Flieger zurechtfinden, wenn die Stadt noch mehr zerstört in Qualm und Feuer verhüllt lag? Dann aber konnte es gerade notwendig werden, Berlin anzufliegen, um Verwundete zu transportieren, oder um Sonderaufträge auszuführen.

Ich besprach diese Frage mit Oberst Rudel, der zur selben Zeit mit einer Beinamputation im Bunker lag. Dabei dachte ich vor allem an die Verwendung eines Hubschraubers, der zum Starten und Landen nur eine kleine Fläche braucht, wobei ein flaches Dach genügt. Vielleicht kam dafür sogar der Turm des Zoobunkers in Frage.

Rudel und ich sahen uns daraufhin den Turm an. Auch unter den ungünstigsten Bedingungen, in der Verwirrung eines Kampfgeschehens zum Beispiel, mußte der Flakturm auch dann noch anzufliegen sein, wenn durch Qualm und Rauch keine ausreichende Sicht gegeben wäre.

Man müßte dann die fehlende Hilfe einer Funkpeilung zu ersetzen versuchen. Zu diesem Zweck trainierte ich, sobald mich der Arzt wieder frei ließ, und flog systematisch bei jeglichem Wetter in ganz niedriger Höhe von weit sichtbaren Anhaltspunkten von der Peripherie der Stadt aus den Flakturm an. Gastürme und Kirchtürme, der Funkturm, der Turm des Ullsteinhauses waren die stets gleichen Anhaltspunkte. Von jedem einzelnen aus bestimmte ich den Kompaßkurs in Richtung Zoobunker und prägte ihn mir ein. Bald war mir jeder Winkel und jedes Trümmerdach auf diesem Weg bekannt, und ich wußte, daß ich auch unter den ungünstigsten Gegebenheiten bei Tag oder Nacht, bei Nebel oder Feuer absolut sicher den Weg zum Flakbunker finden würde. Davon erfuhr Generaloberst von Greim. Als ich im Januar 1945 aus dem Lazarett entlassen wurde, war der Krieg bereits in seine Endphase eingetreten. Das vergebliche Ringen der letzten Monate rollte unaufhaltsam ab wie eine Lawine, die alles verschüttet. Alliierte Truppen hatten im Westen wie im Osten längst deutschen Boden besetzt. Mit Erbitterung wurde auch der Kampf um Schlesien geführt. Breslau war zur Festung erklärt worden und versuchte, dem Ansturm der russischen Armeen standzuhalten. Niemand konnte daran zweifeln, daß es vergeblich sein würde. Um so größer war die Anteilnahme an dem Schicksal der eingeschlossenen Bevölkerung und die Sorge um sie.

Schlesien war meine Heimat. In meinen glücklichen Tagen hatte ich von der schlesischen Bevölkerung ungezählte Beweise der Zuneigung und Liebe erhalten. Ich zögerte deshalb nicht, als mich ein Funkspruch aus Breslau dorthin rief. Mitte Februar flog ich zum erstenmal in die Stadt ein, die zu diesem Zeitpunkt von einer Seite eine zwar ständig von feindlichen Luftstreitkräften bedrohte, aber noch offene Einflugschneise hatte. Ich blieb dort einen Tag und eine Nacht, um mit dringenden Nachrichten versehen, nach Berlin zurückzufliegen. Ende Februar flog ich – nun in Begleitung von Staatssekretär Naumann – zum zweitenmal nach Breslau, das inzwischen völlig eingeschlossen war. Wir machten Zwischenlandung in Schweidnitz, das damals noch in deutscher Hand war, um uns mit den neuesten Lageberichten zu versehen.

In letzter Minute vor dem Start hatte mich noch ein telephonischer Befehl Hitlers erreicht, der mir unter allen Umständen den Einflug nach Breslau verbot. Hier aber mußte ich nur meinem Herzen folgen. Ich war ja immer noch zivile Angestellte der Forschungsanstalt in Darmstadt und deshalb keinem militärischen Befehl direkt unterstellt, auch wenn er von höchster Stelle kam. Ich flog, „sprang“ in niedrigster Höhe, wenige Meter über dem Boden, über Hecken und Bäume, um den Fieseler-Storch der Sicht der russischen Panzer zu entziehen. Heil kamen wir nach Breslau und landeten in der eingeschlossenen Stadt. Und wieder, wie in Rußland, erlebte ich den Krieg in seiner grausamsten Nacktheit. Während mein Begleiter seinen Auftrag erfüllte, sah ich alle Männer, blasse, angstvolle Frauengesichter, in denen der Mund stumm geworden war vor dem Entsetzlichen, das nach ihnen griff. Auch der Rückflug aus dem eingeschlossenen Breslau gelang. Noch ein drittes Mal wurde ich im April nach Breslau gerufen. Ich flog nach Hirschberg, das vom größten Teil der Zivilbevölkerung geräumt, von den Russen aber noch nicht besetzt war. Von dort wollte ich nach Breslau weiterfliegen, aber als ich in meiner Vaterstadt eingetroffen war, erfuhr ich, daß sich mein Auftrag nach Breslau bereits erledigt hatte. Am 19. April erreichte mich dort ein Funkspruch, der mich nach München rief. Schweren Herzens nahm ich von Oberbürgermeister Blasius, dem alten Freund meiner Eltern, Abschied, wohl wissend, daß ich diesen vorbildlichen deutschen Mann und die geliebte Stadt nicht wiedersehen würde.

In München erhielt ich den Auftrag, in dem Raum von Kitzbühel Notlandeplätze für Verwundetentransporte ausfindig zu machen. Einen ganzen Tag durfte ich noch bei meiner Familie in Salzburg verleben. Dorthin waren meine Eltern, meine Schwester Heidi mit ihren drei Kindern und unsere treue Hausgehilfin Anni, evakuiert worden.

Unser Wiedersehen schenkte uns noch – wenn auch unter dem lähmenden Anwachsen der deutschen Tragödie – das ganze Glück des Zusammenseins.

Ich begab mich nun nach Kitzbühel. Dort erreichte mich am 25. April eine Nachricht des Generalobersten von Greim, der mich bat, sofort zur Durchführung eines Sonderauftrages nach München zu kommen. Unterwegs erfuhr ich, daß Greim durch Funkspruch umgehend in die Reichskanzlei zu Adolf Hitler befohlen worden war. Da er wußte, daß Berlin von den Russen bereits völlig eingeschlossen war und sich russische Truppen schon in der Stadt befanden, glaubte er die Reichskanzlei am ehesten mit einem Hubschrauber erreichen zu können. Er erinnerte sich dabei meiner systematischen Trainingsflüge über dem zerstörten Berlin und wußte, daß ich mich in jedem Falle über der Stadt auskennen würde. Nach der ganzen Lage mußte er jedoch damit rechnen, daß wir von diesem Flug nicht zurückkehren würden. Deshalb trug er sein Anliegen zuerst meinen Eltern vor. Sie zögerten keinen Augenblick, ihre Zustimmung zu geben.

Es war Mitternacht, als ich in Salzburg eintraf, um von meiner Familie Abschied für immer zu nehmen. Dort erwartete meine Familie mich schon in der Toreinfahrt von Schloß Loopoldskron. Wortlos schlossen sie mich in ihre Arme. Ich ging in den Kellerschutzraum zu den schlafenden Kindern, hob noch einmal ein jedes auf und drückte es ans Herz – dann sah ich zum letztenmal in die geliebten Augen von Vater und Mutter, die gerade und aufrecht standen, als ich in den Wagen stieg.

Die Ju 188, welche Generaloberst von Greim und mich nach Rechlin bringen sollte, startete gegen 2.30 Uhr morgens vom Flugplatz Neu-Biberg bei München. Sie flog mit eigenem Piloten. Schweigend stand ich im engen Rumpf der Maschine und sah in die sternklare Nacht, die wider Erwarten frei von feindlichen Maschinen war, welche schon seit Wochen den deutschen Luftraum beherrschten. Für mich waren nun die Würfel gefallen.

Am 26. April gegen vier Uhr morgens trafen wir in Rechlin ein.

Dort befand sich der Führungsstab Nord der Luftwaffe. Die Nachrichten, die wir erhielten, waren sehr schlecht. Seit zwei Tagen war es infolge starker russischer Abwehr keiner deutschen Maschine mehr gelungen, nach Berlin einzufliegen. Von den Berliner Flughäfen befand sich nur noch Gatow in deutscher Hand, das jedoch auch bereits von den Russen umschlossen war und unter ihrem Artilleriebeschuß lag.

Es war unbekannt, ob das Flugfeld noch genügend trichterfreies Gelände aufwies, um landen zu können. Der Hubschrauber, mit dem wir bei Nacht vor der Reichskanzlei niedergehen wollten, war inzwischen auf dem Flugplatz Rechlin bei einem Bombenangriff zerstört worden.

Man entschied sich deshalb für die FW 190, einen einsitzigen Jäger, dessen Gepäckraum zu einem zweiten Sitz ausgebaut worden war. Es war die schnellste Maschine, die Rechlin im Augenblick besaß, und es war die gleiche, mit der Speer zwei Tage vorher nach Berlin hinein und wieder herausgeflogen war. Der Pilot der Maschine, Feldwebel B., der bisher die meisten Einsätze über Berlin geflogen hatte, besaß ausgezeichnete Erfahrung und Kenntnis von der Taktik der Russen, ihren Abwehr- und Flakstellungen.

Es schien deshalb zweckmäßig, daß er auch den Flug nach Gatow durchführte. Dann jedoch sollte er mit der Maschine sofort wieder nach Rechlin zurückfliegen, da man zu jeder Stunde auch mit der Einnahme von Gatow durch die Russen rechnen mußte.

Dieser Umstand machte meinen Gedanken zu schaffen. Was würde von Gatow aus werden? Denn der Einflug in das Stadtinnere würde ja erst den schwierigsten Teil dieses Fluges bedeuten. Allerdings war er mir bereits durch meine Trainingsflüge bis in alle Einzelheiten bekannt.

Mein Entschluß stand fest. Ich verließ den Besprechungsraum und begab mich zum Flugplatz. Den Piloten, der die Vorbereitungen traf, fragte ich, ob ich das Gelingen des Fluges gefährden würde, wenn ich mitflöge. Er lachte. „Ihr Gewicht spielt keine Rolle. Aber der Platz reicht nicht aus.“ Nun, das stand noch nicht fest. Vielleicht war es möglich, daß ich im hinteren Teil des Rumpfes Platz fand, obwohl darin bereits Geräte, wie Akkumulatoren und Sauerstoffflaschen, verstaut waren, die sonst im Gepäckraum untergebracht wurden.

Mit Hilfe von Kameraden ließ ich mich durch eine Luke in den hinteren Teil des Rumpfes buchstäblich „einfädeln“, mit den Beinen voraus. Zusammengekrümmt lag ich nun in völliger Dunkelheit auf den scharfen Metallspanten, die den Rumpf bilden. Es blieb kein Platz, um meine Lage auch nur etwas ändern zu können. Ich wußte, daß ich ohne Hilfe nie mehr herauskommen würde.

Kaleidoskopartig jagten jetzt die schrecklichsten Bilder an meinem geistigen Auge vorbei. Eine fürchterliche Angst, wie ich sie noch nie erlebt hatte, überfiel mich plötzlich. Aber ich mußte sie überwinden.

Ich durfte jetzt nicht kapitulieren. Inzwischen war es über dem Flugplatz lebendig geworden. Dreißig bis vierzig Jäger, die unsere Maschine als Jagdschutz begleiten sollten, erfüllten die Luft mit ihrem Getöse. Schon allein der Gedanke, daß sie da waren, gab mir Kraft. Ich konnte mich nicht entsinnen, in den letzten Monaten je so viele deutsche Maschinen zusammen am Himmel gesehen zu haben.

Kurz darauf traf Generaloberst v. Greim ein und nahm in der Maschine Platz. Erst als wir startklar waren, rief ich ihn von meinem Versteck aus an. Einen Augenblick war es still. Dann hörte ich ihn laut und suchend rufen: „Kapitän, wo sind Sie?“ Ich gab noch einmal Antwort, dann rollten wir über den unebenen Platz, was ich auf den scharfen Metallspanten schmerzhaft spürte.

Wenn alles gut ging, mußten wir Gatow in etwa 30 Minuten erreicht haben. Doch wer durfte damit rechnen, daß alles gut ging? Der Luftraum von Berlin wurde von feindlichen Jägern ständig kontrolliert. Sie würden sich wie Habichte auf uns stürzen.

Überraschend ging jedoch der Flug bis kurz vor Berlin völlig glatt. Trotzdem hatte ich das Gefühl, daß sich die Minuten, die ich auf dem Leuchtzifferblatt meiner Uhr ablas, zu Ewigkeiten ausdehnten. Nie hatte ich einen Flug in einer solchen marternden Spannung gemacht, so völlig allem und jedem ausgeliefert, was an dunklem, unbekanntem Schicksal auf uns zukommen wollte.

Plötzlich – wir mußten eben das Gebiet von Berlin erreicht haben – stellte der Pilot die Maschine fast senkrecht auf den Kopf und stürzte brausend nach unten. Noch größer als die physische Anstrengung – ich lag ja mit dem Kopf nach unten – war für mich in diesem Augenblick die innere Erregung; denn ich mußte annehmen, daß die Maschine angeschossen worden war; nun erwartete ich, daß sie auf den Boden aufschlagen und in Brand geraten würde. Ich wußte nicht, daß sich der Pilot durch diesen Sturz angreifenden russischen Jägern entzogen hatte. Ich merkte nur, wie er nach einer Weile die Maschine abfing. Kurz danach setzte sie auf den Boden auf. Wir befanden uns auf dem Flugplatz Gatow.

Sofort suchten wir den Luftschutzbunker der Flugleitung auf. Greim nahm telefonisch mit der Reichskanzlei Verbindung auf, was unter großen Schwierigkeiten und immerwährenden Unterbrechungen endlich gelang. Auf sein Befragen teilte ihm Oberst V. Below mit, daß Hitler ihn unter allen Umständen zu sprechen wünsche, ohne ihm jedoch Gründe dafür anzugeben. Zugleich wurde ihm mitgeteilt, daß alle Zufahrtsstraßen in die Stadt hinein bereits in den Händen der Russen waren, ebenso in der Stadt selbst der Anhalter Bahnhof, das Knie, Teile der Bülow- und Potsdamer Straße.

Unter diesen Umständen schien es fast aussichtslos, die Reichskanzlei noch erreichen zu können. Greim fühlte sich aber verpflichtet, wenn nur irgend möglich, dem Befehl zu folgen. Unsere Überlegungen führten zu dem Entschluß, zu versuchen, mit dem Fieseler-Storch nach Berlin hineinzufliegen und am Brandenburger Tor zu landen.

Der erste „Storch“, den wir benutzen wollten, fiel aber kurz vor dem Start durch einen Artillerietreffer aus. Erst gegen sechs Uhr abends war der zweite, noch einzig verbliebene „Storch“ startklar. Da ich keine Fronterfahrung in Feindflügen hatte, wollte Greim die Maschine selbst steuern. Hinter seinem Sitz stehend machte ich, noch bevor wir starteten, den Versuch, ob für mich Gashebel und Steuerknüppcl über seine linke Schulter hinweg erreichbar wären, um sie im Notfall bedienen zu können.

Die Maschine hob leicht vom Boden ab. Wir flogen in niedrigster Höhe. Unter uns lag der Wannsee silbern in der niedergehenden Sonne, friedliches Bild der Natur! Nur flüchtig nahm ich es auf; denn die Gefahr hielt mich wie ein Tier hellwach.

Jetzt hatten wir den Grunewald erreicht. Wir hielten uns dicht übel den Baumwipfeln, um den feindlichen Jägern zu entgehen, die überall am Himmel auftauchten. Aber dann brach es hervor, vom Grund und aus den Schatten und aus den Kronen der Bäume, ein höllisches Feuer, das nur uns zu gelten schien.

Ich hatte mich nicht getäuscht. Unter uns wimmelte es von russischen Panzern und Soldaten. Deutlich sah ich die Gesichter der Russen, die mit allem, was sie hatten, mit ihren Gewehren, mit Maschinenpistolen und mit Panzerwaffen auf uns schossen. Rechts, links, über und unter uns saßen kleine verderbenbringende Explosionswolken, bis es auf einmal furchtbar krachte. Ich sah eine gelblich weiße Flamme neben dem Motor aufleuchten und hörte gleichzeitig Greim rufen, daß er getroffen sei. Ein Panzersprenggeschoß hatte seinen rechten Fuß durchschlagen. In fast mechanischer Reaktion ergriff ich über seine Schulter hinweg Gashebel und Steuerknüppel und versuchte die Maschine in Abwehrbewegungen zu halten. Der Verwundete hatte inzwischen das Bewußtsein verloren und war in sich zusammengesackt.

Immer noch war die Luft erfüllt von unzähligen Detonationen, so mächtig, daß der eigene Motor kaum zu hören war. Einschläge trafen die Maschine. Mit Schrecken sah ich, daß aus beiden Flächentanks Benzin rann. Jede Sekunde mußte die Explosion erfolgen, und ich konnte nicht begreifen, daß es nicht dazu kam. Der „Storch“ blieb weiter manövrierfähig, und ich blieb unverletzt. Dabei quälten sich meine Gedanken um den Verwundeten, der ab und zu für kurze Augenblicke aus der Ohnmacht erwachte und dann versuchte, mit ungeheurer Energie das Steuer wieder selbst zu übernehmen. Aber immer wieder entglitt es seiner Hand.

Wir näherten uns jetzt dem Funkturm. Qualm, Rauch, Staub und ein intensiver Geruch von Schwefel wurden noch dichter und beißender, aber das Schießen ließ langsam nach. Offensichtlich flogen wir jetzt über deutsch besetzte Stadtteile. Ich flog den Funkturm an, doch hatte ich von hier aus kaum Sicht. Jetzt kamen mir meine Trainingsflüge über Berlin zu Hilfe. Ich brauchte nicht umherzusuchen, was in dieser Situation hätte gefährlich werden können, es genügte, daß ich den Kompaßkurs zum Flakbunker wußte. Links davon lag die Ost-West-Achse mit der Siegessäule. Dicht vor dem Brandenburger Tor setzte ich die Maschine auf; im Tank war kaum noch Benzin.

Die Gegend war wie ausgestorben. Ausgerissene Bäume, abgeschlagene Äste und Betonbrocken lagen herum. Das Grauen, das von ihnen aus ging, war furchtbar. Hier schien es nichts Lebendes mehr zu geben.

Mit großer Mühe half ich dem zum Bewußtsein gekommenen Generaloberst aus der Maschine, die von oben erkannt und beschossen werden konnte. Er setzte sich an den Straßenrand, Nun mußten wir warten, warten, ob vielleicht ein Fahrzeug die Straße kreuzen würde. Ob es dann ein deutsches oder ein feindliches sein würde, war gänzlich ungewiß.

Tödlich langsam schlich die Zeit. In der Nähe krachten kurze harte Einschläge. Sonst nichts als die unheimliche Öde. Aber dann – ich weiß nicht wie lange wir gewartet hatten – kam endlich ein deutscher Kraftwagen, den wir anhielten und der uns aufnahm.

Wir fuhren durch das Brandenburger Tor, unter den Linden entlang, durch die Wilhelmstraße und bogen in die Voßstraße ein. Was ich auf diesem Weg sah, schien mir eine unwirkliche Kulisse, wenn ich an die stolze Straßenfront vergangener Tage dachte. Nichts war von ihr übrig geblieben als Schutt, Asche und beißender Brandgeruch.

Vor dem Eingang des Luftschutzbunkers der Reichskanzlei hielten wir an. SS-Wachen brachten den Generaloberst in den Operationsbunker, in dem Dr. Stumpfecker sofort seine ärztliche Behandlung übernahm. Danach wurden wir – der Generaloberst auf einer Bahre liegend – zwei Stockwerke tiefer in den Führerbunker gebracht. Auf der Treppe kam uns Frau Goebbels entgegen, die ich zum erstenmal sah; ich erkannte sie von Bildern her. Einen kurzen Augenblick starrte sie mit weit aufgerissenen Augen unseren kleinen Zug an, als ob sie nicht begreifen könne, daß hier überhaupt noch Menschen hereinfanden. Dann schloß sie mich weinend in die Arme.

Im Führerbunker trafen wir in dem kleinen dielenartigen Gang Adolf Hitler. Seine Gestalt war jetzt stark vornübergebeugt, beide Arme zitterten ununterbrochen, und sein Blick hatte etwas gläsern Fernes. Mit fast tonloser Stimme begrüßte er uns.

Greim erstattete Bericht. Ruhig und gespannt hörte Hitler zu. Am Ende des Berichtes ergriff er Greims Hände, und sagte dann, zu mir gewandt: „Sie tapfere Frau! Es gibt noch Treue und Mut auf der Welt.“

Dann erfuhren wir durch ihn, warum er Greim hatte rufen lassen. Er glaubte sich von Göring verraten. Hitler zeigte Greim den bekannt gewordenen Funkspruch, in dem Göring um die Bestätigung der Nachfolge ersucht hatte. „Es bleibt mir nichts auf der Welt erspart, keine Enttäuschung, kein Treuebruch, keine Ehrlosigkeit und kein Verrat.

Ich habe Göring sofort verhaften lassen, ihn aller seiner Ämter enthoben und ihn aus allen Organisationen ausgestoßen.“

Dann ernannte er Greim zum Nachfolger Görings mit gleichzeitiger Beförderung zum Generalfeldmarschall.

Im Raum war es still. Ich blickte auf das Gesicht des neuen Feldmarschalls, der unbeweglich und mit zusammengepreßten Lippen zuhörte. Es war nicht schwer zu erraten, welche Gedanken und Empfindungen diese Ernennung in ihm auslösten. Oberbefehlshaber einer Luftwaffe, die nicht mehr existierte! In dieser Lage konnte der Auftrag für ihn, dessen Ehrbegriff als Offizier auch im Chaos unwandelbar blieb und über jede Rücksichtnahme auf die eigene Person hinausging, nur eine Bedeutung haben hier im Bunker auch das Ende zu erleben! So war es auch für mich selbstverständlich, zu bleiben.

Der Kreis, in dem wir uns befanden, war klein. Außer Dr, Goebbels und seiner Frau, die aus freiem Willen darauf verzichtet hatte, mit ihren Kindern Berlin zu verlassen, lernte ich auch Eva Braun kennen.

Weiter begegnete ich hier im Bunker Martin Bormann, Staatssekretär Naumann, Botschafter Hevel, Admiral Voß, Oberst von Below, General Krebs, General Burgdorf, Hitlers Piloten Baur und Betz, den Sekretärinnen Frau Christian, Frau Jung und Fräulein Krüger, Dr. Lorenz, SS-Gruppenführer Rattenhuber, SS-Gruppenführer Fegelein, der vor kurzem die Schwester von Eva Braun geheiratet hatte. Die Genannten waren, mit Ausnahme von Goebbels, in Bunkerräumen untergebracht, die ein Stockwerk höher lagen.

Im untersten Teil des Bunkers wohnten Hitler, Eva Braun, Dr. Goebbels und Dr. Stumpfecker.

Wenn mich der Krankendienst bei Feldmarschall v. Greim nicht in Anspruch nahm, widmete ich mich den Kindern von Goebbels. Kurz nach der Begrüßung mit Hitler hatte mich Frau Goebbels in ihr Zimmer, das einen Stock höher lag, geholt, wo ich mich von Staub und Schmutz reinigen konnte.

Als ich den Raum betrat, schaute ich in sechs schöne Kindergesichter im Alter von vier bis zwölf Jahren, die mir aus ihren übereinandergebauten Luftschutzbetten mit lebhafter Neugier entgegensahen. Daß ich fliegen konnte, schloß sofort das Tor ihrer Kinderphantasie weit auf, und während ich mich – noch aufgewühlt von den letzten Stunden – wusch, plapperten und fragten ihre Münder in einem fort und zwangen mich so, ob ich wollte oder nicht, in ihre bunte Welt. Von da an mußte ich zu jeder Mahlzeit zu ihnen kommen, ihnen von fremden Ländern und Menschen, die ich gesehen hatte und von meinen Flügen berichten oder Märchen erzählen, die sie hören wollten. Jedes einzelne Kind entzückte in seiner natürlichen, klugen und aufgeschlossenen Art.

Die geschwisterliche Liebe der Kleinen untereinander hatte etwas Ergreifendes. Als eines der Kinder einer Angina wegen im Nebenraum isoliert lag, mußte ich von Zeit zu Zeit meine Erzählungen unterbrechen, damit abwechselnd eines der Geschwister dem kranken Schwesterchen den Fortgang des Märchens berichten konnte. Ich lehrte sie mehrstimmige Lieder singen und auch echte Tiroler Jodler, die sie rasch lernten. Das Donnern und Krachen der Einschläge beunruhigte sie nicht; denn sie glaubten kindlich, wie man es ihnen vorgesagt hatte, daß der „Onkel Führer“ damit die Feinde besiege, und wenn einmal das Jüngste ängstlich wurde, ließ es sich von den älteren Geschwistern mit dieser Vorstellung schnell trösten.

Dieses friedliche Bild, das sich auch dann nicht änderte, als sich die Spannung mit jeder Stunde verdichtete und ins schier Unerträgliche stieg, wurde mir in diesen Tagen, in denen ich im Bunker war, fast zu der größten inneren Belastung. Sie schien mir in manchen Augenblicken kaum mehr tragbar. „Morgen früh, wenn Gott Will, wirst du wieder geweckt“ sang ich mit den Kindern abends vor dem Einschlafen. Würden sie noch einmal geweckt werden?

Die Haltung der übrigen Bunkerinsassen war beherrscht und gefaßt, doch kamen wir nur bei zufälligen Begegnungen zusammen.

Schon in der ersten Nacht (26./27. April), die ich im Bunker verbrachte, hatten sich die Russen endgültig auf die Reichskanzlei eingeschossen. Über uns trommelte unaufhaltsam Artilleriefeuer mit zunehmender Gewalt. Unter dem Donnern und Krachen der Einschläge regnete selbst in diesen untersten Räumen der Mörtel von den Wänden. An Schlaf war nicht zu denken. Jeder blieb in Alarmbereitschaft.

Ich zweifelte nicht, daß das Ende immer näher kam; alle anderen fühlten es auch. Dieses Erkennen lag lähmend auf allen Eingeschlossenen und erzeugte eine künstlich hervorgerufene Hoffnung, der der Verstand widersprach. Der engste Kreis um Hitler lebte gänzlich abgeschlossen von den Geschehnissen, die sich draußen in dem verzweifelten Kampf um Restberlin und um Restdeutschland abspielten, und trotzdem brach aus allen immer wieder ein Hoffen auf Rettung hervor. Es wurde genährt von Gerüchten und Nachrichten, die den Bunker von Zeit zu Zeit erreichten, und führte zu Vorstellungen, die angesichts der Lage zu einem Zerrbild der Wirklichkeit

wurden. Dazu gehörte auch die Hoffnung auf einen Entsatz Berlins.

Dieser Eindruck war besonders stark für den, der – wie wir – von draußen kam. Obwohl wir hier alle auf engstem Raum zusammen waren und vielleicht in Stunden schon das gleiche Schicksal teilen würden, so war es, als ob mich und Greim dadurch eine Wand von den übrigen Insassen im Bunker trennte. Dieser innere Abstand wurde um so größer, je mehr sich die Lage zuspitzte.

In den zwei folgenden Tagen (27.,28. April) geschah aber noch nichts, was die Lage grundsätzlich geändert hätte. In quälendem Warten verrannen die Stunden, ab und zu aufgepeitscht durch eine neue Hoffnung, welche die Illusion gebar, oder durch eine Schreckensnachricht, die plötzlich wie ein Lauffeuer durch den Bunker ging. Fegelein, der langjährige Verbindungsmann zwischen Hitler und Himmler, Schwager von Eva Braun, sollte wegen eines Fluchtversuchs auf Befehl von Hitler erschossen worden sein. In solchen Augenblicken erschien es mir, als verlöre ich jeden Boden unter den Füßen.

Die Wucht des Angriffes auf die Reichskanzlei steigerte sich von Stunde zu Stunde. Es war kein Zweifel: der Russe war in ständigem Vordringen. Wir hatten keine Hoffnung mehr, jemals wieder das Tageslicht zu sehen. Wie ein Wunder wirkte die Nachricht‚ daß eine Ju 52 auf der Achse gelandet war, um Greim und mich aus Berlin herauszuholen. Auch Rudel rief aus Rechlin über die letzte noch verfügbare Leitung aus demselben Grunde an. Greim lehnte ab.

Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes im Bunker hatte mich Hitler in sein Arbeitszimmer rufen lassen. Als er vor mir stand, noch einen Schein blasser, noch stärker in sich zusammengesunken mit einem fahlen, greisenhaft verfallenen Gesicht, gab er mir zwei kleine Phiolen mit Gift, damit – wie er sagte – Greim und ich jederzeit die Freiheit der Entscheidung haben sollten. Danach sprach er aus, daß er freiwillig mit Eva Braun aus dem Leben scheiden würde, wenn sich die Hoffnung auf einen Entsatz von Berlin durch General Wenck nicht erfüllen sollte. Auch wenn sich seine Hoffnung auf die Armee Wenk erfüllt hätte, würden – meinem Eindruck nach – Hitlers Kräfte aber nicht zu einem Weiterleben ausgereicht haben. Jede Chance einer Rettung für seine Person, die sich ihm in diesen Tagen noch bot, wie die Landung der Ju 52 und der Arado 96 auf der Ost-West-Achse, wies er als indiskutabel ab. Allein sein Glaube, daß sein Verbleib in Berlin den Soldaten ein letzter Ansporn sei, hielt ihn noch am Leben. Dann kam die Nacht vom 28./29. April. Ein Feuerüberfall löste den anderen ab, ein Orkan prasselte auf die Reichskanzlei hernieder. Nach einem Gerücht hatte der Russe bereits den Anfang der Wilhelmstraße erreicht und war auch schon bis zum Potsdamer Platz vorgedrungen.

Es war kurz nach Mitternacht, als Hitler unerwartet ins Krankenzimmer des Feldmarschalls eintrat, kalkweiß im Gesicht; wie mir schien, das Bild eines schon ausgelöschten Lebens. In der Hand hielt er einen Funkspruch und eine Karte. Er wandte sich an Greim: „Nun hat auch Himmler mich verraten. Sie beide müssen so schnell wie möglich den Bunker verlassen. Ich habe Nachricht bekommen, daß der Russe im Laufe des Vormittags die Reichskanzlei erstürmen will.“

Er entfaltete die Karte.

„Wenn es gelingt“, fuhr er fort, „durch einen Bombenangriff die Bereitstellungen auf den Zufahrtsstraßen zur Reichskanzlei zu vernichten, so können wir mindestens vierundzwanzig Stunden Zeit gewinnen und dadurch General Wenck ermöglichen, noch rechtzeitig bis hierher vorzudringen. Bei Potsdam hört man schon deutsches Artilleriefeuer.“

Dann erklärte er weiter, daß eine Arado 96, der es noch gelungen war, auf der Achse zu landen, uns zur Verfügung stehe.

Ich hatte von militärischen Dingen kaum Ahnung. Doch war mir unfaßlich, wie man zu diesem Zeitpunkt noch ernsthaft mit der Vorstellung einer Befreiung rechnen konnte. Ich dachte an die Bilder, die wir in den letzten Wochen überall in Deutschland gesehen hatten, an die Straßen und Wege, angefüllt und verstopft mit flüchtender Bevölkerung und rückflutenden Truppen, an die Nächte im Bombenhagel, an den pausenlosen Beschuß, unter dem die Reichskanzlei seit Tagen lag – hier konnte nach meiner Ansicht auch keine Armee Wenck mehr helfen.

Doch die Welt der Illusion war immer noch nicht zu zerstören. Weinend beschwor uns Frau Goebbels, nichts unversucht zu lassen, was eine Rettung herbeiführen könnte. Die moralische Verantwortung lag damit auf Greim. Wir machten uns bereit.

Von Hitler, der im Lagebesprechungszimmer war, verabschiedete ich mich kurz mit einem Händedruck. Ich fand in dieser Situation kein Wort, das ich ihm hätte sagen können, während er mit leiser Stimme nur noch sagte: „Gott schütze Sie!“ Frau Goebbels, die ich in diesen Tagen nur beispielhaft gefaßt erlebt hatte, gab mir einen Brief an ihren Sohn aus erster Ehe mit. Die Kinder schliefen. Wie gerne hätte ich sie noch einmal gesehen. Wortlos war der Abschied von den anderen.

Oberst von Below geleitete mich und Ritter von Greim, der sich mühsam auf Krücken stützte, nach oben. Je höher wir kamen, um so beißender wurde der Geruch von Brand und Schwefel, um so undurchsichtiger der Kalkstaub, der die Luft durchsetzte. Gerade war eine Feuerpause eingetreten. Als wir auf die Voßstraße traten, war der Himmel ein einziges gelbrotes Flammenmeer. Ein Panzerwagen nahm uns auf.

Nun begann eine gespenstige Fahrt über die Trümmer der Voßstraße hinweg, die bereits keine Straße mehr war. Das Pfeifen der Granaten und das Krachen der Einschläge erfüllte die Luft, ließ die Erde erbeben, während Feuer und Rauch zum Himmel quollen. Aber schrecklicher als das alles war die Ungewißheit, ob man nicht schon in den Bezirken war, in denen die Russen Fuß gefaßt hatten.

Die Ecke Voßstraße/Hermann-Göring-Straße hatten wir glücklich passiert. Erlöst atmeten wir auf. Nun hatten wir auch den Tiergarten erreicht, und jetzt die Flugleitung an der Siegessäule, die noch in deutscher Hand war. Die Achse selbst lag unter ständigem Beschuß.

Die „Arado“ stand in einer Splitterbox. Sie unter diesen Umständen hier gelandet zu haben, bedeutete eine hervorragende fliegerische Leistung. Es war derselbe Pilot gewesen, mit dem wir nach Gatow geflogen waren. Jetzt mußten wir zu dritt herausfliegen, obwohl die Maschine nur zweisitzig war.

Kuriere meldeten, daß die Achse noch auf vierhundert Meter frei von Granattrichtern sei, doch könne sich das jede Sekunde ändern. Der Start würde auf jeden Fall Glücksache sein.

Die feindlichen Scheinwerfer suchten mit langen Fingern unablässig die Achse ab. Trotzdem konnte die „Arado“ ungesehen vom Boden abheben. Wir nahmen Richtung Brandenburger Tor. Der Siegeswagen stand wie eine schwarze Silhouette im Licht der Scheinwerfer. Wir flogen über ihn hinweg. Der Feind hatte uns jetzt aufgespürt und schoß mit Leuchtspurmunition. Die ganze Luft schien erfüllt davon.

In etwa siebzehnhundert Meter Höhe erreichten wir eine Wolkenschicht, die uns rettend aufnahm. Wir durchflogen sie, und über uns war der Himmel wieder mondhell und klar. Wir nahmen Richtung Rechlin. Der silberne Glanz der märkischen Seen wechselte ab mit dem roten Schein der brennenden Dörfer, die überall die Straßen des Krieges und der Verwüstung säumten.

Morgens gegen drei Uhr landeten wir in Rechlin, von den Männern des Führungsstabes, der sich noch dort befand, schweigend empfangen. Fröstelnd, übernächtigt und innerlich zerrissen von dem Erlebten, stiegen wir aus der Maschine und betraten wieder festen Boden.

Die Luft war kalt und klar. Ich atmete tief auf. Doch spürte ich nicht auch hier schon aus Asche den Geruch von Brand und Untergang?

Nach Besprechungen, die Feldmarschall von Greim mit dem Stab in Rechlin führte, flogen wir nach Plön zu Großadmiral Dönitz und von dort nach kurzem Aufenthalt nach Dobbin zu Feldmarschall Keitel.

Die kleine „Bücker“, die ich mit Vorbedacht gewählt hatte, war wendig und hatte gute Sicht. Sie schien deshalb am ehesten ein Durchkommen zu gewähren. Ich vermied es, über Straßen und Bahngleise zu fliegen, die das ständige Ziel von Tieffliegern waren, schlich mehr als ich flog in niedrigster Höhe von Wald zu Wald, immer am Rand entlang, wo die Schatten uns schützend aufnehmen konnten, und sprang über Hecken und Zäune, um den Feindfliegern zu entgehen. Streckenweise mußten wir die Maschine mit einem Auto vertauschen. Aber auch diese Fahrten waren nicht weniger gefährlich und qualvoll, als es der Flug gewesen war. Immer wieder mußten wir anhalten und mit dem verwundeten Feldmarschall in Deckung gehen. Nachdem wir uns von Keitel getrennt hatten, da vor Güstrow russische Panzer gemeldet waren‚ fuhren wir zurück nach Lübeck. In der Nacht vom 1. auf 2. Mai hörten wir im Radio die Nachricht von Hitlers Tod und daß sich die neue deutsche Regierung unter Dönitz konstituiert hatte.

Abermals war Plön unser Ziel.

Doch unser Aufenthalt betrug nur Stunden. Greim drängte, zu seinen Truppen in Böhmen zu kommen. Wir flogen deshalb mit einer Do 217 nach Königgrätz. Schon unterwegs wurde er von einem schweren Nesselfieber befallen, das sich als Folge der Tetanusspritze einstellte.

Vier Tage lag er in Königgrätz mit hohem Fieber, das sein Herz bedrohlich angriff, während die Ereignisse über Deutschland hinwegrollten. Als er am 7. Mai zum erstenmal wieder fieberfrei war‚ erreichte ihn die Nachricht von der bevorstehenden Kapitulation am 9. Mai.

Bevor Greim eine persönliche Entscheidung für sich und seine Truppen traf, wollte er sich mit Generalfeldmarschall Kesselring in Verbindung setzen. In zwei Maschinen flogen wir deshalb nach Graz und von dort aus nach Zell am See, wo sich Kesselring aufhalten sollte.

Ein wunderbar ruhiger Flug, dessen Frieden in krassem Gegegensatz zu den turbulenten Ereignissen stand, trug uns über die Alpen. Als wir am 8. Mai in Zell am See landeten, erfuhren wir, daß bereits die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet worden war. Damit war Greim auch die Rückkehr zu seinen Truppen abgeschnitten.

Das Lazarett in Kitzbühel nahm den Kranken, der immer noch bettlägerig war, auf. Es erfolgte der Einmarsch der Amerikaner und der innere Zusammenbruch für uns, die wir Besiegte waren.

Nach der Kapitulation

Der einzige, mich tröstende Gedanke war die Nähe meiner Familie, die ich in Salzburg wußte. Der Gedanke bedeutete in dem Unglück, das uns empfing, Heimat und Geborgenheit für mich. Gerne hätte ich ihnen Nachricht zukommen lassen. Endlich fand sich eine Gelegenheit dazu durch einen Boten. Aber sie antworteten nicht mehr. Nur sieben Grabhügel der liebsten Menschen, die ich besaß, waren geblieben.

In den Tagen vor dem Einmarsch der Amerikaner war das Gerücht verbreitet worden, daß alle Flüchtlinge in ihre Heimat zurückgebracht würden. Mein Vater hatte erlebt, was das für die Frauen und Kinder der Ostgebiete bedeuten mußte, weil er in die zeitweise zurückeroberten Dörfer als Arzt geholt worden war. Er fühlte nur die Verantwortung, die Seinen davor zu bewahren; darum nahm er das Schwerste auf sich. Mein Bruder galt als verschollen, von mir wußte man nicht, daß ich noch lebte.

Auch Ritter von Greim schied aus dem Leben, wenige Tage, nachdem ich die Nachricht vom Tod meiner Familie erhalten hatte. Amerikanische Offiziere hatten ihn unter nicht gerade würdiger Behandlung nach Salzburg gebracht; von hier aus sollte er als Gefangener abtransportiert werden. Jetzt, da die Ehre des Ofliziers nichts mehr galt, endete sein Weg, den er unbeirrt, getreu der Tradition seines Standes, in letzter Pflichterfüllung gegangen war.

Ich versuchte zu leben. Und ich lebte.

Ich war jetzt Gefangene der Amerikaner. Achtzehn Monate sollte ich es bleiben und in krassem Wechsel alle Stationen einer „high criminel person“ durchmachen.

Mein Verschulden?

Ich war eine Deutsche, eine Fliegerin, die man kannte, von der man wußte, daß sie bis zuletzt ihre Pflicht getan hatte und ihr Vaterland heiß liebte. Legenden rankten sich um meinen letzten Flug. Konnte ich nicht vielleicht doch Hitler irgendwo versteckt haben?

Höflich und zuvorkommend wurde ich in der Villa in Gmund, wohin man mich zuerst von Kitzbühel aus gebracht hatte, behandelt. Vielleicht gab ich das vermutete Geheimnis preis? Danach stießen mich Kolbenschläge amerikanischer Wachen in die Zelle des Gefängnisses, in dem ich die demütigende Unfreiheit kennen lernte, die Gleichförmigkeit der Tage zwischen engen Wänden, während das Auge sehnsüchtig ein Stück Himmel durch das hochgelegene kleine, vergitterte Fenster zu erhaschen sucht. Dann wurde ich zwischen Kisten und Gepäck auf einen Jeep verfrachtet, der in einer Teufelsfahrt über Straßen fuhr, die nur aus Schlaglöchern zu bestehen schienen, um mich endlich nach neunstündiger Fahrt, zerschunden und verbeult, mit entsetzlichen Schmerzen behaftet, im Internierungslager abzuliefern.

Wieder schloß sich hinter mir die Zellentür.

Der Raum hatte die Größe eines Schlafwagenabteils. Er besaß außer einem Strohpolster, das auf dem Boden lag, keinerlei Einrichtungsgegenstände. Das vergitterte Fenster war ohne Glas, so daß die feuchte Oktoberkälte einströmen konnte.

War das Amerika? Amerika, das ich 1938 gesehen, erlebt und lieben gelernt hatte?

Ich ließ nicht nach, in dem Gesicht des Siegers zu lesen, weil ich hoffte, etwas von jenem amerikanischen Gesicht zu finden, wie ich es in Erinnerung hatte. Aber ich fand es nicht, und das war noch schlimmer als der Stacheldraht, der mich von der Freiheit trennte.

Das Gesicht Amerikas hatte sich in Haß verhärtet.

Dann kam ein Tag, an dem in Oberursel im Haus „Alaska“, dem letzten Internierungslager, in das man mich eingewiesen hatte, ein amerikanischer General erwartet wurde. Er kam und suchte mich in meinem Zimmer auf. Ich begegnete in dieser Stunde jenem Amerikaner, wie ich ihn von drüben kannte, offenherzig, freimütig und menschlich aufgeschlossen. Ich lernte später auch seine Frau kennen, eine grauhaarige Amerikanerin mit schönem, klarem Gesicht. Auch sie lebte in der Vorstellungswelt des Siegers von 1945. Schon an den deutschen Verhältnissen hatte ich erfahren, daß Propaganda nicht nur zu einer groben, mißbräuchlichen Verallgemeinerung verleiten kann, sondern Menschen und Völker blind macht gegen eigene Schuld. Die Gespräche mit dem General und seiner Frau bestätigten mir nur, daß es auf der Seite des Siegers nicht anders zuging. Diese beiden Menschen waren nämlich zum Unterschied von denen, welche mich bisher bewacht, vernommen und verhört hatten, nicht kleinlich und rachsüchtig, sondern großherzig und aufrichtig und entsprachen damit dem Bild, welches ich von Amerika seit 1938 hatte. Aber auch an ihnen konnte ich die Wirkung einer jahrelang gegen Deutschland gerichteten Propaganda studieren.

Aber vielleicht war alles, was ich als Gefangene durchmachen mußte, nicht amerikanische Grausamkeit, sondern Verblendung von Völkern, die gegeneinander Krieg führen?

Wieder ist es Sommer geworden. Auf hellem, blauem Grund zeigt der Himmel schleierartige Wolkenbildungen. Ich stehe an dem offenen Fenster meines Gartenzimmers, das ich seit meiner Entlassung aus der Gefangenschaft bewohne, und sehe, wie sich die Wolken bilden, sich formen und langsam wieder zerfließen.

Ich habe Flugsehnsucht. Nach den Wolken, dem Wind, nach der Weite. Dort oben möchte ich jetzt mit meinem Segelflugzeug lautlos ziehen, fern unter mir die Erde. Und während meine Hand ruhig den Steuerknüppel hält, blicken meine Augen über die glänzenden Flügelflächen hinweg in den Himmel. Ehrfurcht erfüllt mich, denn um mich herum ist Schweigen.

Im Gleitflug trägt mich nun das Segelflugzeug wieder der Erde zu.

Sie kommt näher und näher. Berge erheben sich, Hügel fallen zur Ebene ab, Städte wachsen empor.

Die Erde ist dieselbe geblieben. Aber sie hat sich nun in mir gewandelt. Wer Gott begegnet ist, muß dem Menschen nahe sein. Das ist die Erkenntnis, die mich das Fliegen gelehrt hat. Menschlicher Geist, Wissenschaft und Technik vermögen nichts, wenn Herz und Seele mit der Entwicklung nicht Schritt halten. Sie sind das Gewissen, das zur Ehrfurcht vor der göttlichen Ordnung führt. Haben wir nicht längst im Nächsten den Menschen verloren? Wir werden ihn erst wiederfinden, wenn wir die Ehrfurcht wiedergefunden haben.

Und wir Flieger haben alle die Aufgabe, das, was wir am Himmel erlebt haben, auf die Erde hinunterzutragen. Es kann kein besseres Werkzeug geben für Frieden und Versöhnung als unseren geliebten Segelflug.

Fliegen — ist mein Leben.

Der Flug über der Erde ist sein Sinnbild. Möge das Fliegen in Zukunft nur noch dazu dienen, die Menschen und Völker einander näherzubringen.

1  Daher mußte die unbemannte V 1 im Tragschlepp der He 111 näher an das feindliche Ziel herangetragen werden.
2  g = Einheitsmaß der Beschleunigung